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In der Kritik: Das Sturmgewehr G36 soll Probleme bei der Treffsicherheit haben.

Wegen deutscher Debatte um Mängel

Litauen verschiebt Kauf von G36-Gewehren

Vilnius - Die litauische Regierung wollte 8000 Sturmgewehre kaufen. Jetzt ist der Deal erst mal verschoben. Die in Deutschland diskutierten Probleme am G36 kann Litauen aber nicht bestätigen.

Der litauische Verteidigungsminister Juozas Olekas sagte dem Radiosender SWRinfo nach Angaben vom Dienstag: "Wir hatten den Plan, 8000 weitere Gewehre zu kaufen, und haben nun beschlossen, diesen Kauf auf Ende dieses Jahres oder das kommende Jahr zu verschieben." Es solle zunächst die weitere Entwicklung in Deutschland abgewartet werden.

Litauen kann Mängel nicht bestätigen

Olekas sagte dem Sender weiter, er könne die in Deutschland diskutierten Mängel des Gewehrs allerdings aus eigener Einschätzung nicht bestätigen. "Wir waren mit dem Gewehr in Irak und in Afghanistan, und wir hatten keine Probleme." Die Waffe wird vom deutschen Hersteller Heckler&Koch gebaut.

Eine Sprecherin des litauischen Verteidigungsministeriums bestätigte AFP auf Anfrage, ihr Haus sei am 22. April dieses Jahres über mögliche Mängel des G36 informiert worden. An dem Tag hatte Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) bekannt gegeben, dass sie das G36 "in seiner heutigen Konstruktion" ausmustern will.

Bis Ende des Jahres will Litauen warten

Nach Rücksprache mit Deutschland sei die Kaufentscheidung dann verschoben worden, sagte die Sprecherin des litauischen Ministeriums weiter. Litauen erwarte offizielle Mitteilungen aus Deutschland über die G36-Testergebnisse im November oder Dezember und werde auch eigene Untersuchungen vornehmen. Nach Angaben der Sprecherin verwendet die litauische Armee das G36 seit 2003.

Die Bundeswehr verfügt über rund 170.000 Stück des Sturmgewehrs G36. Nach jahrelanger Kritik und diversen, zum Teil widersprüchlichen Gutachten hatte von der Leyen Ende März massive Probleme bei der Treffsicherheit des G36 eingeräumt. Tests hätten ergeben, dass die Waffe bei hohen Außentemperaturen oder vielen Schüssen hintereinander überhitzt und nicht mehr genau trifft. Heckler&Koch bestreitet die Mängel und will dies auch gerichtlich feststellen lassen.

AFP

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