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Evakuierung im Mariupol-Stahlwerk? Russland meldet Deal – und will Ukrainer just in Separatisten-Zone bringen

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Von: Linus Prien

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Seit Wochen sind ukrainische Soldaten im Stahlwerk Mariupol verschanzt. Der Kreml berichtet nun von einer Einigung – doch Kiew schweigt.

Moskau - Nach tagelangen Verhandlungen haben sich das russische und das ukrainische Militär nach Angaben aus dem Kreml darauf geeinigt, verletzte Kämpfer aus dem Stahlwerk in Mariupol herauszuholen. Vonseiten der Ukraine gab es dafür zunächst keine offizielle Bestätigung. Die Hafenstadt Mariupol ist seit dem Beginn des eskalierten Ukraine-Konflikts belagert.

Die Anzahl an ukrainischen Soldaten, die sich zuletzt im Asovstal-Werk verschanzten, ist unklar. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte am Montag mit, dass eine Feuerpause gelte und ein humanitärer Korridor geöffnet werde. Die ukrainischen Kämpfer sollten in der von prorussischen Separatisten kontrollierten Stadt Nowoasowsk im Osten der Ukraine medizinisch versorgt werden.

Ukraine-Krieg: Selenskyjs Regierung forderte Evakuierung außerhalb russisch besetzter Gebiete

Die Regierung von Wolodymyr Selenskyj in Kiew hatte stets gefordert, die Verletzten auf das von der Ukraine kontrollierte Gebiet oder in ein Drittland zu überstellen. Zwischenzeitlich hatte sich die Türkei angeboten, die ukrainischen Soldaten über das Schwarze Meer zu evakuieren und medizinisch zu versorgen.

Bereits am Morgen hatten prorussische Separatisten gemeldet, dass die ersten ukrainischen Kämpfer sich ergeben und das Stahlwerk mit weißen Fahnen verlassen hätten. Später wurde dies von ukrainischer Seite dementiert. Am Montag (16. Mai) berichtete das Mediennetzwerk Nexta noch von anhaltendem Beschuss auf das Stahlwerk.

Ukraine-Krieg: Ukrainische Soldaten in Mariupol fürchten russische Kriegsgefangenschaft

Nach ukrainischen Angaben sollen sich in der Industriezone des Unternehmens Azovstal rund 1000 Verteidiger Mariupols verschanzt haben. Hunderte von ihnen sollen verletzt sein. Der russische Präsident Wladimir Putin, der den Krieg gegen die Ukraine am 24. Februar begonnen hatte, forderte die Kämpfer wiederholt auf, die Waffen niederzulegen und sich zu ergeben. 

Das lehnten sie ab, weil sie sich nicht in russische Gefangenschaft begeben wollten. Im Verlaufe des Krieges wurden wiederholt Berichte über ukrainische Soldaten, wie auch Zivilisten veröffentlicht, die in russische Gefangenschaften geraten waren. Den Angaben der Gefangen nach, wurden sie teils schwer misshandelt. (lp/dpa) Meldungen zu militärischen Ereignissen im Ukraine-Krieg lesen Sie in diesem News-Ticker.

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