Portland Head Light weist seit 1791 Schiffen den Weg in den Hafen von Portland.
+
Der älteste Leuchtturm-Standort an der Küste Maines: Portland Head Light.

Pine Tree State im Norden der USA

US-Bundesstaat Maine: Geschichte, Politik, Bevölkerung und Geografie

Wald, Seen, Strände und Berge – Maine ist reich an wunderschöner Landschaft. Große Städte und Industrien sucht man hier im Nordosten der USA vergeblich.

  • Maine ist der nördlichste Bundesstaat Neuenglands und grenzt im Norden an Kanada.
  • Über 90 % der Bevölkerung sind Weiße.
  • Maine ist weder eine demokratische noch eine republikanische Hochburg.

Augusta – Der US-Bundesstaat Maine ist weder ein Swing State noch eine Hochburg der beiden großen Parteien. Eine Besonderheit gibt es im Nordosten der USA jedoch trotzdem: Als einziger Staat neben Nebraska gilt hier das Prinzip „Splitting the Votes“.

Maine – Gründung und Geschichte

Die ersten Europäer kamen Ende des 15. Jahrhunderts an die Ostküste Nordamerikas. Bis zu diesem Zeitpunkt waren Maine und die anderen Staaten Neuenglands von den Indianern bewohnt. Vom 16. bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts stritten sich Franzosen und Engländer um das heutige Maine.

Nach der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika 1776 war Maine zunächst Teil des Bundesstaats Massachusetts. Am 15. März des Jahres 1820 wurde es jedoch als eigener Staat in den Zusammenschluss aufgenommen. Hauptstadt wurde zunächst Portland, ab 1832 dann Augusta.

Immer wieder kam es in dieser Zeit zu Grenzstreitigkeiten mit Kanada. Im Amerikanischen Bürgerkrieg stand Maine auf Seiten der Nordstaaten.

Maine – Geografie und größte Städte

Das 91.646 km² große Maine grenzt im Nordosten und Nordwesten an Kanada, im Südwesten an New Hampshire und im Südosten an den Atlantischen Ozean. 90 % des Landes sind mit dichten Kiefernwäldern bewachsen. So wird der Bundesstaat auch als Pine Tree State bezeichnet (Kiefernstaat).

Der höchste Gipfel mit 1.606 m ist der Mount Katahdin, einziger Nationalpark der Acadia-Nationalpark, der Besucher vor allem im Indian Summer anlockt. In Maine leben 1.328.361 Einwohner.

Die größten Städte des Bundesstaats sind:

  • Portland (66.194)
  • Lewiston (36.592)
  • Bangor (33.039)
  • South Portland (25.002)
  • Auburn (23.055)
  • Biddeford (21.277)
  • Sanford (20.798)
  • Augusta (19.136)

Zusammensetzung der Bevölkerung in Maine
In Maine leben 95,2 % Weiße. Der restliche Anteil der Bevölkerung setzt sich wie folgt zusammen:

  • 1,2 % Afroamerikaner
  • 1,0 % Asiaten
  • 0,6 % Indianer
  • 0,3 % Hawaiianer und Pazifikinsulaner
  • 0,3 % anderer Ethnizität
  • 1,6 % zweier oder mehrerer Ethnizitäten

Maine ist der einzige Staat der USA, in dem offiziell zwei Sprachen gesprochen werden. Neben Englisch ist auch Französisch Amtssprache. Gesprochen wird Französisch vor allem im Norden an der Grenze zu Kanada.

Maines Wirtschaft

Maine ist der ärmste Bundesstaat Neuenglands und lebt hauptsächlich von der Landwirtschaft. Die hier einst stark vertretene Textil- und Schifffahrtsindustrie spielt heute wirtschaftliche keine bedeutende Rolle mehr. Angebaut werden in Maine Früchte wie Äpfel und Blaubeeren sowie Kartoffeln. Neben der Vieh- und Geflügelzucht ist Maine auch für die Hummerfischerei berühmt. Aufgrund der großen Waldvorkommen gehören zudem holzverarbeitende Unternehmen zu den großen Arbeitgebern.

Ein wichtiges Standbein der Wirtschaft ist nicht zuletzt der Tourismus: Angelockt werden die Erholungssuchenden aus den Metropolen der Ostküste von der idyllischen Landschaft mit Wald, Bergen, Seen und traumhaften Stränden.

Wahlverhalten in Maine

Maine zeichnet sich durch ein sehr differenziertes Wahlverhalten aus und ist keiner Partei eindeutig zuzuordnen. Während bei den Präsidentschafts-Wahlen zwischen 1972 und 1988 stets Republikaner den Sieg für sich verbuchen konnten, gewannen ab 1992 immer demokratische Kandidaten. Das Wahlsystem des Pine Tree States weist allerdings eine Besonderheit auf: Beim Electoral College (Hauptwahl des Präsidenten) wird das Verfahren „Splitting the Votes“ angewendet: So gehen zwei der vier Wahlmännerstimmen des Bundesstaats an den Kandidaten mit den meisten Wählerstimmen. Die anderen beiden Stimmen hingegen werden jeweils an den Sieger der beiden Wahldistrikte vergeben. Dieses Prinzip kommt außer in Maine nur in Nebraska zum Einsatz.

Auch interessant

Kommentare