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Manfred Weber.

Tumulte nach "Extremisten"-Aussage

Manfred Weber: Wutrede gegen Tsipras wird Internet-Hit

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Brüssel - Sein entspanntes Lächeln ist Alexis Tsipras am Mittwoch im Plenarsaal des Europaparlaments eingefroren. In zwei emotionalen Reden bekam er ordentlich sein Fett weg.

Griechenland hat einen neuen Antrag für Rettungsmilliarden gestellt und Reformen versprochen, doch das Vertrauen vieler EU-Politiker in Alexis Tsipras und seine Regierung geht mittlerweile gegen Null.

Wie wütend er ist, machte auch Manfred Weber in seiner Rede vor dem EU-Parlament am Mittwoch klar. Mit seiner Tsipras-Kritik, die er auf seinen YouTube-Kanal stellte, erntete der Chef der konservativen Fraktion der Europäischen Volkspartei innerhalb eines Tages immerhin über 31.000 Klicks. In den sozialen Netzwerken wurde seine Ansprache vielfach geteilt und diskutiert.

Der sonst eher besonnene CSU-Mann schlug ungewöhnlich scharfe Töne an und bezichtigte den Griechen-Premier der Lüge an seinem eigenen Volk: "Er hat gesagt, die Banken werden am Dienstag wieder öffnen. Heute ist Mittwoch, die Banken sind immer noch nicht geöffnet. Sie sagen Ihren Menschen nicht die Wahrheit. Das ist eine würdelose Politik.“

Weber zeigte sich enttäuscht, dass Tsipras sich nicht für die verbalen Entgleisungen seines mittlerweile zurückgetretenen Finanzministers Yanis Varoufakis entschuldigt hatte. Der hatte die Gläubiger als Sadisten und ihr Vorgehen als Terrorismus bezeichnet.

"Sie umgeben sich mit den falschen Freunden"

Laute Pfiffe von den Abgeordneten am rechten und linken Rand des Plenums erntete der EU-Politiker, als er sagte, im Europaparlament erhalte Tsipras Applaus bei den Extremen. "Sie umgeben sich mit den falschen Freunden", rief der CSU-Politiker, und äußerte Zweifel, dass die EU weitere Zugeständnisse an Athen machen könne. "Wie sollen wir über die vorliegenden Vorschläge noch hinausgehen? Dafür fehlt mir die Fantasie."

Schwere Anschuldigungen brachte Weber beim Thema Schuldenschnitt hervor: „Bitte lügen Sie die Menschen nicht an. Den Schuldenschnitt werden nicht fremde Finanzinstitute, Banken, irgendwelche Finanzmärkte bezahlen, nein: [...] Es wird der Landwirt in Portugal sein, es wird die Krankenschwester in der Slowakei sein und es wird der Beamte in Helsinki sein, der Ihre Schuldenlast zu bezahlen hat. [...] Wie können Sie eigentlich den Bulgaren erklären, unter solidarischem Aspekt, dass Griechenland jetzt weitere Kürzungen nicht aushalten kann, obwohl in fünf Mitgliedsstaaten der Eurozone de Mindestlohn geringer ist als in Griechenland. Denken Sie eigentlich auch an diese Menschen?“

Abschließend fasste er zusammen: „Sie lieben, Herr Tsipras, die Provokation. Wir lieben den Kompromiss. Sie lieben das Scheitern, wir lieben den Erfolg. Sie spalten Europa, und wir lieben Europa."

"Ich bin wütend!": Belgischer Liberaler schreit Tsipras an

Zum regelrechten YouTube-Star wurde Guy Verhofstadt. In 24 Stunden sammelten die deutlichen und sehr lauten Worte des Chefs der Liberalen auf YouTube fast 300.000 Klicks - mehr als so mancher Katzen- und Musikclip auf dem Videoportal.

Der belgische Liberale Guy Verhofstadt wurde mit seiner Wutrede gegen Alexis Tsipras unverhifft zum YouTube-Star.

Der Belgier redete sich darin regelrecht in Rage. Minutenlang schrie er Tsipras an und warf ihm Versagen vor: "Es ist wahr, was Sie sagen - die Griechen haben enormen Anstrengungen unternommen. Aber das Problem ist nicht dort, sondern, dass die Regierung nicht genügend unternommen hat. Sie reden über Reformen, aber wir haben noch nie konkrete Vorschläge für Reformen gesehen."

"Ich bin wütend", fuhr Verhofstadt fort. "Wir schlafwandeln seit fünf Jahren einem Grexit entgegen. In den letzten Monaten sind wir dem sogar entgegengerannt." Aber am Ende würden die Bürger Griechenlands die Rechnung bezahlen.

Überdeutlich forderte der EU-Politiker schnelle, eindeutige Lösungsvorschläge vom griechischen Premier: "Es gibt nur einen möglichen Weg. Und Sie kennen ihn ganz genau. Sie müssen in den kommenden 48 Stunden mit einem glaubwürdigen Reformprogramm vorlegen. Mit konkreten Wegmarken und Terminen."

Am Schluss seiner Rede appellierte Verhofstadt an Tsipras: "Sie müssen jetzt ein richtiger Anführer sein. Kein falscher Prophet. Legen Sie los!"

Tumulte bei Weber-Rede

hn/afp

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