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Nach seinem Auftritt vor dem Untersuchungsausschuss erntet Sebastian Edathy nun scharfe Kritik.

Minister kritisiert "Schmierentheater"

Fall Edathy: Scharfer Angriff vom Parteikollegen

Berlin - Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) übt scharfe Kritik an seinem Parteikollegen Sebastian Edathy.

Dessen öffentlicher Auftritt, bei dem er einem SPD-Kollegen vorwarf, ihn vor Ermittlungen wegen Kinderpornografie gewarnt zu haben, sei ein "großes Schmierentheater" gewesen, sagte Maas der neuen Ausgabe des Magazins "Spiegel". "Da wurde eine Ansammlung von Gerüchten und Vorwürfen präsentiert, garniert mit vermeintlichen SMS-Botschaften." So lasse sich keine ehrliche Auseinandersetzung führen, kritisierte Maas.

Edathy beteuert nach wie vor, nur legale Nacktfotos von Kindern bestellt zu haben. Maas sieht ihn trotzdem in der moralischen Verantwortung: "Vorzuwerfen ist ihm, dass er diese Bilder gekauft hat und trotzdem noch immer kein einziges Wort des Bedauerns für die missbrauchten Kinder findet. Das sind nämlich die wahren Opfer." Anbieter solcher Fotos, wie Edathy sie genutzt habe, "missbrauchen in der Regel viele der Kinder im gleichen Shooting für harte Pornografie", sagte Maas. "Davor kann man nicht die Augen verschließen."

Edathy hatte sich im Februar aus dem Bundestag zurückgezogen und ist inzwischen angeklagt, sich kinderpornografisches Material beschafft zu haben. Kurz vor Weihnachten hatte er sich vor der Hauptstadtpresse und dem Untersuchungsausschuss des Bundestags zu der Affäre geäußert. Er belastete dabei vor allem den SPD-Abgeordneten Michael Hartmann und den früheren Chef des Bundeskriminalamts (BKA), Jörg Ziercke.

Edathy-Affäre: Die wichtigsten Personen

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AFP

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