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Trifft sich heute mit Frankreichs neuem Präsidenten: Wladimir Putin.

Russlands Präsident gilt pro Le Pen

Macron trifft Putin: Alles vergeben und vergessen?

Frankreichs Präsident Macron traf bereits seinen US-Kollegen Trump und Kanzlerin Merkel. Nun ist Kremlchef Putin an der Reihe, der wohl lieber Front-National-Chefin Marine Le Pen als Präsidentin gesehen hätte. Kommt es zum Neustart der angespannten Beziehungen?

Paris - Frankreichs neuer Staatschef Emmanuel Macron hat es eilig. Im Schnelldurchgang trifft der 39-Jährige die Chefs der wichtigsten Weltmächte, Gelegenheiten gab es dazu beim Nato-Gipfel in Brüssel und beim G7-Treffen im sizilianischen Taormina in der zurückliegenden Woche genug. Für seinen russischen Amtskollegen Wladimir Putin fand sich rasch ein würdiger Anlass in Frankreich: Die Eröffnung einer Ausstellung über den Zaren Peter der Große. Das Ambiente: Schloss Grand Trianon im Park von Versailles. Doch der prunkvolle Rahmen könnte täuschen, das bilaterale Verhältnis dürfte sich eher schwierig gestalten, meinen Experten.Denn russische Medien bezogen im Wahlkampf Stellung gegen Macron und Putin gilt als Unterstützervon Marine Le Pen, Chefin des rechtspopulistischen Front National.

Ziemlich beste Freunde: Marine Le Pen und Wladimir Putin.


Putin kommt gut drei Wochen nach der Wahl Macrons. Was ist der Grund?

Macron ergriff laut Medienberichten die Initiative, lud Putin ein. Der 39-Jährige will die wichtigsten Amtskollegen der Welt rasch persönlich kennenlernen - auch wenn es Meinungsverschiedenheiten gibt. Die Ausstellung über den Zaren ist übrigens nicht nur ein Rahmen für schöne Bilder. Beim Aufenthalt in Frankreich vor genau 300 Jahren begründete Peter der Große die diplomatischen Beziehungen beider Länder. Macron und Putin können sich also auf eine lange Tradition berufen.

Um was geht es?

Es geht vor allem um den Kampf gegen den Terrorismus und die Konflikte in der Ukraine und in Syrien. Macron kündigte bereits einen „anspruchsvollen Dialog“ mit Moskau an, um zu einer Lösung der Syrienkrise zu kommen. Russland unterstützt in dem Krieg, der Hunderttausende Tote forderte, den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Westliche Länder unterstützen Rebellen, die Assad stürzen wollen.

Moskau zeigte im französischen Wahlkampf eher Sympathien für Macrons rechtspopulistische Kontrahentin Marine Le Pen. Nun der große Bahnhof in Versailles. Wie passt das zusammen?

Putin empfing die Anführerin der Front National tatsächlich im März. Die 48-Jährige kritisierte damals gegenüber Abgeordneten die EU-Sanktionen gegen Russland. Macron dürfte nun als Präsident versuchen, dieses Wahlkampfkapitel zu schließen und eine versöhnliche Geste zu machen. Im Élyséepalast beruft man sich auf ein Vorbild: François Mitterrand lud 1992 seinen Moskauer Amtskollegen Boris Jelzin zu einem feierlichen Essen in Versailles ein. Dialog bedeute auch nicht, sich anzupassen, meint Regierungssprecher Christophe Castaner.

Im Wahlkampf gab es zwischen Macrons Partei und Moskau Ärger. Warum?

Macrons Bewegung „En Marche!“ beschuldigte Moskau, über Medien wie RT in den Wahlkampf einzugreifen. Unterstützung kam vom damaligen Außenminister Jean-Marc Ayrault - er warnte Russland vor einer Wahlkampfeinmischung. Macrons Wahlkampfteam war nach Informationen der IT-Sicherheitsfirma Trend Micro Ziel der Hackergruppe „Pawn Storm“ geworden, hinter der westliche IT-Sicherheitsfirmen eine Gruppe mit mutmaßlicher Nähe zu russischen Geheimdiensten vermuten.

Macron will offensichtlich neuen Schwung in die Beziehungen zu Moskau bringen. Wie groß ist sein Spielraum?

Eher beschränkt. Die führenden westlichen Industriestaaten (G7), zu denen Frankreich gehört, drohten Russland am zurückliegenden Wochenende mit weiteren Sanktionen. Immer wieder wird an Moskau appelliert, die Anforderungen der Minsker Friedensvereinbarung für die Ukraine zu erfüllen. Deutschland und Frankreich vermitteln in dem Konflikt, ein durchschlagender Erfolg blieb aber bisher aus.

War es unter Macrons Vorgänger François Hollande einfacher?

Nein. Ein für Oktober 2016 geplanter Besuch Putins bei Hollande wurde wegen unterschiedlicher Positionen zum Syrienkrieg abgesagt. Hollande befürwortete nach seinem Amtsantritt Militärschläge in Syrien und war 2013 startklar. Doch sein US-Kollege Barack Obama machte in letzter Minute einen Rückzieher, was Hollande nie vergaß. „Für Wladimir Putin war das die Erkenntnis, dass die Vereinigten Staaten immer den Weg des Kompromisses, der Debatte, der Diplomatie vorziehen würden, und nicht der Stärke“, bilanzierte Hollande in der Tageszeitung „Le Monde“.

dpa/mb

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