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Moderator Markus Lanz (l.) mit seinem Gast Mike Mohring (CDU Thüringen).

Talkshow im ZDF

Unerwartetes Bündnis schockiert Markus Lanz: „Was ist denn mit euch los?“

Bei „Markus Lanz“ wurde über die politische Situation im Osten diskutiert. Als Journalist Sascha Lobo einen Kritikpunkt äußert, ist der ZDF-Moderator höchst verwundert.

Hamburg - Am Dienstag machte Manuela Schwesig ihre Krebserkrankung öffentlich - ein emotionales Thema auch für Mike Mohring, den CDU-Chef Thüringens. Mohring hatte selbst Anfang des Jahres von seiner Krebserkrankung berichtet.

Nun war er einen Tag nach Schwesigs Gang an die Öffentlichkeit in der jüngsten Ausgabe von Markus Lanz‘ Talkshow zu Gast. „Als ich die Nachricht heute Morgen gelesen habe, war ich schon richtig angefasst“, sagte er darauf angesprochen. Die Situation habe ihn an seine eigene Diagnose erinnert. Eigener Aussage nach ist er mittlerweile wieder völlig genesen. 

Dankbar sei Mohring dafür, dass seine politischen Mitbewerber während dieses Schicksalsschlags sehr fair mit ihm umgegangen seien. Neben ihm waren auch Journalist Sascha Lobo, Schauspieler Hannes Jaenicke und Biologin Dr. Ina Knobloch zu Gast in Lanz‘ Sendung.

Mike Mohring bei Markus Lanz: „Wir müssen Brücken bauen“

Dass es Menschen gibt, die Mitmenschlichkeit zeigten, sei in diesen polarisierenden Zeiten etwas, das ihm Hoffnung gebe, so Mohring weiter. Das gebe ihm Kraft. Mohring tritt als Spitzenkandidat der CDU bei der Landtagswahl in Thüringen am 27. Oktober an. Insgesamt verlief das Gespräch mit Lanz harmonisch - einen anderen CDU-Politiker hatte Lanz in einer vergangenen Sendung ermahnen müssen.

Mohring plädierte in der Sendung außerdem dafür, mehr miteinander zu reden. „Wir müssen Brücken bauen.“ Dadurch solle ein Beitrag für mehr Vertrauen in der Politik geleistet werden.Die Frage, ob er denn auch mit jemandem wie dem Thüringer AfD-Chef Björn Höcke reden wolle, verneinte er allerdings. „Ganz persönlich, weil ich Bilder vermeiden will, die den Eindruck erwecken, als ginge es um eine gemeinsame Arbeit in der Zukunft.“ Bildsprache spiele in der medialen Welt eine große Rolle. Man müsse aber „mit Leuten reden, die Björn Höcke wählen“, betonte Mohring. 

Markus Lanz: Lobo nennt Höcke rechtsextrem

„Ich halte Björn Höcke für einen waschechten Rechtsextremen“, sagte Sascha Lobo, der sich später in das Gespräch einschaltete. Höcke habe die AfD als Partei und den sogenannten „Flügel“ geprägt. Die von Anfang an vorhandenen Rechtsextremen in der AfD hätten dort inzwischen das Sagen. 

Dann drehte sich das Gespräch wieder um die vergangenen und kommenden Landtagswahlen im Osten Deutschlands. Man müsse sagen, dass „ein großer Teil der Wut im Osten sehr berechtigt ist“, so Lobo. Ganze Landstriche seien verödet, gerade Frauen verließen die ländlichen Gegenden. Er prangerte außerdem an, dass es in vielen Gegenden im Osten keine „menschenwürdige digitale Infrastruktur“ gebe. 

Unerwartetes Bündnis schockiert Lanz: „Was ist denn mit euch los“?

„Was ist denn mit euch los?“, fragt Moderator Lanz, als CDU-Mann Mohring Lobo bei dem Thema klar beipflichtet. Ein unerwartetes Bündnis: Lobo verortet sich politisch eigentlich rot-grün, wie er auf seiner Websitedarlegt. Lanz konnte Lobos Aussage zur digitalen Infrastruktur scheinbar nicht nachvollziehen: „Ist das jetzt schon Teil der Menschenwürde, dass man seinen Empfang an der Milchkanne hat?“

Lobo blieb bei seinem Standpunkt: „Junge Menschen organisieren ihr gesamtes Privatleben über digitale Anwendungen.“ Auch, wenn die Älteren das vielleicht nicht immer nachvollziehen könnten.

Zu einem anderen interessanten Interview kam es im ZDF-Morgenmagazin: AfD-Chef Gauland sprach über die Grünen.

Bei allen Diskussionen über die politische Situation in den neuen Bundesländern: Moderator Lanz warnte davor, durch die Diskussionen über „den Osten“ eine „geistige Mauer hochzuziehen“. In einer Juni-Ausgabe von Lanz‘ Sendung war die Stimmung nach einiger Zeit recht ungemütlich geworden. Im August hatte außerdem eine Seenotretterin von ihrer Arbeit und der täglichen menschlichen Not berichtet.

Eine weitere spannende Sache wurde im ZDF heute-journal besprochen: Edward Snowden gab ein Interview.

agr

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Kommentare

HaferlschuaAntwort
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Das ist für sie zu hoch. Lassen sie es.

NeusprechAntwort
(1)(0)

Hallo Klaus-Dieter, wohin ich gegangen bin, ist zwar nicht "Geheim", aber ich möchte das nicht an große Glocke hängen. Warum? Weil meine persönliche Entscheidung sehr individuell ist und meine Entscheidung sicher nicht für jeden geeignet wäre. Außerdem gäbe es nur Diskussionen, wie toll oder wie schlecht meine Entscheidung war ;-). Jeder der mit Gedanken spielt, die Titanic bzw. die merkelhafte Klapsmühle zu verlassen, hat ja seine eigenen Prioritäten. Sicherheit, Demokratie, Nationalstolz der Bürger, freie Rede und Presse, gepaart mit der Sicherheit, dass der Islam dort keine nennenswerte Rolle spielen wird, war für mich wichtig. Da gibt's viele Länder. Sowohl im Dunstkreis der EUdSSR und natürlich auch in Übersee. Letztendlich muss jeder selbst wissen, wo er sich am wohlsten fühlt. Für mich daher eine ganz selbstverständliche Bringschuld:
- Selbstständig die Sprache lernen (schon vorher)
- Dankbar für die Aufnahme sein
- Nie Kriminell werden
- Sich in deren (!) Lebensweise integrieren (Kulturkompatibel)
- Nicht auf Kosten des dortigen Staates zu leben
- Etwas für die Gesellschaft nützliches tun.
- Keine impertinenten Forderungen stellen.

Also alles das, womit sehr sehr viele illegal nach Merkeldeutschland eingereiste Wirtschaftsflüchtlinge eines bestimmten Kulturkreises häufig arge Probleme haben.

SmokefanAntwort
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Sie scheinen einer von der Sorrte zu sein die bis heute noch nicht erkannt haben um was sich heute alles dreht. Es geht hier nicht um das von Ihnen dümmlich angeprangerte Online Zocken sondern es ist nunmal so das Deutschland praktisch im ganzen Land was die digitale Infrastruktur angeht noch hinter der 3.Welt zu finden ist. Die quatschen von 5G und wir haben nichtmal flächendeckend 3G. Autonome Fahrsysteme usw werden damit nicht funktionieren. Wir als Deutsche werden im weltweiten Wettbewerb bei weiterhin mangelhafter digitaler infrastruktur und schnellem Internet noch weiter an Boden verlieren als wir es bereits jetzt tun. Aber klar, es ist natürlich viel einfacher das Onlinezocken anzuprangern. Wir werden uns noch wundern was hier bald passiert, dann gehen die Probleme erst richtig los wenn keine Firmen kommen die dringendst auf digitale Infrastrukturen angewiesen sind.