+
Blick über den Hafen von Valetta, Malta. Foto: Facundo Arrizabalaga/Illustration

Erfolg trotz Korruptionsaffäre

Maltas Premier beansprucht Wahlsieg

Auch ein Skandal kann der Labour-Regierung in Malta offenbar nichts anhaben. Premierminister Joseph Muscat freut sich bei den Parlamentswahlen über eine Wiederwahl. Er hatte einen entscheidenden Vorteil.

Valletta (dpa) - Maltas Premierminister Joseph Muscat hat den Sieg bei der vorgezogenen Parlamentswahl für sich beansprucht. "Es ist klar, dass sich die Menschen dafür entschieden haben, Kurs zu halten", sagte der Chef der sozialdemokratischen Labour-Partei im staatlichen Fernsehen nach der Auszählung erster Stimmen am Sonntag.

Sein Herausforderer Simon Busuttil von der konservativen Nationalist Party räumte seine Niederlage ein. Das offizielle Endergebnis wird erst am Montag erwartet.

Den Wahlkampf hatte eine Korruptionsaffäre überschattet, die im Zusammenhang mit dem "Panama Papers"-Skandal stand. Dabei wurde einigen von Muscats Mitarbeitern vorgeworfen, Offshore-Firmen in Panama zu haben. Auch seine Frau musste sich ähnlichen Anschuldigungen stellen. Muscat wies die Vorwürfe zurück. Der 43-Jährige hatte die Wahlen wegen der Anschuldigungen ausgerufen - rund ein Jahr vor dem regulären Ende des Legislaturperiode. Malta ist das kleinste EU-Land mit rund 430 000 Einwohnern und hat noch bis Ende Juni die EU-Ratspräsidentschaft inne.

Laut Medien könnte Labour auf knapp 55 Prozent der Stimmen kommen. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker gratulierte Muscat auf Twitter. Das Ergebnis sei eine "bemerkenswerte Anerkennung" seiner Führungskraft.

Die Labour-Regierung konnte im Wahlkampf auf die gute wirtschaftliche Lage des Inselstaates im Mittelmeer verweisen. Malta hat innerhalb der EU eine der niedrigsten Arbeitslosigkeitsraten und ein hohes Wirtschaftswachstum. Muscat ist seit 2013 im Amt.

International steht Malta seit längerem wegen seines Steuersystems in der Kritik, das Unternehmen ermöglicht, einen Mini-Steuersatz zu zahlen. Auch deutsche Unternehmen sind wegen möglicher Tricksereien mit Briefkastenfirmen ins Visier der deutschen Steuerfahnder gerückt.

Busuttil auf Twitter, Englisch

Muscat auf Twitter, Englisch

Times of Malta, Englisch

Juncker auf Twitter, Englisch

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Merkel spricht bei Sommerpressekonferenz
In Berlin ist politische "Sommerpause". Eine Garantie, dass es auch wirklich ruhig zugeht, ist das nicht. Etliche Konflikte schwelen unter der Decke. Das weiß auch die …
Merkel spricht bei Sommerpressekonferenz
Trump will Putin im Herbst nach Washington einladen
Die Kritik an US-Präsident wegen seines Gipfels mit Kremlchef Putin hält an. Trump reagiert darauf auf seine Art: Er will einen zweiten Gipfel mit Putin - diesmal in …
Trump will Putin im Herbst nach Washington einladen
Gedenken an Widerstand des 20. Juli 1944 in Berlin
Vor 75 Jahren wollten deutsche Offiziere den Krieg beenden und Hitler stürzen. Doch das Attentat scheiterte und die Nazis nahmen blutige Rache. Nun wird wie jedes Jahr …
Gedenken an Widerstand des 20. Juli 1944 in Berlin
Söder verschickt 300.000 Reklamebriefe - Opposition wittert unzulässige PR-Kampagne
Kurz vor der Wahl lässt Ministerpräsident Markus Söder über eine Staatsbehörde hunderttausende Reklamebriefe verschicken. Die Opposition kritisiert, es sei eine …
Söder verschickt 300.000 Reklamebriefe - Opposition wittert unzulässige PR-Kampagne

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.