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Trauer am Ort des Anschlags.

Dramatische Momente in Berlin

Lkw-Todesfahrt: „Den Menschen konnte keiner helfen“

Berlin - Die Menschen stehen am Glühweinstand und freuen sich auf die anstehenden Feiertage. Dann fährt plötzlich ein dunkler Laster auf den Weihnachtsmarkt. Viele Besucher haben keine Chance.

Es ist fünf Tage vor Heiligabend, die Menschen trinken fröhlich Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche in Berlin, als das Grauen über sie hereinbricht. Gegen 20 Uhr fährt ein dunkler Lastwagen über den Bürgersteig, direkt in den Markt hinein. Auf einer Strecke von 50 bis 80 Metern werden Menschen überrollt, Buden eingedrückt, Markstände zerstört. Viele Besucher haben keine Chance. Mindestens zwölf Menschen sterben, rund 50 weitere werden teils lebensgefährlich verletzt. Bundesinnenminister Thomas de Maizière sagt, viel spreche für einen Anschlag.

Ein Live-Video auf der Facebook-Seite der „Berliner Morgenpost“ zeigt die gespenstischen Momente wenige Augenblicke nach dem Anschlag: Menschen liegen auf dem Boden, andere Besucher irren verstört umher oder versuchen per Handy ihre Angehörigen zu benachrichtigen. Überall liegt zerfetzt Weihnachtsdekoration zwischen zertrümmerten Ständen.

Wenig später ist ein Großaufgebot von Polizei und Rettungskräften am Tatort. Der gesamte Bereich zwischen Bahnhof Zoo und Zoologischer Garten - das Herz der westlichen Innenstadt - ist komplett gesperrt. Krankenwagen reihen sich aneinander. Immer wieder tragen Sanitäter mit Infusionsflaschen Schwerverletzte in die Rettungswagen. Andere Opfer werden in einem weißen Zelt nahe der Gedächtniskirche behandelt.

Wenige Meter weiter, am Rande des Weihnachtsmarkts, steht der Lastwagen - eine Zugmaschine mit Auflieger und polnischem Kennzeichen. Die Windschutzscheibe zerstört, die Frontpartie verbeult. Der Fahrer flüchtet zunächst Richtung Zoo und wird später im Bereich der Siegessäule festgenommen. Ein weiterer Mann sitzt tot auf dem Beifahrersitz. Neben dem Lastwagen knien Sanitäter, nahe daneben liegt goldene Folie der Rettungskräfte, mit der Leichen behelfsmäßig abgedeckt sind.

Aus Sicherheitskreisen verlautet wenige Stunden später, der festgenommene Tatverdächtige sei wahrscheinlich Afghane oder Pakistaner und wohl im Februar als Flüchtling nach Deutschland eingereist. Letzte Gewissheit gibt es darüber in der Nacht zunächst noch nicht.

„Ich habe Menschen am Boden liegen gesehen, verletzt“

Dilara Arslan hat das blutige Geschehen im nahe gelegenen Einkaufszentrum Bikini-Haus mitbekommen. Die Café-Mitarbeiterin sah durch die Scheiben, wie Passanten anfingen zu laufen und teils ins Einkaufszentrum hineinrannten. „Ich habe Menschen am Boden liegen gesehen, verletzt. Aber ich glaube, auch einige tot“, sagt Arslan.

Am Rand des Weihnachtsmarkts steht eine türkische Ärztin, sie trägt noch medizinische Handschuhe. Sie habe eine Stunde lang geholfen und versucht, Opfer zu reanimieren, sagte sie. Ein Mensch sei trotzdem gestorben. Außerdem habe sie mehrere abgetrennte Gliedmaßen gesehen.

Auch Havel, ein Syrer aus Aleppo, der derzeit in Brandenburg lebt und nach eigenen Angaben beim Roten Halbmond gearbeitet hat, leistete Erste Hilfe. „Es war schrecklich.“ Rund zwei Dutzend Menschen hätten auf dem Boden gelegen, viele davon mit Kopfverletzungen.

Ein 62-jähriger Mann, der seinen Namen nicht nennen will, berichtet, dass der Laster aus Richtung Ku'damm gekommen war. „Ich habe gesehen, wie unter dem Lkw vier Personen lagen.“ Die lagen da drunter, die waren eingeklemmt. Denen konnte da keiner helfen.“

Mit versteinerter Miene betritt Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) den Tatort. „Was wir hier sehen, ist dramatisch.“

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dpa

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