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Wollen der Bevölkerung mehr freie Tage bescheren: Die Linke-Fraktionschefs Sahra Wagenknecht (2.vl.) und Dietmar Bartsch (re.)

Antrag der Linken

Feiertage „nachholen“: Bringt dieser Vorschlag den Deutschen mehr Freizeit?

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Feiertag am Sonntag - eine Konstellation, die Arbeitnehmern nicht schmeckt. Die Linke will das nun ändern. Und Feiertage künftig nachholen, um zum „Wohlbefinden“ im Land beizutragen.

Berlin - Der Vorschlag klingt zunächst ungewöhnlich - ein Blick ins europäische Ausland zeigt aber: Abwegig ist er nicht. 

Die Links-Fraktion im Bundestag will der Bevölkerung der Bundesrepublik per Gesetzesänderung zusätzliche freie Tage bescheren. Sie schlägt vor, auf ein Wochenende fallende Feiertage am folgenden Werktag mit einem „Ersatz-Ruhetag“ nachzuholen. Einen entsprechenden Antrag hat die Linke diese Woche im Bundestag eingebracht. Als Wahlgeschenk sei der Vorstoß explizit nicht gemeint, hieß es auf Anfrage unserer Redaktion.

Spanien und Großbritannien praktizieren Regelung bereits

„Die gesetzlichen Feiertage dienen neben dem Gedenken und der kulturellen Besinnung heutzutage vor allem auch der Erholung“, schreiben die Autoren des Antrags in dem Papier. Sie trügen zu „Stressreduzierung, zum Wohlbefinden und zur Reproduktion der Arbeitskraft bei“ - und stärkten so „das kulturelle Leben“ und „den sozialen Zusammenhalt im Land“.

Eine richtig feine Sache also - die künftig unabhängig von der kalendarischen Lage im jeweiligen Jahr garantiert sein sollte, findet die Linke. Bislang gibt es einfach einen freien Tag weniger, wenn etwa der Tag der Deutschen Einheit auf einen Sonntag fällt. Er könnte in so einem Fall am Montag nachgeholt werden, so der Vorschlag.

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Auch Beispiele für Länder, in denen bereits eine solche Regelung praktiziert wird, nennen die Abgeordneten um die Fraktionsvorsitzenden Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch: In Spanien und Großbritannien würden Feiertage am folgenden Montag nachgeholt, in Belgien und Luxemburg sei es Sache der Unternehmen, einen arbeitsfreien Ersatztag bestimmen.

Antrag soll kein Wahlgeschenk sein

Dass der Vorschlag gerade jetzt kommt, hänge auch mit einer bedenklichen Statistik zusammen, erklärte der Abgeordnete Ralph Lenkert, der den Antrag federführend betreut hat, auf Anfrage der Ippen-Digital-Zentralredaktion. „Die stressbedingten Fehltage in der Arbeitswelt sind von 2012 bis 2016 auf 30 Millionen und damit um die Hälfte angestiegen. Wir streben deshalb eine Entlastung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an und wollen mehr gemeinsame Zeit für Familien“, sagte er.

Vor der Initiative habe man bewusst erst die Bundestagswahl verstreichen lassen: „Außerdem wollten wir dem Vorwurf entgehen, dass der Antrag aus wahltaktischen Gründen kommt, deshalb haben wir bewusst den Beginn der neuen Wahlperiode gewählt“, erklärte Lenkert.

2017 hätte es einen freien Tag zusätzlich gegeben

Bundesweit würde die vorgeschlagene Regelung genau fünf Feiertage betreffen. Jene, die immer auf ein festes Datum fallen: Den Neujahrstag am 1. Januar, den Tag der Arbeit am 1. Mai, den Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober sowie die Weihnachtsfeiertage am 25. und 26. Dezember. Nicht erwähnt sind in dem Entwurf die Feiertage, die nur in einigen Bundesländern gelten. Etwa Mariä Himmelfahrt und der Dreikönigstag. 

Für 2018 hätte die Idee übrigens keine Auswirkungen: Alle Feiertage mit festem Datum fallen dieses Jahr auf einen Werktag. 2017 hingegen war der 1. Januar auf einen Sonntag gefallen.

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fn

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