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Im Auge des Sturms: Ralph Brinkhaus nach seiner Wahl zum neuen Unions-Fraktionsvorsitzenden

„Neuer Schwung, nicht gegen die Kanzlerin“

Löst er die „Kanzlerinnen-Dämmerung“ aus? Das ist Kauder-Besieger Ralph Brinkhaus

Die Kanzlerin stürzen - das will Ralph Brinkhaus eigentlich nicht. Dennoch löst seine Wahl zum Unions-Fraktionschef ein mittleres Erdbeben aus. So tickt Volker Kauders Nachfolger:

Berlin - Für wen das Herz von Ralph Brinkhaus schlägt, zeigt schon ein flüchtiger Blick auf seinen Schreibtisch. Da steht ein weißer Keramik-Geißbock. Der Westfale ist auch Mitglied im 1. FC Köln Fanclub des Bundestags, der „Koalition Rut-Wiess“. Im Revoluzzerjahr 1968 in Rheda-Wiedenbrück geboren, wagte Brinkhaus (50) die Revolution in der Unionsfraktion - und das mit Erfolg. 

Alle Neuigkeiten zum überraschenden Ausgang der Kampfabstimmung in der Unions-Fraktion finden Sie in diesem Artikel

Erstmals musste sich Volker Kauder, seit 13 Jahren Chef der Bundestagsfraktion von CDU/CSU einer Kampfabstimmung stellen. Aber der bisherige Stellvertreter Brinkhaus informierte brav vorab die Kanzlerin und Kauder. Und er verliert über Kauder kein böses Wort, er ist auch nicht der Typ, der in den Hinterzimmern um Stimmen feilscht.

Neuer Unions-Fraktionschef: Brinkhaus will „frischen Wind“ - aber keine Rebellion gegen Merkel

Sein Programm: Nach 13 Jahren Kauder brauche es neue Köpfe, Aufbruch, frischen Wind „Ich kandidiere für neuen Schwung in der Fraktion, nicht gegen die Kanzlerin“, betont er, dass er loyal zu Angela Merkel steht. Als Finanz- und Haushaltspolitiker hat er sich einen Namen gemacht, leise und freundlich im Ton, durchsetzungsstark in der Sache. In die CDU kam er schon zu Schulzeiten über die Junge Union. Anfangs belächelt für seine Kandidatur, zog er westfälisch-stur das Ding durch - und war schnell mehr als nur ein krasser Außenseiter.

Er meint, man müsse viel stärker für den Zusammenhalt im Land kämpfen - aber nicht mit immer höheren Sozialleistungen. „Wir können die Gräben in der Gesellschaft nicht mit Haushaltsmitteln zuschütten.“ Anders als Kauder, der sich anfangs niemals mit AfD-Politikern in eine Talkshow setzen wollte, will Brinkhaus verstärkt „mit jenen ins Gespräch zu kommen, die sich von uns abgewandt haben.“ Auch im Mittelstand gebe es immer mehr Protestwähler, „um die wir uns stärker als bisher kümmern müssen“, so Brinkhaus.

dpa

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