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Die Polizei hat die Gegend um den Tatort abgesperrt.

Minivan rast in Fußgänger

London-Ticker: Täter wohl identifiziert - psychische Probleme

Ein Transporter hat in London in der Nacht zum Montag mehrere Fußgänger erfasst und verletzt. Ein Mann wurde dabei getötet. Die Polizei bestätigte zudem eine Festnahme. 

London - Ein Notruf sei kurz nach Mitternacht (01.20 Uhr MESZ) eingegangen, der einen "Zusammenstoß zwischen einem Fahrzeug und Fußgängern" gemeldet habe, erklärte die Polizei.

  •  Am Montagmorgen ist im Londoner Stadtteil Finsbury Park in der Seven Sister Road ein Transporter in eine Menschenmenge gerast.
  • Bei dem blutigen Zwischenfall ist ein Mann getötet worden, zehn Verletzte wurden in Krankenhäuser gebracht.
  • Bei den Opfern handelt es sich nach Angaben des Scotland Yard um Angehörige einer muslimischen Gemeinde, die nach dem Gebet auf  die Straße getreten waren.
  • Die Polizei hat den mutmaßlichen Fahrer des Vans festgenommen. 
<<<AKTUALISIEREN>>>

11.17 Uhr:

Die britische Tageszeitung

The Guardian veröffentlichte in einem ihrer Artikel

ein Video, in dem die Festnahme des Täters Darren O. zu sehen ist. Anwesende hatten die dramatischen Szenen direkt nach der Attacke in Finsbury Park mit ihren Handys gefilmt.

10.52 Uhr: Nach der Attacke auf Muslime vor einer Moschee in London ist der Täter nach übereinstimmenden Medienberichten identifiziert. Er soll psychische Probleme haben. Es handelt sich demnach um den 47-jährigen Darren O. aus Cardiff, einen vierfachen Familienvater. Scotland Yard wollte dies am Dienstag auf Anfrage nicht kommentieren.

Das geschah am Montag, den 19. Juni

16.20 Uhr: Nach der Attacke mit einem Lieferwagen in London hat Premierministerin Theresa May in der Finsbury-Park-Moschee Vertreter verschiedener Religionsgruppen getroffen. „Die furchtbare Terrorattacke der vergangenen Nacht war eine schlimme Tat, die der Hass hervorgebracht hat“, sagte May. Der Anschlag habe eine Gemeinde erschüttert. Daher sei sie froh, Menschen „aller Glaubensrichtungen“ getroffen zu haben, die „jeglichen Hass und Extremismus“ aus der Gesellschaft vertreiben wollten.

16.08 Uhr: Londons Bürgermeister Sadiq Khan hat den Tatort in Finsbury Park besucht. Gegenüber ITV News sagte er auch in Erinnerung an die anderen Terror-Attacken: „Es waren schreckliche Wochen für London“. Dennoch werde London „eine starke Stadt“ bleiben, die sich nicht vom Terrorismus einschüchtern lasse. Er schloss seine kurze Ansprache mit den Worten: „Wir sind heute vereint und werden eine Gemeinschaft bleiben“.

15.20 Uhr: Der Angriff mit einem Lieferwagen im Norden Londons war „ganz klar eine Attacke auf Muslime“. Das sagte Scotland-Yard-Chefin Cressida Dick am Montag in London. „Wir nehmen jede Art von Hasskriminalität sehr ernst“, sagte die Londoner Polizeichefin weiter. Die Täter würden die Gesellschaft nicht spalten. Vielmehr würden sie die Entschlossenheit der Polizei stärken, gegen solche Verbrechen vorzugehen, so Dick.

14.52 Uhr: In einem Überblicks-Artikel haben wir den aktuellen Informationsstand für Sie zusammengefasst.

13.29 Uhr: Bei dem 48 Jahre alten Tatverdächtigen handle es sich um einen weißen Mann, sagte Premierministerin May. Die Polizei gehe derzeit davon aus, dass er allein gehandelt habe. Zuvor hatten Augenzeugen CNN zufolge von zwei weiteren Männern berichtet, die vom Tatort geflohen seien.

13.19 Uhr: Nach dem mutmaßlichen Anschlag auf Muslime in London hat die britische Premierministerin Theresa May versichert, ihre Regierung werde gegen Terrorimus und Extremismus jeglicher Art kämpfen.Sie verurteilte den Terroranschlag in London als „widerlich“. Das Land werde sich durch die Tat aber nicht spalten lassen, sagte die Regierungschefin nach einer Krisensitzung in Westminster am Montag. Die blutige Attacke erinnere daran, dass "Terrorismus, Extremismus und Hass viele Formen annehmen", sagte May am Montag in der Downing Street. "Unsere Entschlossenheit, sie zu bekämpfen, muss dieselbe sein, wer auch immer verantwortlich ist." Bei dem Vorfall in der Nacht handele es sich um einen Angriff auf Muslime in der Nähe ihres Gotteshauses, sagte May vor Journalisten.

12.53 Uhr: Der bei dem Terroranschlag nahe einer Londoner Moschee benutzte Lieferwagen stammt aus Wales. Er wurde von einer Firma in Pontyclun in der Nähe der walisischen Hauptstadt Cardiff ausgeliehen, sagte der Minister für Wales, Alun Cairns, am Montag. Die Polizei in Südwales arbeite mit den Ermittlern von Scotland Yard zusammen.

12.34 Uhr: Fast wäre es dem Fahrer nach seiner Attacke wohl selbst an den Kragen gegangen. Das berichtet Toufik Kacimi, der Leiter des Gebetshauses, vor dem der Zwischenfall passierte, dem britischen Fernsehsender Sky News. Denn ein wütender Mob habe sich auf den 48-Jährigen gestürzt. Doch der Imam der Moschee habe eingegriffen und Schlimmeres verhindern können. Mohammed Mahmoud soll sich Augenzeugenberichten zufolge schützend vor den Terrorverdächtigen gestellt haben, der aus dem Lieferwagen gezerrt worden war. „Fasst ihn nicht an“, habe er demnach Menschen entgegengerufen, die sich wütend auf den Mann gestürzt hatten. Toufik Kacimi, der Vorsitzende des Moscheevereins des Muslim Welfare House, vor dem der Anschlag stattfand, nannte den Imam später „Held des Tages.“

12.22 Uhr: Die Bundesregierung hat die Lieferwagen-Attacke auf Menschen in der Nähe einer Moschee in London verurteilt. Zwar seien die Hintergründe noch nicht geklärt, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Es spreche aber einiges dafür, dass es eine „Tat aus blindem Hass“ sei. „Das würde es einreihen in die terroristischen Taten der letzten Wochen und Monate.“ Die Regierung sprach den Opfern ihr Beileid aus. „Unser tiefes Mitgefühl gilt den Opfern und Angehörigen, den Menschen in dieser Moscheegemeinde und überhaupt allen unseren Freunden in London und Großbritannien, denen es derzeit kaum vergönnt ist, Ruhe zu finden.“

12.14 Uhr: Bei dem Vorfall in im Londoner Stadtteil Finsbury Park wurde erneut ein Fahrzeug zur Waffe. Seit vergangenem Jahr ist dies immer häufiger zu beobachten. Einen Überblick finden Sie hier.

11.42 Uhr: EU-Chefunterhändler Michel Barnier hat den Briten sein Beileid ausgesprochen. „Meine allerersten Worte sollen mein tiefes Mitgefühl mit dem britischen Volk zum Ausdruck bringen, das mit tragischen Ereignissen konfrontiert ist“, sagte Barnier am Montag in Brüssel zum Auftakt der EU-Verhandlungen mit Großbritannien über einen Austritt des Landes aus der Europäischen Union. Sein Gegenüber, der britische Brexitminister David Davis, erinnerte ebenfalls an den tödlichen Angriff. „Unsere Gedanken sind heute Morgen zurecht bei den Opfern und Familien des furchtbaren Angriffs in London vergangene Nacht oder am frühen Morgen“, sagte Davis. „In solch schweren Zeiten werden wir an die Werte und Entschlossenheit erinnert, die wir mit unseren engsten Verbündeten in Europa teilen.“

11.27 Uhr: Der blutige Vorfall nahe einer Moschee in London ist nach Angaben von Augenzeugen ein gezielter Angriff auf Muslime gewesen. Der Fahrer des Lieferwagens habe nach der Tat "Alle Muslime! Ich will alle Muslime töten!" gerufen, sagte der Augenzeuge Khalid Amin am Montag in der BBC. Der Mann habe seinen Wagen nahe der Moschee im Stadtteil Finsbury Park vorsätzlich in die Menge gesteuert und die Menschen "einfach überfahren".

11.25 Uhr: Anti-Terror-Ermittler Neil Basu gab bekannt, dass die Todesursache des gestorbenen Mannes noch unklar sei. Er wurde demnach gerade von Rettungskräften versorgt, als der Lieferwagen in die Menschenmenge raste. Später sei der Mann am Tatort verstorben. Ob es zwischen seinem Tod und dem mutmaßlichen Anschlag einen Zusammenhang gebe, müssten die Ermittlungen zeigen, sagte Basu.

11.03 Uhr: Großbritanniens Oppositionsführer Jeremy Corbyn hat nach der Attacke auf Menschen in der Nähe einer Moschee in London angekündigt, in dem betroffenen Gotteshaus zu beten. Das kündigte er am Montagmorgen im Kurznachrichtendienst Twitter an. Der Vorsitzende der oppositionellen Labour-Partei ist Wahlkreisabgeordneter des Londoner Stadtteils, in dem der Angriff in der Nacht zu Montag passierte.

10.34 Uhr: Neil Basu vom Scotland Yard erklärte am Montagmorgen, dass es neben dem Fahrer des Transporters keine weiteren Verdächtigen gebe. Man habe auch keine Waffen wie etwa Messer bei dem Fahrer des Lastwagens gefunden.

10.12 Uhr: Bei den Opfern des blutigen Zwischenfalls handelt es sich nach Angaben des Scotland Yard ausschließlich um Angehörige der muslimischen Gemeinde, die nach dem Ende eines Gebets auf die Straße getreten waren.

Polizei bestätigt Festnahme 

Ein 48-jähriger Mann, angeblich der Fahrer des Transporters, soll nach Angaben von CNN noch am Tatort festgenommen worden sein. Die Polizei hat die Festnahme des 48-jährigen Fahrers mittlerweile bestätigt.

Der Mann soll Augenzeugen zufolge gerufen haben: „Ich habe meinen Teil getan“. Das berichtete Toufik Kacimi, der Leiter des Gebetshauses, vor dem der Zwischenfall passierte, im britischen Sender Sky News. Wie Kacimi weiter berichtete, schützte der Imam der benachbarten Moschee den Fahrer vor einem wütenden Mob Umstehender, nachdem er den Lieferwagen verlassen hatte.

Ein Foto von dem Mann wurde bislang noch nicht veröffentlicht.

Ist der Täter psychisch krank? 

Augenzeugen hatten den Fahrer des Lieferwagens nach Polizeiangaben festgehalten, bis Beamte eintrafen und ihn festnahmen. Der Mann sei „als Vorsichtsmaßnahme“ in ein Krankenhaus gebracht worden und werde auf seine psychische Gesundheit untersucht.

Augenzeugen berichten, dass der Täter groß und hellhäutig sei.

Anti-Terror-Ermittler übernahmen die Untersuchung des Vorfalls, der sich nahe einer Moschee im Stadtteil Finsbury Park ereignete. Die Hintergründe waren zunächst unklar.

Der Stadtteil Finsbury Park liegt um Nordosten der britischen Hauptstadt. Die Polizei riegelte die Gegend um die Seven Sisters Road ab.

London: Moschee im Stadtteil Finsbury Park

Gibt es weiter Verdächtige?

Neil Basu vom Scotland Yard erklärte am Montagmorgen, dass es neben dem Fahrer des Transporters keine weiteren Verdächtigen gebe. Man habe auch keine Waffen wie etwa Messer bei dem Fahrer des Lastwagens gefunden. „Das war eine Attacke auf London und alle Londoner“, sagte Basu weiter. Scotland-Yard-Chefin Cressida Dick kündigte angesichts des Vorfalls an, dass zusätzliche Beamte im Einsatz sein würden, auch in der Nähe von muslimischen Einrichtungen.

Medienberichten zufolge wollen Augenzeugen hingegen zwei Männer gesehen haben, die aus dem Minivan ausgestiegen seien, nachdem dieser in die Menschengruppe gefahren war.

Nach Angaben des Britischen Rats der Muslime ereignete sich der Vorfall vor einem muslimischen Gemeinschaftshaus in der Nähe einer Moschee im Stadtteil Finsbury Park - nicht direkt vor der Moschee, wie es der Rat zunächst mitgeteilt hatte. Aus seiner Sicht könnte es sich um einen gezielt gegen Muslime gerichteten Anschlag gehandelt haben. „Von den Augenzeugenberichten her scheint es, als wäre der Täter von Islamhass motiviert gewesen“, schrieb der Rat am frühen Montagmorgen auf Twitter.

Theresa May: „schrecklichen Zwischenfall“

Die britische Premierministerin Theresa May sprach von einem „schrecklichen Zwischenfall“. Sie teilte am frühen Morgen mit: „All meine Gedanken sind mit jenen, die verletzt wurden, mit deren Angehörigen und mit den Rettungskräften vor Ort.“ Sie wollte am Morgen eine Krisensitzung einberufen.
Auch der Vorsitzende der oppositionellen Labour-Partei, Jeremy Corbyn, zeigte sich „total schockiert“.

Großbritanniens Ex-Premierminister David Cameron verurteilte die Attacke und rief zu Geschlossenheit auf. Von einer „entsetzlichen terroristischen Attacke auf friedlich betende Muslime“, schrieb er im Kurznachrichtendienst Twitter. „Wir alle müssen gegen solches Böse zusammenstehen.“ 

Ähnlich äußerte sich auch der Bürgermeister von Manchester, Andy Burnham: „Gedanken sind bei jedem Betroffenen der Finsbury Park-Attacke“, schrieb er auf Twitter. „Wir werden weiter zusammenstehen gegen Extremisten, die einen Teufelskreis der Gewalt wollen.“

Muslime unter den Opfern

Bei den Opfern des blutigen Zwischenfalls handelt es sich nach Angaben des Scotland Yard ausschließlich um Angehörige der muslimischen Gemeinde, die nach dem Ende eines Gebets auf die Straße getreten waren. Unklar war zunächst, ob das Fahrzeug mit Absicht in die Menschenmenge gesteuert wurde. Mehrere Medien zitierten Augenzeugen, die dies bejahten.

Mohammed Kozbar, der Vorsitzende der Moschee, sagte der Boulevard-Zeitung „The Sun“: „Wer immer das getan hat, wollte Menschen verletzen. Das ist eine Terrorattacke.“ Das Fahrzeug, das Passanten rammte, soll dem „Sun“-Bericht zufolge ein gemieteter weißer Lieferwagen sein. Ein solches Fahrzeug war auch auf diversen Bildern vom Ort des Geschehens zu sehen.

Londoner Bürgermeister verurteilt „fürchterlichen Terroranschlag“

Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan hat den Zwischenfall vor einem muslimischen Gemeinschaftshaus als Terroranschlag bezeichnet. 

„Die Londoner Polizei ist nach einem fürchterlichen Terroranschlag auf unschuldige Menschen in Finsbury Park im Einsatz“, schrieb er am frühen Montagmorgen auf Facebook. 

Die kompletten Details seien noch nicht bekannt, „aber das war klar ein gezielter Angriff auf unschuldige Londoner, von denen viele gerade die Gebete während des heiligen Monats Ramadan beendeten“, schrieb Khan weiter. Seine „Gedanken und Gebete“ seien bei allen Betroffenen.

Gläubige Muslime in aller Welt fasten im Ramadan. Im Fastenmonat Ramadan verzichten fromme Muslime von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang auf Essen noch Trinken. Mehr Information zum Ramadan 2017 finden Sie hier bei Merkur.de*.

Terror erschüttert London

Die Millionenstadt war erst kürzlich zum Schauplatz eines blutigen Terroranschlags geworden: Am 3. Juni hatten auf der London Bridge und am Borough Market drei Terroristen mindestens zehn Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt. Die Täter wurden kurz darauf von Polizisten erschossen.

Minivan rast in Fußgänger vor Londoner Moschee

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.


AFP/dpa/ml

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