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Der venezolanische Präsident Nicolas Maduro

Gespannte Lage in Venezuela

Granaten auf Oberstes Gericht - Maduro mobilisiert Armee

In Venezuela hat nach Angaben von Präsident Nicolás Maduro ein Polizeihubschrauber zwei Granaten auf das Oberste Gericht abgeworfen. Maduro versetzte die Armee in Alarm.

Caracas - Die seit Monaten von Gewalt geprägte Lage in Venezuela droht weiter zu eskalieren. Staatschef Nicolás Maduro warf seinen Gegnern am Dienstag (Ortszeit) einen "terroristischen Angriff" vor und versetzte die Armee in Alarmbereitschaft. Ein Polizeihubschrauber habe Granaten auf das Gebäude des Obersten Gerichts gefeuert, sagte Maduro. Auch das Innenministerium sei beschossen worden. Die Opposition rief zu weiteren Protesten gegen den Präsidenten auf.

Der Helikopter habe zwei Granaten über dem Gerichtsgebäude in der Hauptstadt abgeworfen, sagte Maduro in einer aus dem Präsidentenpalast Miraflores übertragenen Rede. Eine der Granaten sei nicht explodiert. Verletzte habe es nicht gegeben. Zum Zeitpunkt des Angriffs habe im Gerichtsgebäude ein Empfang stattgefunden. Die Angreifer "hätten eine Tragödie auslösen können", sagte Maduro.

Der Hubschrauber sei zudem über das Innenministerium sowie über das Justizministerium geflogen, sagte Maduro weiter. Auf das Innenministerium seien 15 Schüsse abgefeuert worden. "Ich habe die gesamten Streitkräfte aktiviert, um den Frieden zu verteidigen", sagte der Staatschef, der seit fast drei Monaten mit Massenprotesten konfrontiert ist. Die Besatzung des Hubschraubers werde "sehr bald" gefasst werden.

Opposition ruft zu weiteren Protesten auf

Die Regierung forderte die Oppositionspartei MUD und die katholische Kirche auf, den Vorfall "entschieden zu verurteilen und sich von der Gewalt zu distanzieren". Die MUD reagierte zunächst nicht. Einer ihrer Anführer, Freddy Guevara, schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter, es gebe "keine ausreichenden Informationen über den Helikopter". Er rief die Oppositionsanhänger zu weiteren Demonstrationen auf.

Mehr über die Hintergründe des Konflikts in Venezuela erfahren Sie in diesem Artikel

In sozialen Netzwerken wurden Fotos verbreitet, die einen von zwei Piloten geflogenen Hubschrauber mit einem regierungskritischen Spruchband über Caracas zeigten. Örtliche Medien veröffentlichten ein Video, das einen der beiden Männer zeigen soll. Darin fordert dieser, "gegen die Tyrannei" zu kämpfen. "Präsident Maduro, wir fordern Deinen sofortigen Rücktritt (...) und dass Wahlen angesetzt werden", sagt der Mann, der sich als Polizist vorstellt. Der Mann ruft in dem Video zu weiteren Protesten auf.

In Venezuela gehen seit dem 1. April beinahe täglich tausende Menschen auf die Straße, um den Rücktritt Maduros zu fordern. Bei den Protesten wurden bislang 76 Menschen getötet und mehr als tausend weitere verletzt. Die konservative und rechtsgerichtete Opposition kämpft für eine Amtsenthebung Maduros. Sie macht ihn für die schwere Wirtschaftskrise verantwortlich, die zu dramatischen Versorgungsengpässen geführt hat.

Das Oberste Gericht des Landes hatte vor einer Woche ein Verfahren gegen Generalstaatsanwältin Luisa Ortega eingeleitet, das letztlich zu ihrer Absetzung führen könnte. Die Juristin gilt als einzige kritische Stimme im Lager Maduros.

AFP

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