1. Startseite
  2. Politik

Maischberger: Talkshow zu Politik und Gesellschaft in der ARD

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Mit Ausnahme einer Sommerpause stellt Sandra Maischberger jeden Mittwochabend ab 22:45 Uhr mehrere Themen der vergangenen Woche zur Diskussion.

maischberger.die woche:  Der seit siebzehn Jahren präsente Polit-Talk veränderte sich in redaktionellem Konzept

Berlin - maischberger.die woche entstand im Oktober 2019 aus der seit 2016 in der ARD ausgestrahlten Talkshow Maischberger. Die Erstausstrahlung der Sendung war schon am zweiten September 2003 zu sehen, damals noch unter dem Namen Menschen bei Maischberger. Als Nachfolgetalkshow von Alfred Bioleks Boulevard Bio empfing Sandra Maischberger immer dienstags ihre Gäste. Im Mittelpunkt ihrer Sendung standen gesellschaftspolitische Themen, persönliche Schicksale oder ein besonderes Engagement von Persönlichkeiten.

Nach 475 Folgen wurde das redaktionelle Konzept zugunsten von mehr Politik geändert. Am 13. Januar 2016 erhielt der Polit-Talk einen neuen Sendeplatz. Er wurde seither mittwochs ausgestrahlt, die Sendezeit blieb bei 22:45 Uhr. Nicht nur Politiker gehörten zu den wöchentlichen Gästen, sondern auch Betroffene, die nun Gelegenheit hatten, den Politikern ihre Fragen zu stellen und über die Themen kontrovers zu diskutieren. Ergänzende Filmbeiträge oder Antworten von Gästen über Liveschaltungen außerhalb des Studios lockerten die Sendung auf. Seit Oktober 2019 hat die Talkshow erneut ein neues Konzept und auch einen neuen Namen. Unter dem Titel maischberger.die woche wird sie am gewohnten Sendeplatz ausgestrahlt.

maischberger.die woche: Das geänderte Konzept seit Oktober 2019

maischberger.die woche hat sich seit der Erstausstrahlung gewandelt. Mit dem Namen änderte sich nun auch das redaktionelle Konzept. Der Polit-Talk in der ARD dreht sich seither nicht mehr um ein einzelnes Thema. Mit Politikern, Journalisten und Betroffenen wird nicht mehr in der großen Runde debattiert. Sandra Maischberger bricht damit aus den klassischen Talkshows aus, in denen scheinbar endlos über ein einziges Thema debattiert wird. Sie hat erkannt, dass es bereits weitere Talkshows in der ARD gibt, die meist das gleiche Thema mit ähnlichen Gästen besprechen.

In maischberger.die woche gibt es nun mehrere aktuelle Themen aus der vergangenen Woche, zu denen die Moderatorin mit den eingeladenen Gästen Einzelgespräche führt und auch betroffene Menschen zu Wort kommen lässt. Diese haben die Möglichkeit, ihre Diskussion in direktem Duell mit einem Politiker zu führen. Eine Kommentatorenrunde und die Einbeziehung von Zuschauern lockern die Sendung weiter auf. Die Politik tritt mehr in den Focus der Themen als bisher, um aktuelle Probleme der Menschen aufzugreifen und am gewohnten Sendeplatz über 75 Minuten zu diskutieren.

maischberger.die woche: Erfolge und Misserfolge der Talkshow im Ersten

maischberger.die woche bekam im Jahr 2016 den Deutschen Fernsehpreis, damals noch als Vorgängersendung maischberger. Den Preis erhielt sie für die beste Talkshow. Nur wenige Monate später diskutierte Sandra Maischberger in ihrem Polit-Talk der ARD über den umstrittenen Film „Ausgewählt und ausgegrenzt – der Hass auf Juden in Europa“ von Joachim Schröder und Sophie Hafner. Der von ARTE und WDR beauftragte Film geriet mit der Begründung einer fehlenden Objektivität in die Kritik und sollte zunächst nicht ausgestrahlt werden. Nach einer Erstausstrahlung auf Bild.de am 13.06.2017 strahlte die ARD am 21.06.2017 den Film doch aus und kündigte eine anschließende Diskussion bei maischberger an, deren Sendeplatz direkt im Anschluss an den Film lag.

In dieser Talkshow erhielten die Filmemacher jedoch keine Gelegenheit, sich zu den Vorwürfen zu äußern. Dadurch gerieten die ARD und die Sendung in starke Kritik, die auch ein anschließender Faktencheck nicht entkräftete. Den Negativpreis „Die Goldene Kartoffel“ erhielt die Talkshow 2019, die sich mehr als bisher auf Politik und Politiker fokussierte, für eine Berichterstattung, die „ein verzerrtes Bild vom Zusammenleben im Einwanderungsland Deutschland“ entwerfe.

maischberger.die woche: Am 29.04.2020 reagierte Sandra Maischberger  auf einen umstrittenen Artikel aus dem Spiegel

maischberger.die woche wurde seit Juni 2019 im neuen Konzept des Polit-Talks getestet, im Oktober 2019 bekam die Talkshow in der ARD offiziell den neuen Namen mit neuem Konzept. Der Sendeplatz blieb bei Mittwochabend 22:45 Uhr, einen Wochentag nach dem Sendetermin zur Erstausstrahlung. Am 29. April 2020 lud Sandra Maischberger einen Gast ein, den sie mit den Worten begrüßte: „…und beginne gleich mit dem Virologen, der auf die andere Seite gewechselt ist und jetzt plötzlich Politik macht…“. Der Gast war kein neuer Politiker, sondern der Virologe Alexander S. Kekulé. Mit ihrer Aussage spielte sie darauf an, dass der Arzt mit fünf weiteren Gastautoren am 24. April 2020 einen Debattenbeitrag im Spiegel veröffentlichte. Den dortigen Titel „Raus aus dem Lockdown – so rasch wie möglich“, korrigierte A. Kekulé sofort. Die Forderung sei vielmehr ein vernünftiger Übergang vom Lockdown in eine neue Phase gewesen. Da der Impfstoff noch bis zu zwei Jahre auf sich warten lassen könne, sei „rein, raus, rein, raus“ kein vernünftiges Konzept nach dem Lockdown. Das Interview führte sie gleich zu Beginn ihrer Talkshow.

maischberger.die woche: Ein Tabu-Thema der Vergangenheit wurde von Sandra Maischberger am 20.11.2019 offen angesprochen

maischberger.die woche bringt im neuen Konzept der ARD regelmäßig mehrere Themen in den Polit-Talk ein. Die Politik ist regelmäßig durch Politiker vertreten, die je nach Thema ausgewählt werden. Die Mischung aus unterschiedlichen Themen der letzten Woche lockert die seit der Erstausstrahlung gewandelte Sendung ebenso auf wie die Mischung aus Interviews und Diskussionsrunden. Ausgestrahlt wird die Sendung am gewohnten Sendeplatz meist live aus dem Studio in Berlin. Am 20. November 2019 überraschte Sandra Maischberger mit einem Thema, das lange tabu war, sowie mit einem ungewöhnlichen Gast ihrer Talkshow: Anastasia Biefang. Anastasia Biefang hat den Rang eines Oberstleutnants und ist die erste transsexuelle Kommandeurin bei der Bundeswehr.

Einen Tag, bevor der Dokumentarfilm ihrer Lebensgeschichte „Ich bin Anastasia“ ins Kino kam, erhielt sie die Gelegenheit, in maischberger.die woche über sich, die Reaktionen beim Arbeitgeber und in der Familie zu sprechen. Anastasia Biefang hieß damals noch Marc, war vierzig Jahre alt, bereits knapp zwanzig Jahre bei der Bundeswehr und hatte die Führungsakademie der Bundeswehr absolviert. Seit 2017 ist sie in Storkow die Kommandeurin des Informationstechnikbataillons 381.

maischberger.die woche: Die Sendung vom 03. Juni 2020 erzeugte schon vor der Ausstrahlung Irritationen

maischberger.die woche ist als Polit-Talk zu verstehen, in dem wichtige Themen der Politik diskutiert werden, die die Menschen in der vergangenen Woche bewegt haben. Diskutiert wird mit Politikern und mit Betroffenen. Am 03. Juni 2020 gehörten zu den Themen unter anderem die Proteste in den USA, ausgelöst durch den Tod des Afroamerikaners George Floyd. Die Sendungsankündigung der ARD bei Twitter enthielt Themen und eingeladene Gäste. Unter ihnen war kein Afroamerikaner. Genannt wurden:

Diese Ankündigung löste bei Twitter einen starken Protest aus. Darauf reagierte Sandra Maischberger mit einer Antwort, in der sie bat, erst die Sendung anzuschauen und danach weiter zu diskutieren. Dadurch verschärfte sich die Kritik. Der Talkshow für knapp acht Minuten zugeschaltet wurde dann die US-Wissenschaftlerin Professorin Priscilla Layne, die nach eigenen Angaben erst am Vortag um einen Beitrag in der Talkshow gebeten worden war. Erst zwei Tage nach der Sendung entschuldigte sich Sandra Maischberger für eine „missverständliche Ankündigung“.

Von Elke Huber

Auch interessant

Kommentare