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„Einfach ein Desaster“: Lanz-Gast empört über Regierung - Pharmazeut fürchtet Kombination mit Folgen

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Von: Fabian Müller

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Der Spiegel-Journalist Markus Feldenkirchen zu Gast in der Talkshow „Markus Lanz“.
Der Spiegel-Journalist Markus Feldenkirchen zu Gast in der Talkshow „Markus Lanz“. © Screenshot/ZDF-Mediathek

In der Talkshow „Markus Lanz“ zeichnete ein Pharmazeut ein düsteres Zukunfts-Szenario. Der Journalist Markus Feldenkirchen bescheinigte der Regierung ein „Desaster“.

Hamburg - Wie sieht sie aus, die ferne Zukunft nach und die nahe Zukunft mit Corona? Das fragte Talkshow*-Moderator Markus Lanz am Mittwochabend seine Gäste. Geladen waren Professorin Christiane Woopen, Vorsitzende des europäischen Ethikrates, Professor Thorsten Lehr, ein Pharmazeut, Carsten Linnemann, Politiker der CDU und der Spiegel-Journalist Markus Feldenkirchen

Vor allem Feldenkirchen, der für den Spiegel häufig über die Corona-Politik der Bundesregierung schreibt und diese in der Vergangenheit bereits heftig kritisierte, zeigte sich in der Runde über das Handeln der Politik empört: „Dass wir wirklich im Februar 2021 darüber reden, was an zusätzlichen Hilfsmitteln helfen könnte – das ist einfach ein Desaster!“ Feldenkirchen meinte damit vor allem die aktuell diskutierten Schnelltests. Die stünden bereits seit dem Frühjahr 2020 bereit, so der Journalist. Doch der Bundesregierung habe es an Initiative gefehlt.

„Markus Lanz“: Journalist Feldenkirchen bescheinigt ineffizientes Handeln

Unterschiedliche Ebenen würden sich Verantwortung zuschieben, Feldenkirchen bescheinigte ineffizientes, nicht beherztes Handeln. Er beschuldigte zudem das Robert Koch-Institut sowie den Dachverband der Labore in Deutschland „Lobby-Druck“ auf die Regierung ausgeübt zu haben, solche Maßnahmen erst später zu ergreifen.

Carsten Linnemann von der CDU stimmte mit Feldenkirchen insofern überein, als dass er der Regierung in ihrem Handeln ebenfalls als zu langsam einstufte. Der Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der Union kritisierte: „Wir machen kein Risiko-Management, wir machen Risiko-Vermeidung“.

„Markus Lanz“: Pharmazeut prognostiziert Horror-Szenario, wenn Politik Alternativen nicht nutzt

In eine ähnliche Richtung äußerte sich auch Ethikerin Woopen. Die Regierung würde sich lediglich auf die Impfung als einzige Zukunftsperspektive fokussieren. Doch, so Woopen: „Wir können uns nicht ausschließlich darauf verlassen, das kann uns um die Ohren fliegen.“

Video: Horrorszenario bei „Markus Lanz“: Kommt die dritte Corona-Welle?

Pharmazeut Lehr hatte zu Beginn der Sendung bereits ein Horror-Szenario anhand von graphischen Modellen gezeichnet: Eine Kombination aus der Mutation und den Lockerungen der Maßnahmen hätte gravierende negative Folgen. „Das bedeutet, dass wir schnell in eine dritte Welle verfallen könnten“, so Lehr. Vor allem, wenn die Politik mögliche Alternativen wie die Schnelltests nicht bald in großem Umfang nutze. (fmü) *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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