Asyl-Standorte

Manching wird Zentrum für Balkan-Flüchtlinge

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München - Der erste der zwei Asyl-Standorte für Flüchtlinge vom Balkan ist gefunden: Bei Horst Seehofer ums Eck. Eine Kaserne im Süden Ingolstadts soll überraschend dafür eingesetzt werden.

Das bestätigte die Stadt dem Münchner Merkur. Bis zu 1500 Flüchtlinge sollen in der Max-Immelmann-Kaserne und in der Umgebung unterkommen.

Mit den umstrittenen Ankunftszentren will die Staatsregierung in einem bayerischen Sonderweg Flüchtlinge gebündelt unterbringen, deren Chancen auf Asyl erfahrungsgemäß minimal sind. Ihre bisher monatelangen Verfahren sollen innerhalb kurzer Zeit, angeblich zwei bis drei Wochen, bearbeitet werden, indem Behörden und Gerichte am Asyl-Standort untergebracht werden. Abgelehnte Asylbewerber sollen sich nicht mehr durch Flucht der Zurückführung entziehen können. Man habe sich mit dem Innenminister und der Sozialministerin geeinigt, sagte ein Sprecher der Stadt, es habe am Vormittag ein Treffen gegeben. Die Kaserne, schon jetzt für Flüchtlinge genutzt, ist zwar nicht grenznah, eventuell könnte für Sammelabschiebungen aber der Flughafen Manching genutzt werden.

Bisher waren Passau und Rosenheim als Standorte im Gespräch. In Rosenheim geht man nun davon aus, nicht mehr im Rennen zu sein. „Wir in Rosenheim hätten die Verantwortung getragen, wenn es notwendig gewesen wäre“, sagt der örtliche Landtagsabgeordnete Klaus Stöttner (CSU). Insgesamt erhofft er sich durch die Aufnahmezentren eine Entlastung der grenznahen Regionen. Ministerpräsident Seehofer hatte den Landkreisen zugesagt, keine zusätzlichen Flüchtlinge mehr zu bekommen, wenn sie das spezielle Balkan-Zentrum akzeptieren.

Ungewöhnlich an der Entscheidung für den Standort Ingolstadt/Manching: Die Stadt hat sich im Gegenzug eine Reihe von Vorteilen herausverhandelt. Unter anderem wird die örtliche Polizei um 20 Stellen aufgestockt. Das Balkan-Zentrum wird strikt auf zehn Jahre befristet. Der Staat investiert kurzfristig in die Kaserne, baut neue Freizeitflächen und wertet die Aufenthaltsräume auf. Sobald das Aufnahmezentrum in Betrieb ist, bekommen Ingolstadt und der Landkreis Pfaffenhofen keine anderen neuen Flüchtlinge mehr zugewiesen. Auch Grundstücksgeschäfte sind Teil des Kuhhandels: Das Justizministerium verzichtet auf den Bau eines Gefängnisses südlich von Zuchering. Ingolstadt kauft die Flächen und bis Ende 2016 auch die Kaserne selbst. Die Behörden stimmen sogar einem neuen Supermarkt nahe der Kaserne zu.

Rubriklistenbild: © dpa

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