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Ungewöhnliches Hobby: Neuer Justizminister wird nach Feierabend zum Musikproduzenten

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Soundcloudprodil von FDP-Politiker Marco Buschmann
Erkennen Sie diesen Bundesminister? © Screenshot Soundcloud

Marco Buschmann ist seit kurzem Bundesjustizminister. Nach Feierabend verwirklicht sich der promovierte Jurist als Musikproduzent.

Berlin - Marco Buschmann ist einer von vier FDP-Politikern im neuen Ampel-Kabinett. Neben seiner Arbeit als Bundesjustizminister ist der gebürtige Gelsenkirchener auch als Hobby-DJ tätig. Buschmann veröffentlicht seit Jahren Musikstücke auf der Plattform Soundcloud. Aktuell werden seine Tracks immer häufiger gehört.

„MB Sounds“: Justizminister Buschmann produziert Lindner-Wutrede

Buschmann tritt unter dem Pseudonym „MBSounds“ auf. Sein bekanntestes Stück ist sechs Jahre alt und trägt den Titel „Wutrede“. Es ist untermalt mit einer Rede von FDP-Parteichef Christian Lindner aus dem Januar 2015. Damals war Buschmann Bundesgeschäftsführer der FDP. 

Lindner war Landtagsabgeordneter in Nordrhein-Westfalen und ging zum Thema Unternehmensgründung an das Rednerpult. Als er seine Rede begann, gab es einen - wie Lindner später sagen sollte - „dämlichen Zwischenruf“ des SPD-Politikers Volker Münchow. Lindner habe ja wohl „Erfahrung mit der Gründerkultur“, sagte Münchow, der damit auf Linders Scheitern mit seinem Unternehmen anspielte. Anfang der 2000er Jahre gründete Lindner ein Start-up-Unternehmen, das letztlich Insolvenz anmelden musste.

Der wortgewandte Lindner nahm die Kritik des SPD-Politikers auf und hielt im Düsseldorfer Landtag eine drei minütige Tirade. Dabei bezog er sich auch auf eine Rede der damaligen SPD-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, die dafür warb, unternehmerisches Scheitern nicht zu verurteilen. „Haben Sie nicht gehört, was die Ministerpräsidenten gesagt hat, Herr Kollege von der SPD?“ In Richtung Kraft sagte Lindner: „Da haben Sie einen in Ihren eigenen Reihen, Frau Ministerpräsidentin, der nicht zuhört, was Sie machen. Das ist Ihr Kollege. Das ist einer der Gründe, warum die Menschen heute lieber in den öffentlichen Dienst gehen, als sich zu gründen.“

Lindners Rede, die mit den Worten „das hat Spaß gemacht“ endete, wurde auf YouTube von mehr als 500.000 Menschen gesehen. Buschmann griff die „Wutrede“ seines Parteikollegen auf, bastelte ein paar Beats hinzu und sorgte so für seinen bekanntesten Hit. „MBSounds“ schreibt unter den Song: „Deutsche Medien sprachen von „Wutrede“. Dieses Stück drückt diese Wut auf musikalische Weise aus.“ 37.000 Menschen haben sich den Song bereits angehört.

Buschmann über sein Musik-Hobby: „Hoffentlich tun niemandem die Ohren weh“

Insgesamt hat Buschmann 56 Tracks veröffentlicht. Sie sind nicht einheitlich einem Genre zuzuordnen, bewegen sich im Bereich von Electro, Dreamhouse und Trance. Die Titel heißen „Epic Christmas Medley“ oder „Night Drive“. Ein bisschen FDP-Geschichte findet sich zudem in den Stücken „Schattenjahre“. In dem Song „Second Speech of Anger“ greift Buschmann abermals Lindner auf. Er sorgt für die musikalische Untermalung einer Linder-Rede gegen die AfD.

Auf Twitter äußerte sich Buschmann zuletzt zu den gestiegenen Hörerzahlen auf seinem Account. „Ich fühle mich sehr geehrt ... Hoffentlich tun nun niemandem die Ohren weh.“ (as)

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