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Sie ist die junge Hoffnung des Front National: Marion Maréchal-Le Pen (26).

Stichwahl in Frankreich

Marion Maréchal-Le Pen: Die junge Hoffnung des Front National

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Paris - Sie ist die junge Hoffnung des Front National: Marion Maréchal-Le Pen (26), die jüngste Parlamentarierin und Nichte von Parteichefin Marine Le Pen.

Eigentlich war es ein ziemlich guter Witz, aber Marion Maréchal-Le Pen konnte nicht wirklich darüber lachen. Kurz vor dem ersten Durchgang der Regionalwahlen in Frankreich tauchte Anfang Dezember im Netz eine vermeintliche Wahlwerbung der Politikerin des rechtsextremen Front National (FN) auf. Die Bitte der gewinnend in die Kamera lächelnden Marion: „Wenn du mir eine Freude bei der Wahl am Sonntag machen willst, zeichne doch einfach ein kleines Herzchen auf deinen Stimmzettel. Dann weiß ich, dass du mich liebst.“

Das Ganze war natürlich eine Satire-Aktion, ein Herzchen auf dem Wahlzettel hätte die Stimmabgabe ungültig gemacht. Geschadet hat es Marion Maréchal-Le Pen keineswegs – der Front National wurde vor einer Woche in sechs der 13 Regionen zur stärksten Partei gewählt. An diesem Sonntag steht der entscheidende zweite Wahlgang an, die junge Politikerin könnte zur Regionalrätin der südöstlichen Region „Provence-Alpes-Côte d’Azur“ werden. Darüber hinaus gilt die Wahl als Stimmungstest für die Präsidentschaftswahl im Frühjahr 2017.

Unter Marine Le Pen ist der FN unverändert eine extremistische Partei, aber spätestens mit dem Ausschluss des polternden Judenhassers und Parteigründers Jean-Marie Le Pen hat sie sich einen bürgerlichen Anstrich verpasst. Dazu trägt auch Marion Maréchal-Le Pen bei, streng katholisch, verheiratet und inzwischen Mutter einer kleinen Tochter.

Lange wurde die 26-Jährige als hübsches Motiv im politischen Familienalbum belächelt. Mit nur 22 Jahren gelang ihr dann aber 2012 ein großer Erfolg: Sie zog als jüngste Abgeordnete in die Nationalversammlung ein – als eine von nur zwei Abgeordneten des FN. Im Parlament tritt Maréchal-Le Pen inzwischen immer sicherer auf, auch in Rededuellen mit dem wortgewaltigen sozialistischen Premier Manuel Valls.

Maréchal-Le Pen: Das sind ihre politischen Ansichten

So charmant ihr Lächeln, so extrem ihre politischen Ansichten. Bei der Einwanderungspolitik gilt Marion Maréchal-Le Pen als noch radikaler als die Parteichefin, die schon sämtliche Grenzen dichtmachen will und das offene Europa verteufelt. Bei den landesweiten Protesten gegen die Homo-Ehe stand die Jura-Studentin häufig in der ersten Reihe, von der Krankenkasse bezahlte Schwangerschaftsabbrüche lehnt sie ab. Immerhin: Anders als ihre Tante und ihr Großvater liebäugelt sie nicht mit einer Wiedereinführung der Todesstrafe.

Marion Maréchal-Le Pens öffentliches Leben begann übrigens auf dem Arm ihres Großvaters – als leicht skeptisch dreinschauende Zweijährige auf einem Wahlplakat des Front National Anfang der 1990er-Jahre. Eine Marionette der Familie wolle sie aber nicht sein, betont die junge Frau bis heute. Auch wenn aus kindlicher Skepsis längst glühende Überzeugung geworden ist.

Maximilian Heim

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