Karl Lauterbach zu Gast bei Sandra Maischbberger (ARD)
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Karl Lauterbach zu Gast bei Sandra Maischbberger (ARD)

Maischberger-Talk

„Kann es sein, dass sie zu schnell twittern?“ Maischberger bekommt für Lauterbach-Angriffe Gegenwind

SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach ist Dauergast im Deutschen Fernsehen. Maischberger fühlt ihm wegen falscher Prognosen auf den Zahn. Jetzt hagelt es Kritik.

Beim Maischberger-Talk am vergangenen Mittwoch (11. August) ging es vor allem um die neuen Corona-Beschlüsse von Bund und Ländern. Gesundheitsexperte Karl Lauterbach bewertet die Ergebnisse der Konferenz als „gute Beschlüsse“. Gleichzeitig hat er eine düstere Prognose zur Delta-Variante: „Die Delta-Variante ist so ansteckend, dass wir niemals eine Herdenimmunität erreichen werden.“

Sandra Maischberger nimmt sich den SPD-Politiker dann genauer vor. Sie stellt fest, dass sich Lauterbach mit seinen Prognosen schon häufiger irrte. Unter anderem habe Lauterbach falsch gelegen, was die Genauigkeit von Antigen-Schnelltests angeht. Außerdem habe er behauptet, ein Prozent aller Kinder würde an Covid-19 erkranken und das Durchschnittsalter der Intensivpatienten mit 47 Jahren weit unter dem Durchschnitt angegeben.

Maischberger grillt Lauterbach: „Sie warnen uns alle, damit wir Angst kriegen“

Die Moderatorin spricht Karl Lauterbach auf diese Irrtümer an und fragt ihn, wie es dazu kommen konnte. Lauterbach argumentiert, dass sich die Studienlage ändern würde. Maischberger lässt nicht einfach so locker und fragt den Politiker, wie oft ihm so etwas passiere. „Die Wissenschaft ist nun einmal konsequent im Fluss und Studien bauen immer wieder aufeinander auf“, versucht Lauterbach sich zu erklären.

Außerdem würde er vieles im Nachhinein wieder richtig stellen, so der Politiker. Das lässt Maischberger aber nicht als Antwort gelten: „Sie sind auch Politiker. Wenn sie sich irren fällt das ins Gewicht.“ Und die Moderatorin fragt noch einmal nach, ob der Epidemiologe nicht häufig etwas zu schnell twittere oder zu wenig Abstand zum Thema hätte. Lauterbach gibt zu, viele Studien zu lesen und nicht alle davon würden sich im Nachhinein als richtig erweisen. Er weißt aber darauf hin, dass sich die wissenschaftlichen Erkenntnisse häufig änderten und er sich in der Regel sehr genau überlege, was er twittere.

„Sie warnen, damit wir alle Angst kriegen“, stellt Maischberger fest. Diesen Vorwurf wehrt Lauterbach vehement ab. „Ich halte fest: Nicht alles was Sie sagen, ist in Stein gemeißelt“, resümiert Maischberger das Gespräch.

Nach Lauterbach-Interview: Maischberger wird kritisiert

Nach dem Interview mit Karl Lauterbach zieht die Journalistin viel Kritik auf sich. Besonders im sozialen Netzwerk Twitter herrscht wenig Verständnis für Maischberger. Viele kritisieren die vermeintliche Unwissenheit der Moderatorin in Bezug auf wissenschaftliche Vorgänge. Sie verhöre Lauterbach mit der „typischen Arroganz der Unwissenden“ so der Verwurf. Andere hingegen loben Maischberger für ihre kritischen Fragen.

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