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Randalierer stoppen: Dafür treten 250 bayerische Polizisten in Berlin an.

Mai-Krawalle: Sorge um Polizisten

München – Im Kampf gegen die blutigen Mai-Randale entsendet Bayern 250 Polizisten nach Berlin. Zwei Hundertschaften und ein Abteilungsführungsstab sollen am Samstag die in den Vorjahren oft überforderte lokale Polizei unterstützen. Im Jahr 2009 wurden 479 Beamte verletzt, aber nur 200 Angreifer festgenommen.

Für heuer fordert Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) eine offensivere Taktik, auch um Bayerns Polizisten zu schützen. „Ich fordere ein konsequentes Einschreiten gegen Randalierer und gewalttätige Chaoten und hierfür die klare Rückendeckung der Politik“, sagte er unserer Zeitung. Deeskalation funktioniere „nur durch Zeigen von Stärke und nicht durch Zurückweichen“. Die Deeskalations-Taktik sei einer Kapitulation des Staates gleichgekommen, klagt auch der CSU-Innenexperte im Bundestag, Stephan Mayer. Er warnt vor „rechtsfreien Räumen“ in Berlin.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz rechnet mit schweren Gewaltausbrüchen vor allem in Berlin und einem ruhigeren Verlauf in Hamburg. Polizeigewerkschafter fürchten sogar Todesopfer unter den Beamten in der Hauptstadt. Insgesamt sind in Berlin bis zu 6000 Polizisten im Einsatz. Sie sehen sich 1000 bis 3000 rechts- und bis zu 10 000 linksradikalen Demonstranten gegenüber, hinzu kommen etliche tausend unpolitische Gewalttäter.

Der Innensenator der rot-roten Regierung, Ehrhart Körting (SPD), kündigte an, Gewaltausbrüche bei der jährlichen linksextremen Demonstration in Kreuzberg diesmal zu Beginn im Keim zu ersticken. Solange die Situation friedlich sei, werde die Polizei aber auf Gespräche setzen und sich zurückhalten.

Christian Deutschländer

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