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Wer wird seine rechte Hand? Emmanuel Macron am Sonntag

Spannender Montag

Macron ernennt Premier - und reist zu Merkel nach Berlin

Paris/Berlin - Keine Verschnaufpause in Frankreich: Schon am Montag will Emmanuel Macron seinen Premier benennen. Danach kommt der neue Präsident schon nach Berlin.

Update vom 15. Mai 2017: Am Montagabend trifft der neue französische Staatspräsident Emmanuel Macron auf Bundeskanzlerin Angela Merkel. Merkur.de berichtet im News-Ticker.

Der neue französische Präsident Emmanuel Macron reist am Montag zu seinem Antrittsbesuch bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin. Bei dem Gespräch im Kanzleramt (17.30 Uhr) dürften europapolitische Fragen und die deutsch-französische Zusammenarbeit im Mittelpunkt stehen. Der 39-jährige Pro-Europäer wirbt für eine Vertiefung der europäischen Integration und eine Stärkung der Eurozone. Er setzt dabei auf eine enge Zusammenarbeit mit Berlin. 

Vor seiner Reise will Macron seinen Premierminister ernennen. Als heißer Anwärter auf den Posten gilt der konservative Bürgermeister der Hafenstadt Le Havre, Edouard Philippe. Macron will vor der Parlamentswahl im Juni die Grundlage für ein breites politisches Bündnis legen, um seine sozialliberalen Reformvorhaben durchsetzen zu können.

Macron will ein „politischeres Europa“

Bei seinem Amtsantritt hatte Macron am Sonntag Reformen der Europäischen Union gefordert. „Wir brauchen ein effizienteres, demokratischeres, politischeres Europa“, sagte er. „Daran werde ich arbeiten.“ Macron löste mit einer feierlichen Zeremonie im Élyséepalast seinen Vorgänger François Hollande ab. Der sozialliberale 39-Jährige ist der jüngste französische Präsident aller Zeiten. 

In Deutschland sind die europapolitischen Forderungen Macrons in Teilen der Politik umstritten. Er will die Währungsunion weiterentwickeln und einen eigenen Haushalt sowie einen Finanzminister für die Eurozone installieren. Frankreich ist Deutschlands engster EU-Partner. Macron hatte im Wahlkampf eine klar pro-europäische Linie vertreten und damit die Rechtspopulistin und EU-Gegnerin Marine Le Pen deutlich geschlagen.

Diplomatischer Berater kommt aus Berlin zu Macron

Noch am Sonntagabend wurde bekannt, dass Macron einen seiner wichtigsten Berater aus Deutschland nach Paris rufen wird: Der bisherige französische Botschafter in Berlin, Philippe Etienne, wird diplomatischer Berater des neuen Präsidenten. Das wurde am Sonntag aus dem Umfeld Macrons bestätigt. Der 61 Jahre alte Deutschland-Kenner, wie Macron Absolvent der französischen Elite-Verwaltungshochschule ENA, bekommt damit eine wichtige Funktion im Pariser Élyséepalast. Etienne war seit 2014 Frankreichs Botschafter in Berlin.

AFP/dpa/fn

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