Markus Lanz führt durch die Sendung
+
Markus Lanz führt durch die Sendung

ZDF-Talk

Söder-Laschet-Kampf: Lanz gibt Ziemiak in der Abmoderation noch einen mit - „Würde auch mal helfen“

Kommt es zum Absturz der Union? Nach dem Krimi zwischen Markus Söder und Armin Laschet liefen bei „Markus Lanz” die Gemüter mit Blick auf die Bundestagswahl heiß.

Bei „Markus Lanz” geht es am Donnerstagabend vor allem um eine Frage: Wird es nach der Entscheidung für Armin Laschet als Kanzlerkandidaten zum Absturz der Union kommen? Immerhin waren bei Weitem nicht alle CDU-CSU-Anhänger begeistert von dem Sieg des CDU-Chefs. Der Showdown zwischen Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) und Laschet stellt sich daher bis heute als echte Zerreißprobe dar.

Im Gespräch mit Markus Lanz erklärt CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak, wie er den Machtkampf persönlich wahrgenommen hat. Der frühere CSU-Vize, Peter Ramsauer, äußert sich dagegen zur Strategie der Union im anstehenden Bundestagswahlkampf, worüber auch 24hamburg* berichtet. Während sich die Politiker nur vage zu Wort melden, als es um die Zukunft der Union geht, bringt es Eva Quadbeck, die stellvertretende Chefredakteurin des RedaktionsNetzwerk Deutschland, auf den Punkt: „Das ist eine wirklich schwere Hypothek für einen kurzen Wahlkampf von fünf Monaten!”

„Markus Lanz“ – das waren seine Gäste am 22. April:

  • Paul Ziemiak – CDU-Generalsekretär
  • Peter Ramsauer – ehemaliger CSU-Vize
  • Eva Quadbeck – stellvertretende Chefredakteurin „RedaktionsNetzwerk Deutschland”
  • Prof. Karl-Rudolf Korte – Politologe und Parteienforscher
  • Prof. Thorsten Lehr – Pharmazeut und Experte der Universität des Saarlandes

In der Sendung vom 22. April wird Ziemiak virtuell zugeschaltet und zeigt sich nüchtern – auch wenn ZDF-Moderator Markus Lanz kess nachfragt: „Ist Massaker das richtige Wort, um zu beschreiben, was in den letzten Wochen passiert ist?” Der CDU-Generalsekretär wiegelt ab und erklärt mit ruhiger Stimme: „Nein, es war ein ganz normaler Prozess. Wir hatten zwei Angebote, zwei erfolgreiche Ministerpräsidenten, die gesagt haben, ich würde das gerne machen. Und dann gibt es Unterstützer, dann gibt es das Werben für den Einen oder den Anderen. So ein Auswahlprozess, der ist natürlich immer eine Zäsur in einer Partei. Aber das gehört in einer Partei nun einmal dazu.”

Nach der Wahl des Kanzlerkandidaten der Union: „Laschet hat keine mobilisierte Basis”

Eva Quadbeck stellt daraufhin energisch klar: „Ein normaler Prozess war das mit Sicherheit nicht! Es ist ja völlig in Ordnung, wenn Parteien innerparteilich Wettbewerbe austragen. Aber was da abgelaufen ist, war auf jeden Fall historisch und sehr schädlich für eine Partei. Man wird sich da noch lange daran erinnern. Das ist einzureihen in Kreuth 1976 oder die Flüchtlingskrise 2018 – und jetzt 2021 der Streit um die Kanzlerkandidatur. Jedes Mal hat die Union komplett in den Abgrund geblickt. Und jedes Mal konnte es nur mit größtmöglicher Brutalität beendet werden. Und jedes Mal ist die Union mit einem richtig großen Schaden hinausgegangen. Das ist eine wirklich schwere Hypothek für den nun nur noch sehr kurzen Wahlkampf von fünf Monaten. Laschet hat keine mobilisierte Basis und es gibt noch kein Wahlprogramm.”

Parteienforscher Prof. Karl-Rudolf Korte fügt hinzu: „Ich sehe das auch so, dass die Schwestern kurz davor waren, sich so zu trennen, dass es zwei getrennte Parteien gibt, die keine Gemeinschaft mehr im Bundestag zusammen haben. Das hatte schon diese Sprengkraft.” Peter Ramsauer reagiert auf Nachfrage von ZDF-Moderator Markus Lanz besonnen: „Es gibt ja kein Rezeptbuch, wie man eine Kanzlerkandidatur durchführt. Das konnte man ja letzte Woche beobachten, wie schwierig das manchmal ist.” Eva Quadbeck hakt nach: „Laschet und Söder hätten sich ja absprechen können: Wie kommen wir eigentlich zu einer Lösung? Das gipfelte dann irgendwann am Montagabend im CDU-Vorstand darin, dass man nicht wusste, wie man digital abstimmen soll. Alles, was man gemacht hat in diesem Prozess, war kopflos.”

Paul Ziemiak stellt sich bei „Markus Lanz” (ZDF) auf die Seite von Armin Laschet: „Der Kanzler mit großem Herzen”

Ein harter Vorwurf, gegen den sich Paul Ziemiak prompt wehrt: „Das stimmt einfach nicht. Es gibt auch keinen Dissens zwischen CDU und CSU!” Markus Lanz will daraufhin wissen: „Wenn Markus Söder der ‘Kanzler der Herzen’ ist, was ist dann Armin Laschet?” Ziemiak reagiert mit einem breiten Grinsen: „Der Kanzler mit dem großen Herzen.” Auf den Scherz will sich Quadbeck nicht einlassen. Sie stellt stattdessen klar: „Der Kandidat der Herzen – daran wird man sich noch erinnern, wenn es am 26. September schiefgeht. Das ist ein unglaublich symbolbeladener Begriff und ist eine Anlehnung an Lady Diana, die die Königin der Herzen war.”

Wann die Entscheidung für Laschet wirklich gefallen ist? ZDF-Moderator Markus Lanz spekuliert, dass die Würfel am Sonntagabend (18. April) gefallen sind. Ein Abend, an dem Markus Söder aus Nürnberg eingeflogen kam und sich neben Laschet mit fünf anderen Männern traf – darunter Paul Ziemiak. Der CDU-Generalsekretär gibt zu: „Das war so, wir haben uns tatsächlich noch zu später Stunde getroffen, um die Situation zu erörtern. Wir wussten, je schneller wir die Entscheidung treffen, umso besser. Bei diesem Abend wurden noch einmal sehr deutlich die Positionen ausgetauscht.”

Fazit der Sendung

Bei „Markus Lanz” liefern sich am Donnerstagabend CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak, Journalistin Eva Quadbeck und ZDF-Moderator Markus Lanz ein hitziges Wortgefecht. Dabei stellt sich Ziemiak in die Defensive, als es um einen möglichen Absturz der Union und den Machtkampf zwischen Markus Söder und Armin Laschet geht. Peter Ramsauer blickt dagegen in die politische Zukunft der Union und philosophiert: „Sollte es so sein, dass wir in der kommenden Bundestagswahl nicht so gute Ergebnisse erzielen, hätte es auch seine Vorteile.” Und Lanz schickt mit seinem Abschlussstatement noch eine Spitze gen Ziemiak ab: „Vielen Dank auch Herrn Ziemiak, der mal ein Wahlprogramm entwickeln darf, das würde auch helfen.“ *24hamburg ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Kommentare