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Nicolas Maduro (li.) und Donald Trump

Säbelrasseln aus Venezuela

Maduro erzürnt über Trumps „tollkühne Drohung“

Lateinamerika gegen Trump: Sieben südamerikanische Länder haben sich gegen einen angedrohten US-Militäreinsatz in Venezuela ausgesprochen. Aus Venezuela selbst kamen gar Gegendrohungen.

Venezuela hat US-Präsident Donald Trump vorgeworfen, Frieden und Stabilität in Lateinamerika zu gefährden. Trumps "tollkühne Drohung" mit einer militärischen Option für Venezuela ziele darauf ab, Lateinamerika und die Karibik "in einen Konflikt hineinzuziehen", sagte Außenminister Jorge Arreaza beim Verlesen eine Erklärung von Staatschef Nicolás Maduro am Samstag.

Noch wesentlich drastischere Worte hat laut einem Bericht der Webseite Politico Maduros Sohn Nicolás Maduro Guerra bei einer Rede vor der umstrittenen Verfassunggebenden Versammlung Venezuelas gewählt. „Falls die USA unser Heimatland betreten, würden die Waffen nach New York kommen und wir würden das Weiße Haus einnehmen“, wird Maduro Guerra zitiert.

Sieben Länder kritisieren „militärische Option“

Die Aussicht auf einen möglichen US-Militäreinsatz löste aber auch bei anderen Ländern der Region Besorgnis aus. Chile, Brasilien, Ecuador, Kolumbien, Mexiko, Nicaragua und Peru sprachen sich gegen eine Militärintervention aus. Das brasilianische Außenministerium wandte sich gegen "Gewalt und jegliche Option, die eine Gewaltanwendung beinhaltet". Der mexikanische Außenminister Luis Videgaray schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter, die Krise in Venezuela könne nicht militärisch gelöst werden.

Maduro hatte Chile, Kolumbien, Mexiko und Peru früher beschuldigt, "Lakaien" der USA zu sein und ihnen vorgeworfen, die Demonstrationen von gewaltbereiten Regierungsgegnern zu seinem Sturz zu unterstützen. 

Der südamerikanische Wirtschaftsblock Mercosur lehnte die "Anwendung von Gewalt" ebenfalls ab. Einzige Mittel zur Beilegung der Krise in Venezuela seien "Dialog und Diplomatie". Der Mercosur hatte Venezuelas Mitgliedschaft wegen Verstößen gegen die Charta der Staatengemeinschaft - Verletzung vereinbarter Handelsnormen und demokratischer Regeln - im vergangenen Dezember ausgesetzt.

Maduro soll um Gespräch mit Trump gebeten haben

Trump hatte am Freitag gesagt, für Venezuela gebe es mehrere Möglichkeiten, "darunter eine militärische Option, falls nötig". Zuvor hatte Maduro den US-Präsidenten am Donnerstag nach Angaben von Venezuelas Außenamtschef noch um eine persönliches Gespräch gebeten - per Telefon oder von Angesicht zu Angesicht während der UN-Vollversammlung im September. Das Weiße Haus hatte darauf geantwortet, Trump werde mit dem Staatschef Venezuelas sprechen, "sobald die Demokratie in Venezuela wiederhergestellt" sei. Auch gegen das nordkoreanische Regime hatte Trump klare militärische Drohungen ausgesprochen - und eine aggressive Antwort erhalten.

Die USA und ein Dutzend lateinamerikanische Staaten lehnen die verfassunggebende Versammlung als unrechtmäßig ab. Die Mitte-Rechts-Opposition wirft Maduro vor, das Parlament mittels der Versammlung aushebeln und in Venezuela eine "Diktatur wie in Kuba" errichten zu wollen.

Venezolanische Opposition positioniert sich noch nicht

Venezuelas verfassunggebende Versammlung erklärte unterdessen ihre "absolute Unterstützung" für den linksnationalistischen Staatschef. Ihre Mitglieder - sämtlich aus dem Maduro-Lager - erklärten, für den Fall einer Militärintervention "zu allem bereit" zu sein.

Die im Tisch der demokratischen Einheit (Mesa de la Unidad Democrática, MUD) zusammengeschlossene Opposition reagierte zunächst nicht förmlich auf Trumps Drohung. Der venezolanische Verteidigungsminister, General Vladimir Padrino, forderte die Opposition per Twitter auf, Stellung zu beziehen und einen "Funken Patriotismus" zu zeigen.

Regionalwahlen im Oktober

Die Wahlbehörde setzte den Termin für die Regionalwahlen am Samstag auf Oktober fest, ohne bereits ein konkretes Datum zu nennen. Ursprünglich sollten die Gouverneure im Dezember gewählt werden. Eigentlich hatten die Wahlen im vergangenen Jahr stattfinden sollen. Der Nationale Wahlrat verschob sie jedoch. 

In Venezuela tobt seit Monaten ein erbitterter Machtkampf zwischen der Regierung und der Opposition. Anfang August waren die Oppositionsführer López und Ledesma festgenommen worden. Seit Anfang April wurden bei den politischen Unruhen mindestens 125 Menschen getötet. Die Hintergründe des Konflikts erfahren Sie in diesem Artikel.

AFP/fn

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