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Das Restaurant "Nobelhart & Schmutzig" will keine AfD-Mitglieder.

Verboten sind Waffen, Handys und AfDler

Lokalbesitzer: „Ich möchte keine AfD-Leute bedienen“

Berlin - Billy Wagner verwehrt AfD-Mitgliedern per Sticker den Zutritt zu seinem Szene-Lokal - auch und gerade Alexander Gauland. Diskriminiert er damit? Dem Besitzer ist das egal.

14,2 Prozent waren Billy Wagner einfach zu viel. So hoch war der Stimmenanteil der AfD bei der Wahl des Abgeordnetenhauses in Berlin, Mitte September 2016.

Und deren Mitglieder möchte der Besitzer des Berliner Szene-Lokals „Nobelhart & Schmutzig" nicht mehr in seinem Haus haben. Kenntlich macht Wagner das seit Ende November eindeutig mit einem Sticker an der Tür. Neben Handys, Kameras und Waffen sind also nun auch AfDler nicht erwünscht. Die Meinungen unter dem Post der Bekanntgabe könnten unterschiedlicher kaum sein. Manche lobten, andere werden so schnell nicht wiederkommen.

Im Interview mit der Zeit erklärt Wagner den Zug: „Ich möchte ganz ehrlich sein: Mir ist die AfD nicht geheuer. Deren Politiker poltern ständig drauflos, manchmal auf übelste Art und Weise, sie sprechen die niedersten Instinkte der Menschen an. Mir wird es da einfach angst und bange.“

Wagner: „Ich werde nicht meinen Mund halten.“

Nach der Senatswahl sei er geschockt mit Freunden zusammengesessen. Er beschloss: „Ich werde nicht meinen Mund halten. Ich werde meine Meinung sagen. So bin ich auch erzogen worden.“

Doch inwiefern ist das diskriminierend? Das kürzlich erneut mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete Lokal liegt im Stadtteil Berlin-Kreuzberg. Ein Viertel also, das von Toleranz geprägt ist und unterschiedlichste Kulturen zusammenführt. 

Wagner: Das würde er mit Gauland machen

Wagner sagt im Blatt, er wolle dieses weltoffene Berlin verteidigen: „Wer intolerant gegenüber anderen ist, hat von mir keine Toleranz zu erwarten.“ Ob das der AfD nun etwas bringt oder ihr schadet, weiß Wagner nicht. Für ihn zählt nur: „Ich bin Egoist. Ich betreibe das Restaurant nur, weil ich es so will. Die Menschen sitzen gewissermaßen am meinem privaten Küchentisch, es ist, als wären sie bei mir zu Hause.“ Er dürfe entscheiden wer kommen kann und wer nicht. „Und ich möchte keine AfD-Leute bedienen.“

Die Demokratie müsse AfD-Meinungen aushalten. Er in seinem Restaurant nicht. Und käme doch mal AfD-Vize Alexander Gauland vorbei, „dann sage ich, dass ich ausgebucht bin. Manche Leute will ich hier einfach nicht haben.“

mm/tz

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