"Deutsche Widerstandsbewegung"

Mann wirft Brandsatz aufs Kanzleramt: Festnahme

Berlin - In Berlin ist ein Mann festgenommen worden, der dringend verdächtig ist, einen Brandsatz auf das Kanzleramt geworfen zu haben. Offensichtlich ist er Mitglied einer rechten Gruppierung. 

Zwischenfall am Kanzleramt: Ein Mann ist mit einer Strickleiter über einen Zaun der Regierungszentrale geklettert und hat einen Molotowcocktail in Richtung Dach geworfen. Kurz danach wurde in der Nacht zum Donnerstag ein 48-jähriger Verdächtiger festgenommen, der mit dem Fahrrad davonfahren wollte, wie die Polizei mitteilte. Sowohl am Kanzleramt als auch in seiner Wohnung wurden Flugblätter der als rechtsextrem eingestuften „Deutschen Widerstandsbewegung“ gefunden. Verletzt wurde niemand, zu möglichen Schäden konnte die Polizei zunächst keine Angaben machen.

Es war laut Polizei bereits die neunte ähnlich geartete Attacke auf politisch symbolträchtige Gebäude seit August 2014. Die „Deutsche Widerstandsbewegung“ hatte sich auch zu einem Brandflaschen-Wurf im Mai auf den Zaun von Schloss Bellevue bekannt, des Amtssitzes des Bundespräsidenten. Damals wurde ein 50-Jähriger festgenommen, der aber wieder frei kam. Ähnliche Attacken mit sogenannten Molotowcocktails gab es im August auf die CDU-Parteizentrale und später unter anderem auf das Reichstagsgebäude und das Paul-Löbe-Haus des Bundestags.

Nach Informationen von „Spiegel Online“ versuchte in der Nacht zum 8. Juni schon einmal ein Mann ebenfalls mit einer Strickleiter auf das Gelände des Kanzleramtes vorzudringen. Der Versuch sei jedoch gescheitert, nur die Strickleiter sei am Tatort gesichert worden, berichtete das Online-Portal unter Berufung auf Ermittlerkreise. Wegen ähnlicher Begleitumstände könnte schon damals ein Brandanschlag geplant gewesen sein. Ob der aktuelle Verdächtige auch damals seine Hand im Spiel hatte, werde noch geprüft.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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