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Marco Buschmann privat und Karriere - das ist der Bundesminister der Justiz

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Marco Buschmann
Marco Buschmann © IMAGO/Frederic Kern

Der deutsche Justizminister stammt aus bescheidenen Verhältnissen, ehe er sich in der Landes- und Bundespolitik hocharbeitete. Wissenswertes über Marco Buschmanns Karriere.

München – Der am 1. August 1977 in Gelsenkirchen geborene Marco Buschmann arbeitete nach seinem Studium als Rechtsanwalt, ehe er seine politische Karriere startete. Der FDP-Politiker legt den Schwerpunkt seiner Arbeit insbesondere auf den Schutz der Bürgerrechte im digitalen Bereich und spricht sich gegen Netzsperren und Vorratsdatenspeicherung aus. Zudem tritt er für eine umfassende Modernisierung des Bildungssystems, eine soziale Marktwirtschaft sowie die Stabilisierung des Rechtsstaates ein. Marco Buschmann gehört zum engsten Kreis der Vertrauten um den FDP-Bundesvorsitzenden Christian Lindner und organisierte die politische Neuaufstellung der Liberalen. Buschmann ist katholisch und seit 2014 mit Dr. Janina Hatt verheiratet, die als Referentin für den Nationalen Normenkontrollrat des Bundeskanzleramts arbeitet. Das Paar wohnt in Berlin und Gelsenkirchen, hält sein Privatleben aber weitestgehend unter Verschluss.

Marco Buschmann – der Beginn seiner Karriere

Nach eigenen Angaben stammt Marco Buschmann aus einem eher bescheideneren Elternhaus. In einem Interview mit „Welt“ berichtete Buschmann einmal, dass seine fünfköpfige Familie gemeinsam mit der kranken Großmutter auf 70 Quadratmetern in einer Wohnung zusammengelebt habe. „Arm haben wir uns dabei aber nie gefühlt. Oft habe ich mich sogar reicher gefühlt als andere.“ Diese sozialen Hürden sollten aber keine sein, die für Buschmann nicht zu überwinden gewesen wären: Trotz Abraten seiner Grundschullehrerin ging er dank der Unterstützung seiner Familie dennoch auf das Max-Planck-Gymnasium in Gelsenkirchen-Buer. Nach dem Abitur und der Ableistung des Zivildienstes in einer Einrichtung der Caritas schrieb er sich an der Universität Bonn schrieb er sich im Fach Rechtswissenschaften ein und legte 2004 sein Erstes Staatsexamen am Oberlandesgericht Düsseldorf ab. 2007 folgte das Zweite Staatsexamen am Oberlandesgericht Hamm. 2007 wurde er als Rechtsanwalt zugelassen und arbeitete im Anschluss daran für die weltweit agierende US-Wirtschaftskanzlei „White & Case LLP Düsseldorf“. Seit sich Buschmann aber auf seine Politikerkarriere konzentriert, ruhte dort seit 2009 sein Arbeitsverhältnis. 2014 beendete er es komplett. Seine universitäre Bildung trieb er weiterhin voran: 2016 erfolgte seine Promotion mit der Bewertung „Summa cum laude“ an der Universität Köln mit der Dissertation unter dem Titel: „EuGH und Eigentumsgarantie. Eine Analyse zu Ursprung und Inhalt des Eigentumsrechts der Europäischen Union.“

Marco Buschmann – seine politische Karriere

Bereits im Alter von 17 Jahren trat Marco Buschmann in die FDP ein und wurde Mitglied bei den Jungen Liberalen. Dort übernahm er mehrere Posten – zunächst in seinem Wahlkreis Gelsenkirchen, später auch auf Landes- und Bundesebene. So war er etwa von 1998 bis 2003 Mitglied im erweiterten Bundesvorstand. In den Folgejahren wechselte Buschmann immer wieder zwischen Landes- und Bundespolitik. Die wichtigsten Stationen seines Lebenslaufes:

Marco Buschmann – seine politischen Ansichten und Ziele

Der FDP-Politiker Marco Buschmann setzt sich insbesondere für eine umfassende Modernisierung des Bildungssystems sowie für eine Reform des Bildungsföderalismus ein: „In einer Welt der Veränderung gibt es keine Ressource, die wertvoller wäre als Bildung. Sie befähigt die Menschen, auch in einer komplexen Umwelt selbstbestimmt ihren Weg zu gehen.“ Weiters stehen für ihn die Stabilisierung des Rechtsstaates („Ohne aber die Grundrechte der Bürgerinnen und Bürger zu verletzen“), eine soziale Marktwirtschaft als Fundament der Wirtschaftsordnung, das Verbot einer flächendeckenden Überwachung privater Chats sowie Demokratie und Parlamentarismus im Vordergrund. Aber auch vor – auf den ersten Blick – Boulevardthematik verschließt er nicht die Augen: Der Song „Layla“ von DJ Robin belegt derzeit (Stand: 21.7.2022; Anm.) Platz eins in den deutschen Single-Charts, wird aber wegen seines sexistischen Inhalts kritisiert. Zuerst wurde das Lied auf dem Volksfest in Würzburg verboten, dann auch auf der Kirmes in Düsseldorf. Marco Buschmann hat kein Verständnis für die Verbote. „Man muss Schlagertexte nicht mögen. Man kann sie sogar doof oder geschmacklos finden“, schrieb er auf Twitter. „Sie aber behördlich zu verbieten, finde ich, ist eins zuviel.“

Marco Buschmann – sein Privatleben

Obwohl er für gewöhnlich sein Privatleben gut unter Verschluss hält, ist sein Hobby kein allzu großes Geheimnis: Der Justizminister hat eine Schwäche für Elektromusik und produziert unter dem Namen „MB Sounds“ eigene Songs auf der Musikplattform Soundcloud. Mit Erfolg: Einer seiner Hits, „Excalibur Calls For Arthur“, hat bereits mehr als 60.000 Klicks. Auch ein Jingle für die Jungen Liberalen und eine mit Musik unterlegte Rede von Christian Lindner sind dort zu finden. Auf den ersten Blick gar nicht dazu passen will seine Religiosität: Marco Buschmann ist praktizierender Katholik. Trotzdem bevorzugt er es, Glauben und Politik voneinander zu trennen. „Ich möchte einfach vermeiden, dass die Menschen den Eindruck bekommen, wir würden sozusagen nur glaubensmotiviert handeln“, sagte der FDPler 2009 gegenüber „deutschlandfunk“. „Und deshalb ist es wichtig, dass wir Argumente jenseits der Religion haben. Am besten hart an der Sache und sachnah.“ Buschmann wolle mit seiner Politik auch „Menschen ohne Glauben oder Menschen mit anderem Glauben als dem christlichen“ ansprechen.

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