Reform bei Minijobs gefordert

Frauen verdienen weiterhin weniger als Männer

Berlin - Frauen verdienen in Deutschland weiterhin deutlich weniger Geld als Männer. Zur Beseitigung der Entgeltlücke hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) eine grundlegende Reform der Minijobs gefordert.

Viele Frauen blieben „in der Sackgasse Minijob regelrecht stecken und steuern damit direkt in die Altersarmut“, begründete die DGB-Vizevorsitzende Ingrid Sehrbrock am Dienstag in Berlin den Vorstoß. „Minijobs werten die Qualifikation von Frauen ab.“

Die Verdienstunterschiede zwischen Männern und Frauen haben sich in Deutschland im vergangenen Jahr nicht verändert. Die Differenz bei den durchschnittlichen Stundenlöhnen betrug 2012 wie in den Vorjahren 22 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden berichtete.

Etwa zwei Drittel der Lücke erklären die Statistiker mit strukturellen Gründen, dass nämlich Frauen eher in schlechter bezahlten Berufen und im Schnitt auf niedrigeren Führungsstufen arbeiten. Das letzte Drittel der Lohnlücke zwischen den Geschlechtern (Gender Pay Gap) lässt sich daraus nicht interpretieren. Im Osten ist die Brutto-Lücke kleiner als im Westen.

Deutschland steht bei den Einkommensunterschieden zwischen Männern und Frauen im EU-Vergleich an drittletzter Stelle. Nach einer Erhebung des EU-Statistikamtes Eurostat für 2011 waren die unbereinigten Lohnabweichungen nur in Estland (27,3 Prozent) und Österreich (23,7) höher als in der Bundesrepublik (22,2).

Hingegen lagen in Slowenien, Polen, Italien und Luxemburg die Einkommensunterschiede bei weniger als 10 Prozent. Laut Eurostat hat sich in Deutschland zwischen 2005 und 2011 die Differenz des durchschnittlichen Brutto-Stundenverdienstes von Frauen gegenüber Männern um 0,5 Prozentpunkte verringert. Das EU-Mittel ging im gleichen Zeitraum um 1,5 Punkte auf 16,2 Prozent zurück.

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Jüngste Berechnungen des Statistischen Bundesamtes sehen die unbereinigte Lohndifferenz zwischen Männern und Frauen in Deutschland auch 2012 bei 22 Prozent. Darin sind strukturelle Einflussfaktoren aber nicht berücksichtigt - wie Branchen, Berufe und Positionen sowie Teilzeit- oder geringfügige Beschäftigungen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

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