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Merkur-Autor Alexander Weber.

De Maizières Wachpolizei-Pläne

Kommentar: Keine Billig-Polizei

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München - Deutschland braucht mehr vollwertige Polizeistellen, denn bei der Qualifikation darf es keine Abstriche geben, meint Merkur-Autor Alexander Weber.

Abgesehen von einem Kapitalverbrechen verletzt kaum ein Delikt so tief das Lebensgefühl von Menschen wie ein Einbruch in ihre heimischen vier Wände. Dabei zählt oft weniger der materielle Schaden als der Einbruch in die Privatspähre und das mit ihr verbundene Gefühl der Sicherheit. Insofern kann gar nicht genug getan werden, um der wachsenden Zahl von Einbrüchen durch meist gut organisierte kriminelle Banden entgegenzutreten. Allerdings sollte die Politik genau überlegen, zu welchen Instrumenten sie greift. Die von Bundesinnenminister de Maiziere vorgeschlagene „Wachpolizei“ ist der falsche Weg.

Wer hier mit Billigpolizei anfängt, wo hört er dann auf?

Anders als die zivile Sicherheitswacht aus ehrenamtlichen Bürgern, die in vielen Dörfern und Städten Bayerns bereits wichtige Unterstützungsarbeit leistet, weichen De Maizieres „Sheriffs light“ die Institution „Polizeibeamter“ bedenklich auf. Wer mit Uniform und Waffen als Vertreter des staatlichen Gewaltmonopols auftritt, muss die dafür notwendige volle Ausbildung hinter sich haben. Bei der Qualifikation darf es keine Abstriche geben – wer hier mit der Billigpolizei anfängt, wo hört er dann auf?

Nein, wir brauchen mehr vollwertige Polizeistellen in Deutschland. Die mannigfaltig gestiegenen Herausforderungen für die Sicherheitskräfte – von der Terrorabwehr bis zu Grenzkontrollen, vom Schutz von Flüchtlingsheimen bis zur Bekämpfung von Einbruchsbanden – erfordern mehr Investitionen. Sage niemand, dass dafür kein Geld im übervollen Staatssäckel übrig sei.

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