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Angela Merkel bei ihrer Aschermittwochsrede 2015

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Ticker zum politischen Aschermittwoch 2017: Merkel greift SPD an

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München - Zunächst haben sich Martin Schulz und Horst Seehofer ein Rede-Fernduell geliefert - dann legte die Kanzlerin nach. Der politische Aschermittwoch im Ticker zum nachlesen.

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18.34 Uhr: Die Rede der Kanzlerin fiel dann doch kürzer aus, als zuvor angenommen. Dennoch gab sie sich rund sieben Monate vor der Bundestagswahl angesichts des anhaltenden SPD-Aufschwungs in den Umfragen kampfbereit und hat sich klar von der SPD abgegrenzt

CDU und CSU hätten in den vergangenen Jahren gezeigt, dass sie bereit seien, Verantwortung zu tragen und die Zukunft Deutschlands zu gestalten, sagte Merkel in Demmin. „Für uns heißt Verantwortung tragen nicht etwa eine Bürde, sondern Freunde am Gestalten.“

„Wir wollen (...) unserem Land dienen. Und deshalb werden wir kämpfen. Kämpfen, um unsere Vorstellungen in diesem Jahr deutlich zu machen und deutlich zu sagen, was uns wichtig ist“, kündigte Merkel an. Vor allem bei der inneren Sicherheit und der Finanzpolitik machte sie Unterschiede zum Koalitionspartner SPD deutlich, ohne den SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz beim Namen zu nennen. Die Union habe dafür gesorgt, dass Deutschland eines der sichersten Länder der Welt sei, sagte Merkel.

Auch beim Thema Finanzen mache es einen Unterschied, wer das Land regiere, sagte sie. Ein ausgeglichener Haushalt sei eine Frage der Verantwortung für künftige Generationen - während es einen „großen Auflauf an Parteien“ gebe, wenn es darum gehe, Steuergelder auszugeben.

Merkel hat in den Wahlkampfmodus geschaltet

18.20 Uhr: Das hört sich ganz so an, als habe die Kanzlerin nun doch das Wahlkampf-Visier hochgeklappt. Im Fokus: die SPD mit Kanzlerkandidat Martin Schulz und die Agenda 2010. „Die Sozialdemokraten haben bis heute noch nicht die Kraft, sich zur Agenda 2010 zu bekennen. Sie hadern wieder. Deshalb sagen wir: Die anderen sollen sich mit der Vergangenheit befassen.“ 

18.08 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel ist bereits auf der Bühne und wird unter Beifall von den anwesenden Zuhörern begrüßt. Und sie legt gleich richtig los - von Sachlichkeit und Zurückhaltung ist hier nicht zu spüren. Im Schnelldurchlauf hakt sie mit bebender Stimme verschiedene Themen ab und prophezeit: „Dieses Jahr werde ein ganz besonderes werden!“  

16.55 Uhr: Keinerlei Klagen über den politischen Aschermittwoch 2017 gibt es von Seiten der Ordnungshüter. Samt und sonders „ohne Zwischenfälle“ und „friedlich“ seien die Veranstaltungen und Gegenveranstaltungen verlaufen, teilte die Polizei Niederbayern am Mittwochnachmittag mit. 

16.40 Uhr: Der Auftritt von Kanzlerin Angela Merkel in Demmin wird übrigens auch im TV übertragen: Ab 18 Uhr zeigt Phoenix die Rede live.

16.30 Uhr: Ganz vorbei ist der politische Aschermittwoch gleichwohl noch nicht. Ab 17 Uhr beginnt in Demmin bei Greifswald eine Aschermittwochs-Veranstaltung der CDU mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Und auch in Thüringen ist es noch Einiges geboten: Die CDU bietet dort in Apolda Edmund Stoiber als Redner auf. Die Thüringer Grünen bieten Katrin Göring-Eckardt in Eisenach den zweiten großen Auftritt des Tages.

16.15 Uhr: Auch die wildesten Zoten und besten Pointen der Aschermittwochs-Redner 2017 haben wir für Sie dokumentiert.

14.50 Uhr: Einen Überblick über die wichtigsten Standpunkte und Aussagen der Spitzenredner aller großen Parteien finden Sie jetzt übrigens in diesem Artikel.

14.35 Uhr: Auch außerhalb Bayerns werden Aschermittwochs-Reden gehalten. Baden-Württembergs Grünen-Ministerpräsident Winfried Kretschmann zeigte sich in Biberach an der Riß aber eher zahm. Er will bei der Abschiebung abgelehnter Asylbewerber nach Afghanistan weiter die Vorgaben der Bundesregierung beachten. „Es macht den Rechtsstaat aus, dass wir uns an Regeln halten“, erklärte Kretschmann mit Blick auf Aktionsgruppen, die vor und während der Veranstaltung gegen die Abschiebung von Afghanen protestierten.

13.45 Uhr: AfD-Chefin Frauke Petry hat beim Politischen Aschermittwoch den SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz übrigens auch als „Tagegeld-Erschleicher“ kritisiert. Schulz sei wegen „krankhafter Selbstüberschätzung“ in Therapie gewesen, sagte Petry in Osterhofen. „Wir sind uns einig als humorvolle Rechtspopulisten: Das Geld kann er sich zurückgeben lassen.“ Der „ultimative Witz“ aber sei, dass sich Martin Schulz nach vielen Jahren als EU-Politiker weiterhin „für den bodenständigen, kleinen, sozialdemokratischen Mann aus Würselen“ halte. Das bekannteste deutsche Satire-Format sei daher nicht die „heute-show“ im ZDF, sondern die SPD.

Auch die CSU macht für heute Schluss

13.35 Uhr: Er wolle „das Blitzen in den Augen sehen, wenn wir jetzt Wahlkampf machen“, fordert Scheuer noch einmal. Dann endet auch der politische Aschermittwoch der CSU - traditionsgemäß mit dem Absingen von Bayern-Hymne und deutscher Nationalhymne.

13.28 Uhr: Scheuer reagiert bereits auf Schulz‘ Aussagen aus Vilshofen. Schulz werde ganz sicher nicht „als Bundeskanzler aufwachen“, sagt der CSU-Generalsekretär. „Hochmut kommt vor dem Fall“, ruft er der SPD entgegen.

13.22 Uhr: Noch nicht an Feierabend denkt die CSU in Passau. Generalsekretär Andreas Scheuer greift in eine der unteren Schubladen und nennt den SPD-Kanzlerkandidaten unter anderem „Schwafel-“ und „Schizo-Schulz“.

13.20 Uhr: Wenig zu hören war bisher vom politischen Aschermittwoch der Freien Wähler in Deggendorf. Einige Zitate sind mittlerweile aber überliefert: FW-Parteichef Hubert Aiwanger hat sich dort am Rundumschlag gegen beide Kanzlerkandidaten versucht. „Merkel und Schulz sind doch politische Zwillinge - mit dem Unterschied, dass der Herr Schulz etwas schlechter rasiert ist“, rief er in den Saal. Den Aschermittwoch der CSU beschrieb er als „das größte Blinde-Kuh-Almabtreiben in Bayern“.

13.15 Uhr: Feierabend ist nun auch bei der AfD in Osterhofen. Frauke Petry hielt eine einstudierte Rede vom Blatt - hatte aber offenbar die letzte Seite am Tisch vergessen und musste sich das Rest-Manuskript erst nachreichen lassen. Insgesamt zeigte sich Petry im Tonfall weniger scharf als ihre Vorredner Strache und Bystron.

Mit Ach und Krach: Seehofers Stimme hält

13.11 Uhr: Dann hat es Seehofer geschafft: Die Stimme hat gehalten. Er ist am Ende - aber die Rede auch. Zuvor hatte Seehofer erklärt, die CSU wolle sich im Wahlkampf auf „unser Bayern“ besinnen - und er den Parteivorsitz erst „eines Tages“ abgeben. Seehofer erntet viel Beifall... und auch einzelne „Horsti“-Rufe, wie wir aus der Dreiländerhalle erfahren.

13.07 Uhr: Jetzt gibt‘s vom CSU-Chef noch ein offizielles Bekenntnis zu Bundeskanzlerin Angela Merkel: „Bei der Frage, wer kann uns führen, wenn es um diese weltpolitischen Herausforderungen geht, um die europäische Herausforderung, wer hat außenpolitisch das Gewicht, um unsere Interessen der Bundesrepublik Deutschland zu vertreten - als jemand der streitet, und auch immer wieder streiten wird, sage ich euch, ich kenne niemanden außer Angela Merkel, der Deutschland in dieser Frage führen kann“, ruft Seehofer. Aus dem Publikum sind auch vereinzelte Buh-Rufe zu hören.

13.00 Uhr: Kräftigen Applaus erntet Seehofer für seine Forderung nach Integrationswillen bei Asylsuchenden: „Wer bei uns leben will, wegen Schutzbedarf, und sich integrieren will, muss die deutsche Sprache lernen, muss sich an Recht und Ordnung halten, muss auch unsere Alltagskultur akzeptieren und akzeptieren, dass wir Bayern ein christliches Land sind“, ruft Seehofer mit Verve - aber hörbar an den Grenzen seiner stimmlichen Kapazitäten.

12.57 Uhr: Christian Deutschländer berichtet uns unterdessen von besorgtem Tuscheln am Ehrentisch der CSU in Passau. Mehrere CSUler beugen sich zu Karin Seehofer, fragen nach Horst Seehofers schwer angeschlagener Stimme. Der Hauptredner hält bisher aber durch. Mittlerweile ist aber klar, warum er nicht alleine zwei Stunden sprechen wollte.

12.55 Uhr: Horst Seehofer kümmert sich um eine Klarstellung in Sachen „rechts“: Es gebe mit ihm „null Toleranz für Ausländerhass, für Antisemitismus und Hassparolen und mit rechtsradikalen Dumpfbacken haben wir schon gar nichts am Hut“, sagt er - betont gleichzeitig aber auch noch einmal, dass es eine „demokratisch legitimierte Partei rechts von der CSU“ nicht geben dürfe.

12.50 Uhr: Bei der FDP fordert Lindner nun ein Einwanderungsgesetz. „Integrierte Familien werden abgeschoben, weil man sie abschieben kann. Aber die Desperados und Kriminellen aus Nordafrika werden wir nicht los. Da stimmt doch was nicht“, wundert sich Lindner, wie uns Korrespondent Marcus Mäckler in die Redaktion funkt.

12.47 Uhr: Sorgen macht den Zuhörern allerdings mindestens Seehofers Stimme. Der CSU-Vorsitzende krächzt nur noch, beugt sich tief an die Mikrofone hinunter. Auch der Wortfluss stockt dann und wann ein wenig. Hält Seehofer durch? Das Publikum goutiert jedenfalls seinen heiseren Hinweis, die Grünen seien „das wahre Sicherheitsrisiko im Land“ - und kämen insofern als Koalitionspartner nicht in Frage.

12.45 Uhr: In Passau sagt Horst Seehofer das heikelste Wort des Tages in Passau: „Merkel“. Zwei schrille Pfiffe im Publikum. Hätte schlimmer kommen können. „Deutschland ging es noch nie so gut wie heute“, schiebt Seehofer hinterher.

12.40 Uhr: Bei der AfD in Osterhofen spricht nun Frauke Petry - es handle sich um ihr Debüt beim politischen Aschermittwoch, sagt die Parteisprecherin. Bisher liest Petry laut unserem Reporter Til Huber vor allem vom Zettel ab und wirkt eher etwas nervös. Dann nennt sie die ARD das „erste DDR-, äh verzeihen Sie, deutsche Fernsehen“.

Schulz mit Standing Ovations verabschiedet

12.37 Uhr: In Anlehnung an den Brexit, mit dem Europa unerwartet „aufgewacht“ sei, sagt Martin Schulz zum Abschied, Deutschland werde im September mit einem sozialdemokratischen Wahlsieg aufwachen. Im Vilshofener Festzelt gibt es Standing Ovations.

12.35 Uhr: Horst Seehofer prägt währenddessen eine Art „Bayern-First-Slogan“: „Bayern zuerst. Das Land auf das ich einen Eid geschworen habe“, krächzt er ins Mikrofon. Viel Beifall in der Halle.

12.30 Uhr: Schulz schwört seine Partei auf einen sozialen Kurs ein: Beginn jeder Überlegung müsse sein, ob eine Regelung das Leben hart arbeitender Menschen besser mache. Auch einen Seitenhieb an die AfD sendet Schulz. Im Grundgesetz stehe nicht „die Würde der Deutschen ist unantastbar“, sondern „die Würde des Menschen ist unantastbar“, betont er. Deutschland sei eine „wunderbare Demokratie“ - die AfD aber keine Alternative, sondern eine „Schande“ für Deutschland. „Und wir sind ihr Gegner“, ruft Schulz unter Applaus.

12.27 Uhr: Martin Schulz nimmt nun die arbeitende Bevölkerung ins Visier: Die Menschen verdienten „Respekt für ihre Lebensleistung - und wir, die SPD, müssen ihnen diesen Respekt geben“. 

12.25 Uhr: Bislang redet Seehofer eher im Kammerton - er klingt schon wieder etwas heiser, wie jedes Jahr. Ob er noch aufdreht?

12.22 Uhr: In Passau spricht unterdessen Ministerpräsident Horst Seehofer. Er begrüße den SPD-Kandidaten Martin Schulz in Bayern - freue sich aber auch, wenn Schulz das Land wieder verlasse, scherzt er. Noch bis kurz vor seinem Auftritt hatte Seehofer auf dem Weg vom Klo zum Podium Autogramme gegeben.

12.20 Uhr: Auch vom AfD-Treffen in Osterhofen gibt es Neuigkeiten: Dort hat nun Gastredner Hans-Christian Strache (FPÖ) seine Rede beendet. Er begann, so berichtet uns Korrespondent Til Huber, moderat und wurde dann schärfer im Tonfall. „Willst du eine Wohnung haben, musst du nur ein Kopftuch tragen“, „dichtete“ der österreichische Rechtspopulist etwa. „Ihr seid die einzigen, die da Widerstand leisten“, habe er den Gästen der AfD zugerufen.

Martin Schulz in Fahrt

12.17 Uhr: Kritik, seine geplanten Agenda-Reformen würden Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit zerstören, weist Schulz zurück. Gefährlich sei es vielmehr, wenn nicht in Weiterbildung der Arbeitenden investiert werde.

12.15 Uhr: Martin Schulz geht nun das Thema Steuergerechtigkeit an: „Das Land, in dem einen Unternehmen Profit macht, muss auch das Land sein, in dem ein Unternehmen seine Steuern bezahlt“, fordert er. Zugleich ruft Schulz energisch nach einer anderen Ausgabepolitik: Wenn Banken mit Milliarden gerettet würden, während in Schulen der Putz von den Wänden bröckle, sei das „einfach nicht gerecht“.

12.10 Uhr: Auch FDP-Chef Lindner geht unterdessen den möglichen Koalitionspartner CDU hart an. „Zwölf Jahre Angela Merkel haben unser Land sediert, haben die Politik narkotisiert. Wir hatten nur die Raute“, sagt er in Dingolfing. Schulz wirft er gleich vier Mal „soziale Heuchelei“ vor.

12.06 Uhr: „Man kann einen Wahlkampf führen, so wie es Donald Trump getan hat, das werden wir nicht tun“, sagt Schulz - mit harten Argumenten, aber ohne persönliche Beleidigungen will er um den Posten des Kanzlers ringen.

12.03 Uhr: Dann nimmt der SPD-Kanzlerkandidat Donald Trump aufs Korn. „Wer für sich reklamiert, nur ich habe die richtige Meinung“, der „legt die Axt an die Wurzeln der Demokratie, ob er Präsident ist, oder in einer Pegida-Demo mitmarschiert“, wiederholt Schulz ein einige Tage altes Zitat seiner selbst.

12.00 Uhr: Martin Schulz verteidigt die deutsche Flüchtlingspolitik - fordert aber mehr Unterstützung von Rest-Europa. „Solidarität ist die Basis der Zusammenarbeit in Europa. Sie ist ein Grundprinzip“, sagt er. Solidarität sei aber „keine Einbahnstraße“: Viele Länder forderten zurecht finanzielle Unterstützung von der EU - es gehe nicht, dass sich nur wenige Länder an der Bewältigung der Flüchtlings-Herausforderung beteiligen. Konkret rügt er unter anderem Victor Orbans rechtspopulistische Regierung in Ungarn.

11.55 Uhr: Die CSU liegt unterdessen gut in der Zeit. Oder, weniger freundlich gesagt: Die Leute in Passau klatschen deutlich kürzer als erwartet. Herrmanns Rede nähert sich dem Ende. Nächster wird dann Seehofer sein. Er hat nochmal ein Halsbonbon nachgelegt.

11.53 Uhr: SPD und SPÖ seien seit mehr als 150 Jahren „ein Bollwerk gegen Abschottung, gegen Abgrenzung und gegen Ultranationalismus“ ruft Schulz energisch - und erntet gleich einigen Jubel. Ein „klares Nein an die Nationalisten, die Europa zerstören wollen“, setzt er obendrauf.

11.50 Uhr: Pronold stellt Martin Schulz als „kommenden Bundeskanzler“ vor. Schulz überbringt „herzliche Grüße an die gefühlte Mehrheit von der realen Mehrheit, die hier im Zelt versammelt ist!“

11.48 Uhr: SPÖ-Kanzler Kern hat nun seine Rede beendet. Die Sozialdemokratie stehe für Heimatliebe und gegen Nationalismus, erklärt er. „Hoch die internationale Solidarität“, skandieren die Zuhörer - wohl auch in Erwartung der nahenden Rede Martin Schulz‘.

CSU konzentriert sich auf Sicherheits-Fragen

11.45 Uhr: Herrmann spricht weiter laut und energisch über innere Sicherheit: Bayern wolle helfen, in ganz Deutschland ein „bayerisches Sicherheitsniveau“ zu erhalten. Trotzdem haben viele Zuhörer eine andere Priorität: Lange Schlange auf der Herrentoilette.

11.40 Uhr: Der nächste CSU-Redner, Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, lobt ausdauernd den Einsatz der bayerischen Polizei und bietet in großer Menge Zahlen zum Personalstand und kommenden Neueinstellungen bei den Ordnungshütern auf. Das gibt freundlichen Applaus - aber nicht direkt Aschermittwochs-Stimmung. 

11.35 Uhr: Bei der SPD in Vilshofen spricht nun Österreichs Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ). „Hier spricht die Vorband von Martin Schulz“, scherzt er zum Start. Kern ruft die SPD auf, für den Machtwechsel an der Bundesregierung zu kämpfen: "Wir brauchen alternative Modelle, damit brutale Ungleichheit in unseren Ländern nicht zur Realität wird!"

11.30 Uhr: Gestartet sind mittlerweile auch die Liberalen in Dingolfing - eine Stunde später als die anderen Parteien, um 11 Uhr. Vor 550 Zuhörern in der Stadthalle dreht FDP-Parteichef Christian Lindner schon mal am Glücksrad mit den Wahlkampfthemen.

11.23 Uhr: Auch Katja Kipping in Passau sichert sich noch einen satten Lacher - mit einem Witz aus dem erstarkenden Genre der Trump-Vergleiche: „Ein Mann, bekannt für verbale Ausfälle, abstruse Ideen und eine wirre Frisur: Horst Seehofer, der Donald Trump Bayerns.“

11.15 Uhr: Dobrindt landet einen Treffer beim Aschermittwochs-Publikum: „Ich sage, wir begegnen Islamisten nicht mit Augenmaß, sondern mit Haftbefehlen, Augenmaß und der Härte des Gesetzes“, ruft der Ex-CSU-Generalsekretär unter dem Applaus der Zuhörer. Generell werde das Publikum ob einiger Längen in der Rede des Verkehrsministers aber etwas unruhig, erfahren wir aus Passau - der Geräuschpegel in der Dreiländerhalle steige.

11.10 Uhr: Und die Grünen? Dort gruselt sich Bundestagswahl-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt vor der Faschings-„Horrorshow“ der AfD mit „Beatrix von Schießbefehl“, der „völkischen Frauke“ und „Springerstiefel-Björn Höcke“. 

11.05 Uhr: Etwas lauwarme Stimmung auch noch bei der SPD in Vilshofen, wo der scheidende Landeschef Florian Pronold die Erfolge der Sozialdemokraten gegen die der Union in der Bundesregierung aufrechnet.

11.00 Uhr: Für die CSU hat - früher als im Zeitplan vorgesehen! - jetzt Alexander Dobrindt das Wort übernommen. Er warnt vor einer „antibürgerlichen“ Bundesregierung - und den Linken als „Erben der SED“ und SPD und Grünen als „Steigbügelhalter der Erben der SED“, gegen die die CSU im September antreten will. So richtig Euphorie will im Saal noch nicht aufkommen.

10.55 Uhr: Martin Schulz ist bereits in Vilshofen angekommen - und greift nochmal das Thema „größter Stammtisch“ auf: „Ich hab' gelesen, die gefühlte Mehrheit sitzt in Passau. Ich glaube, die tatsächliche Mehrheit sitzt hier“, sagte der SPD-Kanzlerkandidat vor Beginn des Aschermittwochstreffens.

Zuwanderungspolitik allerorten im Fokus

10.50 Uhr: Die Grünen fahren nun Partei-Prominenz auf. Claudia Roth spricht jetzt zu den Gästen in Landshut. „Unser Bayern hat nicht das kalte Herz der CSU-Staatsregierung“, sagt sie mit Blick auf kürzlich vorgenommene Abschiebungen nach Afghanistan.

10.48 Uhr: Auch CSU-Vize Weber nimmt jetzt die Zuwanderungspolitik ins Visier. Die Grenzen für Zuwanderer etwa aus Afrika zu öffnen, sei angesichts von Jugendarbeitslosigkeit in Europa „ein Verrat an der Jugend Europas“, poltert er. „Wir sollten uns erstmal um unsere Jugend kümmern, bevor wir uns um andere kümmern.“

10.45 Uhr: Bei der Linken spricht nun Parteichefin Katja Kipping. Horst Seehofers Forderung nach der „Flüchtlings-Obergrenze“ sei ein „Totalschaden“, sagt sie: Der CSU-Chef müsse dem rechten Teil der Wählerschaft erklären, dass sein Standpunkt ausländerfeindlich sei - und dem Rest der Wähler, dass er es nicht sei.

10.35 Uhr: EU-Politiker Manfred Weber setzt nun auch für die CSU die ersten Spitzen - Ziel ist natürlich Martin Schulz. Dass die SPD vor Wahlen „Hoffnungsträger“ platziere sei keine Neuerung scherzt er: Alle vier Jahre habe man den Eindruck, die SPD habe „mehr Hoffnungsträger als Parteimitglieder“.

10.30 Uhr: Das erste Fazit des Korrespondenten aus der Passauer Dreiländerhalle: Markus Söders Begeisterung am Ehrentisch sei zwar noch ausbaufähig - die Stimmung ansonsten aber durchaus okay.

10.30 Uhr: Momentan schlägt noch die Stunde der lokalen Redner: Bei der SPD hat Gams weiter das Wort, bei der CSU der Passauer Landtagsabgeordnete Gerhard Waschler. Bei den Grünen immerhin übernimmt nunLandtags-Fraktionschef Ludwig Hartmann das Podium. Er holt zur ersten Verbal-Watschn des Tages aus: Horst Seehofer habe sich „in den Dreck vor dem Weißen Haus geworfen und um Einlass gewinselt“, sagt Hartmann. Das sei „ein Ministerpräsident zum Schämen“.

10.15 Uhr: In Passau nimmt Horst Seehofer in diesen Sekunden ein Bad in der Menge - der CSU-Vorsitzende bahnt sich unter kräftigem Händeschütteln und zum Defiliermarsch den Weg zur Stirnseite des Saals. Bei der SPD begrüßt unterdessen Vilshofens sozialdemokratischer Bürgermeister Florian Gams die Gäste - und testet schon mal die Schulz-Stimmung an. Martin Schulz sei „der Aufwind der SPD“ sagt Gams unter erstem - etwas zaghaftem - Applaus.

Schon vorab: Streit um den „größten Stammtisch der Welt“

10.00 Uhr: Streit gibt es übrigens auch schon vor Beginn des eigentlichen Aschermittwochs - um den Titel „größter Stammtisch der Welt“ nämlich. Während die SPD online Fotos vom „Weißwurst-Frühstück am größten Stammtisch der Welt“ postet, erklärte CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer im ZDF-Morgenmagazin leicht kontrafaktisch: "Wir haben den weltweit politisch größten Stammtisch, und das bleibt auch so":"Wir haben gefühlt 10.000 Leute."

09.55 Uhr: CSU-Chef Horst Seehofer hat vorhin schon Vertreter des Bauernverbandes vor Halle in Passau begrüßt - dieses Jahr ein eher zahmes Spektakel, wie Münchner Merkur-Redakteur Christian Deutschländer vor Ort berichtet: „Sowas hat man auch schon wilder erlebt. Er begrüßt alle per Handschlag und bekommt einen Geschenkkorb.“

09.40 Uhr: Gut gefüllte Reihen sind auch schon im Livestream der SPD aus Vilshofen zu sehen. 5.000 Zuschauer erwarten die Sozialdemokraten - Kanzlerkandidat Martin Schulz zieht ganz offensichtlich die Massen an. Die brauchen allerdings noch etwas Geduld: Schulz wird erst um 12 Uhr seine Rede beginnen.

09.35 Uhr: Nur die zweitgrößte Veranstaltung - mit 4.100 Besuchern in der Passauer Dreiländerhalle - hat dieses Jahr die CSU. Dort hat sich schon ein ansehnliches Publikum eingefunden. Erster Redner in Passau ist um 10.40 Uhr der Fraktionschef der Konservativen im Europaparlament, Manfred Weber. Eine halbe Stunde später wird Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt das Mikrofon übernehmen.

09.25 Uhr: Noch dauert es ein wenig, bis die Redner auf die Bühne kommen - aber so langsam füllen sich bei den Veranstaltungen der Parteien zum politischen Aschermittwoch in Bayern so langsam die Hallen, Bierzelte, oder auch - im Falle der Linken - die Schiffe:

+++ Hallo und herzlich willkommen zu unserem Live-Ticker zum politischen Aschermittwoch 2017!

Politischer Aschermittwoch 2017: Vorbericht

Nach den Absagen im vergangenen Jahr wegen des schweren Zugunglücks in Bad Aibling steht 2017 wieder der gewohnte politische Aschermittwoch an. 2016 war das traditionsreiche und gerne ins derbe abgleitende Rednerduell von Spitzenpolitikern aus allen großen Parteien aus Rücksicht auf die Opfer des Zugunglücks praktisch ausgefallen. Dieses Jahr ist davon auszugehen, dass sich die Redner nicht zuletzt wegen der am 24. September anstehenden Bundestagswahl nichts schenken werden. Die Besucher wird es freuen.

Politischer Aschermittwoch 2017: Diese Neuerungen plant die CSU

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer versprach laut dem BR, die Veranstaltung in der Passauer Dreiländerhalle werde ein „schnelleres Format“ und einen moderneren Anstrich bekommen. Anstatt einer One-Man-Show werden mit Ministerpräsident Horst Seehofer, Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt mehrere Redner auftreten, wie bei merkur.de zu lesen ist. Zum Abschluss wird Scheuer die Bühne betreten.

Auch inhaltlich wird es Neuerungen geben, wie merkur.de schreibt. Der CSU-Chef will nicht mehr alle politischen Themen „in der dann unvermeidbaren Oberflächlichkeit“ behandeln, sondern sich möglicherweise auf drei große Schwerpunkte konzentrieren. Das sagte Seehofer der Mediengruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung (Samstag). Zudem werde ein Moderator durch das Programm führen. Dieser „soll auch zu den Besuchern gehen und diese befragen“, so Seehofer. Dazwischen seien Musikstücke geplant.

Deutlich weniger Besucher werden am Mittwochabend bei der Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Demmin in Mecklenburg-Vorpommern erwartet - nämlich nur rund 1000. Damit zeigt sich bei den Besucherzahlen schon jetzt: Nur gemeinsam können CSU und CDU der SPD die Stirn bieten.

Schulz-Effekt: CSU-Aschermittwoch nicht mehr „größter Stammtisch der Welt“ 

Den Titel „größter Stammtisch der Welt“ wird die CSU heuer nämlich wohl an die SPD abtreten müssen. Während in der Dreiländerhalle nach Angaben der Stadt Passau nur 4.100 Besucher zeitgleich zugelassen sind, sind die Karten für die mehr als 5.000 Plätze für die SPD-Veranstaltung in Vilshofen sind schon lange vergriffen. Seit bekannt ist, dass mit Martin Schulz der Hoffnungsträger der wiedererstarkten Partei reden wird, musste das in den vergangenen Jahren oft nicht komplett gefüllte Festzelt nun sogar vergrößert werden. 

Der Kanzlerkandidat hat der SPD eine Euphoriewelle verschafft. Die Mitgliederzahlen schießen in die Höhe und in Umfragen konnte die lange Zeit unerreichbar weit entfernte Union inzwischen sogar überholt werden.

Neben Schulz hat sich der der österreichische Kanzler Christian Kern angesagt.

Politischer Aschermittwoch 2017: Das sind die Redner der anderen Parteien

Bei den anderen Parteien dürften die Aschermittwoch-Redner ebenfalls einen Vorgeschmack auf den anstehenden Bundestagswahlkampf bieten. Im bayerischen Osterhofen wird für die AfD deren Bundesvorsitzende Frauke Petry erwartet. Zudem werden der AfD-Landeschef Petr Bystron sowie der Chef der österreichischen FPÖ, Heinz-Christian Strache, am Rednerpult erwartet, wie merkur.de schreibt.

In Landshut soll die Spitzenkandidatin der Grünen für die Bundestagswahl, Katrin Göring-Eckardt, ans Pult gehen. Der Bundesvorsitzende der Partei, Cem Özdemir, will in Köln sprechen. Für die FDP kommt Parteichef Christian Lindner nach Dingolfing in Bayern, die Linke schickt in Passau unter anderem ihre Parteichefin Katja Kipping ins Rennen.

fn/cd/dpa

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