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Linke-Eklat bis in den Bundestag? Neue Vorwürfe - „Männer, die sich alles herausnehmen“

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Von: Patrick Freiwah

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Janine Wissler, Bundestagsmitglied und Parteivorsitzende der Linken
Janine Wissler, Bundestagsmitglied und Parteivorsitzende der Linken. © IMAGO/Chris Emil Janssen

Während die Linken Probleme mit dem Thema Gleichberechtigung aufarbeiten, gibt es neuerliche Vorwürfe, die nun auch die Bundestagsfraktion der Partei mit hineinziehen.

Berlin - Wie groß sind die internen Querelen und Missstände der Linken? Nach Sexismus-Vorwürfen etwa aus dem hessischen Landesverband rückt nun auch die Bundestagsfraktion in den Fokus. Konkret heißt es, männliche Abgeordnete würden einige Kolleginnen unter anderem abwertend behandeln, anschreien sowie herabwürdigen.

Linke: Vergreifen sich Berliner Abgeordnete gegenüber Kolleginnen im Ton?

In einem Artikel des Redaktionsnetzwerks Deutschland erheben Bundestagsabgeordnete und Mitarbeiter der Linke-Fraktion Vorwürfe. Eine namentlich nicht benannte Informantin wird zitiert: „Da fallen sexualisierende Sprüche über die Beine oder Brüste von Abgeordneten, und wie aufreizend und erregend sie doch seien“. Die zitierte Frau schildert, Äußerungen würden als „Anmache“ getarnt, jedoch dazu eingesetzt, in politischen Auseinandersetzungen Verunsicherung zu säen.

Auch Gerüchte über Affären zwischen Abgeordneten und („jüngeren“) Mitarbeiterinnen greift das RND in dem Artikel auf. Parlamentarierin Martina Renner ist die einzig namentlich erwähnte Politikerin, die sich kritisch äußert. Die 55-Jährige erklärt: „Es herrscht ein Grundklima, das auch übergriffiges Verhalten beflügelt. Es gibt Männer in der Fraktion, die sich alles herausnehmen und dafür bisher nie sanktioniert wurden.“

Linke-Parteispitze äußert sich zu Sexismus-Debatte zurückhaltend - Neuaufstellung im Juni

Was sagt die Fraktionsspitze zu den neuen Vorwürfen? Die Vorsitzenden geben sich zurückhaltend. Amira Mohamed Ali, Dietmar Bartsch sowie der Parlamentarische Geschäftsführer Jan Korte erklären auf RND-Nachfrage, von Vorwürfen zu sexistischem und sexuell übergriffigem Verhalten nichts zu wissen. „Wir sehen in unserer Fraktion keinen strukturellen Sexismus“, lautete die Reaktion. Die Linksfraktion hatte sich angeblich am Dienstag in einer geschlossenen Fraktionssitzung auch über derartige Themen ausgetauscht.

Erst kürzlich kam es bei der Linken zum Rückzug der Co-Vorsitzenden Susanne Hennig-Wellsow. Sie begründete ihren Rücktritt mit der bislang gescheiterten Partei-Erneuerung, privater Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sowie den Berichten über sexuelle Übergriffe bei der hessischen Linken. Hiervon war auch die Parteivorsitzende Janine Wissler betroffen, weil es sich um einen früheren Lebensgefährten gehandelt haben soll. Die Führung der Linken beschloss mittlerweile, dass beim Parteitag im Juni 2022 der gesamte Vorstand neu gewählt wird. (PF)

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