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Serbiens Premierminister Aleksander Vucic.

Serbien soll Selbständigkeit der früheren Provinz akzeptieren

Lösung der Kosovo-Krise nach deutschem Modell?

Belgrad - Die jahrzehntelang schwelende Krise um den jüngsten europäischen Staat Kosovo soll nach dem Vorbild der beiden deutschen Staaten vor der Wende gelöst werden. Das berichteten die serbischen Zeitungen übereinstimmend am Samstag in Belgrad.

Seit Jahren geht trotz aller EU-Vermittlungen in der Kosovokrise nichts weiter - trotz aller angeblich historischen Durchbrüche. Jetzt soll eine Lösung nach dem Modell der BRD und DDR kommen, wie serbische Zeitungen berichten.

Danach verlangt Brüssel bei der bis zum Jahresende geplanten Eröffnung der EU-Beitrittsverhandlungen, dass Serbien die Selbstständigkeit seiner früheren Provinz akzeptieren muss, ohne sie völkerrechtlich anzuerkennen. Belgrad hatte bisher darauf bestanden, dass das seit sieben Jahren unabhängige und fast nur noch von Albanern bewohnte Kosovo weiter zu seinem Staatsgebiet gehöre.

„Brüssel zwingt uns das Modell der zwei Deutschlands auf“, schrieb die Regierungszeitung „Novosti“ auf ihrer Titelseite. „Messer in den Rücken aus der EU“, titelte die Zeitung „Blic“. Schon vor zwei Tagen hatte Serbiens Regierungschef Aleksandar Vucic die Pläne ohne nähere Einzelheiten als „entsetzliches Papier“ kritisiert.

Die EU-Pläne sollen nach diesen Informationen vorsehen, dass Serbien große Teile des von ihm beanspruchten Eigentums im Kosovo abtreten und auch Zugeständnisse im Energiesektor machen muss. Daneben soll Belgrad endlich seine Zahlungen an die serbische Minderheit im Norden des Kosovos weitgehend einstellen. Schließlich sollen die Grenze zwischen den beiden Nachbarn festgelegt und dem Kosovo die Mitgliedschaft in internationalen Organisationen ermöglicht werden.

dpa

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