CSU macht Ernst: Deutsch-Pflicht auf Pausenhöfen

- München - Die CSU-Landtagsfraktion will per Antrag eine Deutsch-Pflicht auf allen bayerischen Schulhöfen durchsetzen. Das Kultusministerium solle darauf hinwirken, dass entsprechende "Übereinkommen" zwischen Schülern, Eltern und Lehrern geschlossen werden. Die Diskussion um die Deutsch-Pflicht an Schulen war bereits im Januar entbrannt, als bekannt wurde, dass an einer Berliner Realschule Deutsch als ausschließliche Verständigungssprache eingeführt wurde.

Schon damals hatte Kultusminister Siegfried Schneider (CSU) angekündigt, diese Regel auch an bayerischen Schulen zu verankern - aber nur dort, wo sich Lehrer, Eltern und Schüler freiwillig darauf verständigen.

Der Vorstoß der CSU-Landtagsfraktion liest sich anders: Deutsch soll "auf allen Schulhöfen der bayerischen Schulen" Pflicht werden, heißt es in dem Antrag, der vom CSU-Bildungsexperten Gerhard Waschler mitinitiiert worden ist. Ob dazu eine Gesetzesänderung notwendig ist oder eine Verordnung ausreicht, ließ Waschler gegenüber unserer Zeitung offen. Wichtig sei eine Sanktionsmöglichkeit bei Schulen, die sich weigerten, die Deutsch-Pflicht einzuführen.

Bei Lehrern und Eltern stieß der Vorstoß auf ein verhaltenes Echo. "Wenn Schulen das für sich machen, ist nichts dagegen zu sagen", erklärte Ursula Walther vom Bayerischen Elternverband. "Man darf nicht zu puristisch werden", kommentierte Max Schmidt vom Bayerischen Philologenverband. Klaus Wenzel vom BLLV bezweifelte die Durchsetzbarkeit. Niemand könne die Schulhöfe kontrollieren.

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