Verheerender Anschlag in Ägypten: Zahl der Toten auf 155 gestiegen

Verheerender Anschlag in Ägypten: Zahl der Toten auf 155 gestiegen
+
Die Marinesoldaten sind im Rahmen des UNIFIL-Einsatzes unterwegs.

"Hier wohnen die Mongos"

Soldaten fesseln Bootsmann - Marine ermittelt

Beirut - Aus der Koje gezerrt, gefesselt, beschmiert: Ein Angriff auf einen Vorgesetzten auf einem deutschen Marineboot im Hafen von Beirut sorgt für Aufsehen. Das Ministerium sieht einen „Einzelfall“.

Mindestens vier Marine-Soldaten der Bundeswehr haben auf einem Schnellboot im Libanon-Einsatz einen Vorgesetzten gefesselt und mit Farbe beschmiert. „Hier wohnen die Mongos“, sollen sie dem Bootsmann auf ein Bein geschrieben haben. Die Bundeswehr hat den Fall an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Die Beschuldigten wurden aus dem Einsatz abgezogen.

Spekulationen über einen möglichen rassistischen Hintergrund trat das Bundesverteidigungsministerium am Mittwoch entgegen. Der unter anderem mit einem Spanngurt an einen Tisch gefesselte Bootsmann soll thailändischer Herkunft sein. Aus dem Verteidigungsausschuss des Bundestags hieß es, es habe sich um einen Racheakt gehandelt, nachdem der Bootsmann seine Untergebenen schlecht behandelt habe.

Marine-Inspekteur Axel Schimpf verurteilte den Angriff von Bundeswehrsoldaten auf einen Vorgesetzten im Libanon-Einsatz scharf und kündigte harte Ermittlungen an. „Derartige Fälle dulde ich nicht in unserer Marine“, sagte er der Zeitung „Die Welt“ (Donnerstag). „Deswegen wird nun mit der gegebenen Härte ermittelt. Intern sind sofort die nötigen Konsequenzen gezogen worden.“

"Höchst bedauernswerter Einzelfall"

Der Angriff ereignete sich am 15. Februar auf dem Schnellboot „Hermelin“ im Hafen der libanesischen Hauptstadt Beirut. Der Bootsmann soll aus seinem Bett gezerrt und dann gefesselt und beschmiert worden sein. Der Verteidigungsausschuss wurde am Mittwoch über den Fall informiert.

Dem Angriff soll nach Angaben von Abgeordneten eine Provokation des Vorgesetzten vorausgegangen sein. Er soll seinen Untergebenen mit den Worten „Da schlafen die Mongos“ ihre Kojen zugewiesen haben. Wegen Platzmangels habe er schließlich im selben Raum mit den Obermaaten schlafen müssen und sei dann von ihnen aus der Koje gezerrt worden.

Am 22. Februar wurde der Fall nach Angaben des Einsatzführungskommandos wegen des „Verdachts eines tätlichen Angriffs auf einen Vorgesetzten“ an die Staatsanwaltschaft übergeben. Der stellvertretende Ministeriumssprecher Christian Dienst sprach von einem „höchst bedauernswerten Einzelfall“. CDU-Verteidigungsexperte Ernst-Reinhard Beck betonte, der Fall sei „kein Politikum“.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Jamaika? Kenia? Bahamas? Diese Koalitionen sind möglich
Früher war alles einfacher: Da sprach jeder noch von Großer Koalition oder Ampel-Koalition. Heute heißt es Jamaika und Kenia. Hier erfahren Sie, welche …
Jamaika? Kenia? Bahamas? Diese Koalitionen sind möglich
Schulz: SPD-Mitglieder entscheiden Regierungsbeteiligung
Also doch große Koalition? Nach ihrem harschen Nein zu einer weiteren GroKo bewegen sich die Sozialdemokraten allmählich in eine andere Richtung. Möglichst behutsam, um …
Schulz: SPD-Mitglieder entscheiden Regierungsbeteiligung
Schulz will Parteibasis über SPD-Regierungsbeteiligung abstimmen lassen
Noch immer streiten die Parteien, wer der Schuldige für das Scheitern von Jamaika ist - unterdessen könnte eine bereits abgeschriebene Lösung wieder aktuell werden. Alle …
Schulz will Parteibasis über SPD-Regierungsbeteiligung abstimmen lassen
Verheerender Anschlag in Ägypten: Zahl der Toten auf 155 gestiegen
Bei einem Anschlag auf eine Moschee auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel sind nach Angaben der dortigen Staatsmedien 155 Menschen getötet worden.
Verheerender Anschlag in Ägypten: Zahl der Toten auf 155 gestiegen

Kommentare