Sandra Maischberger moderiert die Sendung
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Sandra Maischberger moderiert die Sendung

Trump und Habeck auf dem Prüfstand

Maischberger-Talk: Lauterbach sieht Trump „nicht über den Berg“ - aber relativiert Corona-Gefahr in Berlin

Bei „maischberger.die woche“ sorgte das Chaos rund um Donald Trump für Zündstoff. Ist das Weiße Haus noch „arbeitsfähig“? Außerdem: Kann Robert Habeck Kanzler?

  • Der ehemalig National Sicherheitsberater John Bolton bescheinigt US-Präsident Donald Trump eine chaotische Arbeitsweise.
  • Karl Lauterbach analysiert: „Trump ist schwer krank.“
  • Robert Habeck will nicht klar sagen, ob er Kanzler werden will oder nicht.

„Maischberger. die Woche“ - die Gäste

  • John Bolton - ehemaliger Nationaler Sicherheitsberater im Weißen Haus unter der Präsidentschaft Donald Trumps
  • Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) - Parteichef und möglicher Kanzlerkandidat
  • Karl Lauterbach (SPD) - SPD-Gesundheitsexperte
  • Bernhard Hoëcker - Schauspieler und Comedian
  • Barbara Junge - Chefredakteurin der „taz“
  • Ansgar Graw - Herausgeber von „The European“

„Maischberger. die Woche“ - John Bolton nennt Trump chaotisch

Während die Kommentatoren der Runde noch darüber streiten, ob Trump nun der Gewinner („Seine Anhänger feiern ihn als Corona-Überleber“, Ansgar Graw) oder Verlierer („Er hat die Menschen verhöhnt“, Barbara Junge) der Woche sei, fällt das Urteil des aus Washington zugeschalteten John Bolton deutlich aus: Seit vier Jahren sei das Weiße Haus unter Trump „nicht arbeitsfähig“.

Bolton, der seine Zeit unter Trump in einem Buch verarbeitete hat, sagt: „Chaos ist einfach eine Lebensart für Donald Trump“, der Präsident würde sich stets seine „eigene Realität“ schaffen. Die Lage sei auch weiterhin angespannt. Derzeit seien 14 Mitarbeiter des Präsidenten infiziert. „Es ist schwer für die Mitarbeiter und für deren Familien“, so Bolton, da sie angewiesen worden seien, keine Masken zu tragen und die Sicherheitsmaßnahmen zu ignorieren.

Er selbst habe Donald Trump nicht gewählt und damit zum ersten Mal in seinem Leben dem Spitzenkandidaten der Republikaner seine Stimme verwehrt.

„Maischberger. die Woche“ - Karl Lauterbach analysiert: Trump ist schwer erkrankt

Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach attestiert Donald Trump keine guten Werte - allerdings auf gesundheitlicher Ebene. Seinen Medikamenten-Cocktail verabreiche man nur einem schwer Erkrankten, dessen Lunge betroffen sei, so der Mediziner.

Zudem habe man gesehen, dass Trump Atemprobleme hatte, als er bei seiner Rückkehr ins Weiße Haus die wenigen Stufen erklomm. Trump sei noch nicht „über den Berg“. Die Spritztour des US-Präsidenten mit dem Auto nannte Lauterbach „verantwortungslos“.

„Maischberger.die Woche“ - Karl Lauterbach: „Es wird keinen Corona-Impfschutz für Kinder geben!“

Hinsichtlich der steigenden Fallzahlen in der deutschen Hauptstadt relativiert Lauterbach die Situation: „Es ist einer unter 1.000 Berlinern infiziert - so groß ist die Gefahr nun auch wieder nicht.“ Die unterschiedlichen Auflagen der Bundesländer halte er teilweise für „unsinnig“.

Der Gesundheitsexperte prognostiziert einen weiteren Zuwachs der Corona-Fälle und spricht sich für ein Verbot für Feiern über 25 Personen aus - statt lediglich einer Empfehlung dagegen. Außerdem müsse die Ausstattung der Schulen mit Luftfiltern vorangetrieben werden. Lauterbach: „Alle Impfungen, die derzeit entwickelt werden, werden nicht für Kinder verwendbar sein.“ Es fehle ein Konzept für die Jüngsten.

„Maischberger. die Woche“ - Habeck zaudert bei der Kanzlerfrage

Eine Trump-Corona-Pause bringt der Talk mit Robert Habeck. Doch ob er der grüne Kanzlerkandidat werden wird, konnte auch Sandra Maischberger ihm nicht entlocken. Die Frage sei „einfach und schwer“ zugleich zu beantworten, so Habeck. Ja, er wolle Kanzler werden, aber die Bürde des Amtes würde so eine lockere Antwort auch zugleich verbieten.

Zuspruch bekommt Habeck von den anderen Gästen. Junge und Graw sind sich dieses Mal einig: Habeck soll es machen. Graw ergänzt später allerdings: „Er wird Kanzlerkandidat, aber nicht Kanzler werden.“

„Maischberger. die Woche“ und die Gretchenfrage: Wer wird der nächste Präsident der USA?

Am Ende fragt Maischberger: Wer wird bei der US-Wahl das Rennen machen? „taz“-Chefredakteurin Barbara Junge ist sicher: „Biden hat noch mal zugelegt. Er wird gewinnen.“ Kollege Ansgar Graw sieht ein anderes Szenario: „Trump wird sich in der Wahlnacht als Präsident ausrufen - und wird es am Ende nicht bleiben - aber er wird damit die Unsicherheiten verstärken.“

„Maischberger. die Woche“ - Fazit

Corona und Trump beherrschen die Talkshows der letzten Monate. Klar, dass auch Maischberger in dieser Woche nicht um die beiden Top-Themen herumkam. Daran änderte auch der Besuch von Robert Habeck nicht viel: In der Kürze der Zeit kamen andere wichtige Felder wie Klimaschutz und die Regelung der Post-Merkel-Ära deswegen ein wenig zu kurz. Am Ende viel Aufgewärmtes, wenig Erfrischendes.

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