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Die geplante Gymnasiumsreform sorgte am Donnerstag für einen lautstarken Streit im Landtag.

Heftiger Streit im Bildungsausschuss

Spaenle und Opposition streiten über Gymnasiumsreform

München - Die geplante Reform des Gymnasiums hat für teils lautstarken Streit im Landtag gesorgt. Im Bildungsausschuss gerieten Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) und die Opposition am Donnerstag heftig aneinander.

SPD, Freie Wähler und Grüne warfen Spaenle vor, sich um klare Aussagen zu drücken. Zudem wolle er beim G8 als Grundmodell bleiben - obwohl die klare Mehrheit der Schüler ein neunjähriges Gymnasium wolle.

Spaenles „Wischi-Waschi“ sei keine Basis für eine Diskussion, sagte der Ausschussvorsitzende Martin Güll (SPD). Spaenle reagierte erbost und verteidigte vehement den neuerlichen Dialogprozess der Regierung mit Verbänden, Kommunen und vielen anderen Beteiligten. Er warf der Opposition im Gegenzug Heuchelei und ein „obrigkeitshöriges Politikverständnis“ vor.

Das Kabinett hatte auf seiner Sommerklausur beschlossen, dass es künftig ein Nebeneinander von acht- und neunjährigen Gymnasien in Bayern geben soll. Demnach sollen die einzelnen Schulen völlig frei entscheiden dürfen, ob sie vom Schuljahr 2018/19 an oder auch später bei der achtjährigen Dauer bleiben, auf ein neunjähriges Modell wechseln oder im Einzelfall auch beide Varianten parallel anbieten. Die konkrete Ausgestaltung ist jedoch weitestgehend unklar. Darüber soll nach Abschluss der Dialogphase im neuen Jahr entschieden werden.

Spaenle betonte aber, man gehe von einer Grundkonzeption von acht Schuljahren aus - auch bei der künftigen neunjährigen Variante. Das Gymnasium sei auf einen Stoffumfang von acht Jahren ausgerichtet und solle dies auch bleiben. „Die Einheitlichkeit des bayerischen Gymnasiums ist bei so einer Vorgehensweise gewahrt“, sagte er.

Güll klagte dagegen, man könne nicht von einer Basis von acht Jahren ausgehen, wenn sich am Ende 75 oder 80 Prozent der Schüler für die neunjährige Variante entschieden. Deshalb brauche man eine neunjährige Grundstruktur. Die CSU wolle aber auf der G8-Schiene bleiben, weil das neue Modell „ums Verrecken“ nicht G9 heißen dürfe. Weite Teile der CSU hatten eine Abkehr vom G8 lange abgelehnt. Thomas Gehring (Grüne) sagte, letztlich bleibe es eben doch beim G8.

Michael Piazolo (Freie Wähler) forderte, Spaenle müsse endlich sagen, wie die neunjährige Variante konkret aussehen solle. „Sie sind Politiker, Sie sind hier nicht Günther Jauch“, betonte er. „Und wir sind auch in keiner Selbstfindungsgruppe bei dem Ganzen.“ Spaenle und weitere CSU-Politiker wiesen die Kritik am Dialogprozess teils lautstark zurück. „Ich sehe hier die Bereitschaft zum bewussten politischen Missverständnis“, warf Spaenle der Opposition vor.

An den 47 „Pilotschulen“, an denen die Staatsregierung eine neunjährige Variante erproben lässt, hatten sich zuletzt rund zwei Drittel der betroffenen Schüler für den neunjährigen Weg entschieden.

dpa

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