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CSU-Generalsekretär Markus Blume (r.) stand Markus Lanz Rede und Antwort.

Markus Blume im ZDF-Talk

CSU-General wettert gegen AfD-Frau - dann dreht Lanz den Spieß um und erhält donnernden Applaus

Markus Lanz nimmt in seiner Sendung am Dienstagabend Markus Blume, den CSU-Generalsekretär in die Mangel. Es geht um Islam und Seehofer. Blume lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Nur über die AfD zeigt er sich erbost. 

München - Zu Beginn der Sendung sieht es so aus, als würde es ein einfaches Spiel für CSU-Generalsekretär Markus Blume. Moderator Markus Lanz spricht ihn auf die Politisierung der Amokfahrt von Münster an, über die er fassungslos gewesen sei. Gleich darauf wird der kontrovers diskutierte Tweet von AfD-Fraktionsvize Beatrix von Storch eingeblendet, in dem sie das „Wir schaffen das“ der Bundeskanzlerin zitierte und mit einem fluchenden Smiley versah. Das habe auch Blume fassungslos gemacht, gesteht er. Eine solche Tragödie „aufs übelste Weise zum Islam ins Verhältnis zu setzen“, zeige, dass jemand die Maske habe fallen lassen. Hier gehe es nur um ein „billiges Geschäft eines Populismus der Extreme“. Von Storch wolle „Hass in diesem Land säen“. 

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Man könne zu sowas nicht mehr schweigen, erklärt Blume. Deshalb habe er sich auf Twitter mit Beatrix von Storch angelegt. Diese Antwort gefällt dem Studio-Publikum, und der CSU-Mann erntet dementsprechend reichlich Applaus. Doch dann dreht Lanz den Spieß um und blendet einen CSU-Tweet vom Mai 2017 ein, auf dem eine durchgestrichene Burka zu sehen ist. Darunter steht „Burka Nein Danke“, darüber der Hashtag #Leitkultur. „Warum postet man sowas?“ will Lanz wissen. 

CSU-Mann Blume bei Markus Lanz: „Ganz andere Debatte“

Das sei im Zusammenhang mit einer ganz anderen Debatte veröffentlicht worden, sagt Blume. Auch er sei der gleichen Meinung wie Horst Seehofer, nämlich dass der Islam nicht zu Deutschland gehöre, die Muslime aber schon. Das reicht Lanz nicht: Ob eine Reduzierung des Islam auf die Burka nicht das gleiche sei wie die Vereinfachungen der AfD, will er wissen. Vereinfachungen, „von denen wir eigentlich alle so unglaublich genug haben, weil diese Art von Vereinfachung keinem was bringt“, fügt der Gastgeber an, und bekommt dann selbst tosendem Applaus von seinem Publikum.

Lässt sich von Markus Lanz nicht in die Enge treiben: CSU-Generalsekretär Markus Blume

Damit sei man bei der Grundfrage angelangt, so Blume, wie man mit Populismus umgehen soll. „Ich gebe zu, dass das ein schmaler Grad ist“, sagt er. Horst Seehofer habe die Debatte aus gutem Grund angestoßen, weil viele Bürger verunsichert seien. So stelle sich zum Beispiel die Frage, ob Toleranz gegenüber anderen Religionen zu Deutschland gehöre. Ja, findet Blume, und daher habe Antisemitismus auf deutschen Schulhöfen nichts zu suchen. Wenn man nun aber sage, „Der Islam gehört zu Deutschland“, könne jemand auf die Idee kommen, dass „ein sehr intolerantes Verhältnis gegenüber anderen Religionen und Antisemitismus quasi über die Hintertür auch Einzug in unser Land hält“.

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CSU-Mann Blume bei Markus Lanz: Über „Grenzen der Integrationsfähigkeit“

Deutschland müsse so tolerant und offen bleiben, wie es derzeit ist. Aber die Spielregeln und die christliche Prägung müssen auch klar sein, so der CSU-Generalsekretär. Da stimmt Lanz zu, und führt ein Interview mit Ex-Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) an, der von einer „großen Entfremdung“ gesprochen habe. Warum das Gabriel erst nach so vielen Jahren in der Politik aufgefallen sei, will Lanz von Blume wissen. Es sei „tatsächlich Ausdruck der Misere der SPD, dass solche Erkenntnisse dann plötzlich kommen, wenn man nicht mehr im Amt ist“, attestiert Blume. Die CSU versuche immer „maximal nah bei den Menschen zu sein, zu verstehen, was sie bewegt“.

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Doch Lanz lässt beim Thema Islam nicht locker: Warum man nicht konkret werde, sondern eine seltsam pauschale Debatte über den Islam führe, will er wissen. Blume widerspricht nicht, gibt Lanz aber auch nicht recht. Man müsse auf der Grundlage der christlichen Prägung darüber sprechen, wie Integration gelingen kann, was die „Grenzen der Integrationsfähigkeit“ in Deutschland seien, behauptet er stattdessen.

Muslime in seinem Stimmkreis München-Perlach seien teilweise selbst in Sorge über neue muslimische Entwicklungen, die nach Deutschland getragen würden. Gastarbeiter-Familien aus der Türkei hätten etwa zu ihm gesagt: „Passt mal auf, was da jetzt kommt aus anderen Teilen des Mittleren Ostens. Das ist etwas, das ihr hier bisher nicht kennt.“ Dabei gehe es um Aspekte wie das Frauenbild oder Antisemitismus. 

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Heimatministerium: Keine Heimat für Frauen?

Wenn sich die Kanzlerin und Seehofer, und generell die CDU und die CSU beim Thema Islam nicht einig seien, wie sie dann trotzdem zusammen regieren können, will Lanz schließlich wissen. Darauf geht Blume nicht ein. Er begnügt sich mit der Feststellung, es müsse in Deutschland möglich sein, eine Selbstverständlichkeit auszusprechen. Immerhin seien drei Viertel der Deutschen einer Meinung mit der CSU-Linie. 

Zum Schluss will Lanz noch wissen, was sich Seehofer beim kontrovers diskutierten, gänzlich frauenlosen Foto des Heimatministeriums gedacht habe. Beide müssen ein bisschen schmunzeln. Eine schlagfertige Antwort hat der CSU-Mann nicht parat. Er zitiert Münchens Ex-Bürgermeister Christian Ude (SPD), der mal gesagt habe, die Chefredaktionen Deutschlands, die sich über mangelnde Frauenbeteiligung aufregen, seien auch durch die Bank frauenlos. Ein Seitenhieb gegen die Journalisten des Landes. „Ja so sind wir“, witzelt Lanz, „damit hatten wir noch nie ein Problem, uns scheinheilig über etwas aufzuregen und es selber nicht anders zu machen.“

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Laurenz Gehrke

Der Islam gehört nicht zu Deutschland:

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