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BR-Moderator Marc Sauber wird neuer Bayernkurier-Chef.

Ungewöhnliche Personalie

Marc Sauber wird Bayernkurier-Chef

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München - Mit einer ungewöhnlichen Personalie leitet die CSU den Umbau des „Bayernkuriers“ ein. Ein junger Parteiloser übernimmt das Blatt – das gab’s noch nie.

München – Boshaftes war im „Bayernkurier“ zu lesen: Der Bayerische Rundfunk habe sich zum „Rotfunk“, ja zum „Rotgrünfunk“ entwickelt, schimpfte die CSU-Parteizeitung, „tendenziös“ und „einseitig“ seien einige Beiträge. Der namentlich nicht gekennzeichnete Wut-Artikel von Ende 2011 sorgte für Geraune in der Medienbranche. Nun bekommt er eine witzige Pointe: Chefredakteur des Bayernkurier wird einer aus dem obersten Zirkel des BR.

Der junge „Rundschau“- Moderator Marc Sauber (37) wird zum 1. Februar die Parteizeitung übernehmen. Entsprechende Informationen unserer Zeitung bestätigten er und CSU-Chef Horst Seehofer. Sauber, Volljurist und Reporter mit Auslandserfahrung, ist bereits vom Bildschirm verschwunden und legt bis zum Dienstbeginn eine Karenzzeit ein.

Auf den Münchner wartet eine schwierige Mission. Er darf alles – nur kein Weiter-so. Seehofer lässt die papierne Wochenzeitung radikal umbauen zu einer Online-Version und einem Hochglanz-Monatsmagazin. Die Kosten sind ihm zu hoch, der Ruf ist zu angestaubt. In den 60ern holzte das Parteiblatt gegen linkes Gesindel jeder Art, ein Kampfblatt eben. Seine besten Jahre erlebte der Bayernkurier in den 80ern, als Chefredakteur Wilfried Scharnagl (1977 bis 2001 im Amt) schrieb, was Parteichef Strauß dachte, und umgekehrt. Seither sank die Bedeutung stetig.

„Wer an den Bayernkurier denkt, denkt in erster Linie an die 70er-, 80er-Jahre“, sagt auch der designierte Chef Sauber. „Es ist jetzt eine ganz andere Zeit – unsere Gesellschaft, die politische Landschaft und besonders die Medienwelt haben sich tiefgreifend verändert.“ Er verspricht ein neues Erscheinungsbild. „Die Menschen wollen mehr denn je sachlich und umfassend informiert werden. Sie wollen nicht mit Lautstärke, sondern mit Argumenten überzeugt werden. Das wird die Grundtonalität des neuen Bayernkurier.“

Auf einen 37-Jährigen zu setzen, ist mutig. Noch dazu ist Sauber zwar mit Generalsekretär Andreas Scheuer befreundet, dem Planer hinter der Reform. Sauber aber war – so sagt er nach dreimaliger Nachfrage – nie CSU- oder JU-Mitglied. Scheuers Angebot, einer der Parteisprecher zu werden, hatte er schon mal ausgeschlagen, erzählt man. „Ich habe bisher kritische Fragen gestellt und werde das weiterhin tun. Die Partei ist weit vielschichtiger, als mancher vielleicht denkt“, sagt er.

Sauber will die Redaktion – 6,5 Stellen – halten. „Das große Ziel ist, alle mitzunehmen.“ Kosten sparen muss er trotzdem, die Reichweite steigern. Helfen soll Exklusives. Der Bayernkurier solle „wieder den medialen Niederschlag finden, den er verdient“.

Dem Parteitag Mitte Dezember wird eine „Nullnummer“ vorgestellt, eine Probeausgabe von Magazin und Online-Seite. Bald auf Saubers Amtsantritt dürfte ein weiterer radikaler Schnitt folgen: Die CSU gibt 2015 ihren Sitz in der Nymphenburger Straße vollständig auf und zieht mit Bayernkurier – Ziel noch geheim – auch baulich aus dem Muff der 70er-Jahre weg.

Chr. Deutschländer

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