Markus Lanz (ZDF) provoziert Friedrich Merz in seiner Sendung - mehrmals.
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Markus Lanz (ZDF) provoziert Friedrich Merz in seiner Sendung - mehrmals.

„Herr Merz, und Sie mal wieder nicht dabei“

„Ärgert es Sie, dass Sie nichts zu sagen haben?“ Lanz provoziert Friedrich Merz in Sendung

  • Luisa Billmayer
    vonLuisa Billmayer
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Friedrich Merz war am Mittwoch nicht bei den wichtigen Gesprächen in Berlin - sondern bei Markus Lanz im ZDF. Der Moderator zog ihn damit auf.

  • Friedrich Merz (CDU) war am Mittwoch zu Gast bei Markus Lanz.
  • Der ZDF-Moderator meinte, es würde Merz hinsichtlich seines Bestrebens um den CDU-Vorsitz mehr bringen, Teil der Regierung zu sein.
  • Lanz stichelte immer wieder gegen den Politiker. Der ließ sich nicht beirren und wich Lanz‘ Provokationen aus.

Hamburg - „Herr Merz, und Sie mal wieder nicht dabei“, fragte Markus Lanz* in seiner ZDF-Sendung am Dienstagabend* (14. Oktober) den CDU-Politiker gleich zu Beginn. Lanz sprach Friedrich Merz auf den Corona-Gipfel der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten an, der an diesem Tag stattgefunden hatte: „Heute wieder wichtiger Tag in Berlin, wieder viel entschieden worden“, leitete der Moderator ein.

Markus Lanz provoziert Friedrich Merz: „Wie sehr ärgert Sie es, dass Sie nichts zu sagen haben?“

Auf die Frage, wie sehr es ihn ärgere, bei den aktuellen Entscheidungen nicht dabei zu sein, antwortete Merz knapp: „Überhaupt nicht“. Es folgte ein Wortgefecht à la Louis de Funès: „Doch“ - „Nein“ - „Doch“ - „Nein“. Mit der Frage „Wie sehr ärgert Sie es, dass Sie nichts zu sagen haben?“, versuchte Lanz Merz aus der Reserve zu locken.

„Naja, im Augenblick habe ich schon bisschen was zu sagen“, antwortete Merz, was Lanz* mit einem schnellen „Ne“ verneinte. „Doch“, konterte Merz. „Bei wem?“, wollte Lanz daraufhin wissen. Zum Beispiel bei Markus Lanz heute Abend hätte er was zu sagen, löste Merz die Situation auf. Daraufhin mussten sowohl der Moderator als auch der Politiker lachen. „Okay, ich weiß gar nicht, ob das gut ist“, stellte Lanz scherzend fest.

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Danach erklärte der Show-Gastgeber, er hätte das gar nicht so süffisant gemeint, wie es vielleicht gewirkt habe. Er verwies jedoch darauf, dass die regierenden Politiker in den Umfragen vorne liegen würden. Friedrich Merz, der sich neben Armin Laschet* und Norbert Röttgen* um den Parteivorsitz der CDU* bemüht, hat deswegen im Vergleich verloren. Merz blickt zwar auf eine lange politische Karriere zurück, er war schon Mitglied des Bundestages und Europaabgeordneter. Aktuell ist Merz Vizepräsident des Wirtschaftsrats der CDU, hat jedoch keinen Sitz im Bundestag. Schon Juli musste Merz bei Lanz mit dem Vorwurf kämpfen, kein Teil der ausführenden Politik zu sein. Damals sprach ihn Luisa Neubauer darauf an.

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Merz führte in der Sendung vom Mittwoch (14. Oktober) an, dass die regierenden Politiker auch Kritik einstecken müssten. Mit dem Verweis auf „den einen oder anderen Ministerpräsidenten“ deutete Merz an, dass seine Konkurrenten Laschet und Markus Söder, der auch teilweise als möglicher Unionskanzler gehandelt wird, auch nicht nur von der Krise proftieren würden.

„Markus Lanz“ (ZDF): Merz lobt Regierung für Corona-Management

Im Großen und Ganzen lobte er die Regierung jedoch für ihr Corona*-Management. „Wir sind doch in Deutschland bis jetzt gut durch die Krise gekommen“, sagte Merz. „Das heißt: Sie müssen gar nicht übernehmen?“, fragte Lanz daraufhin kritisch nach. Er beziehe sich nur auf die konkreten Corona-Maßnahmen der gewählten Regierung, erwiderte Merz. Nächstes Jahr seien die nächsten Bundestagswahlen, dieses Jahr werde noch der CDU-Vorsitz neu gewählt. „Eines nach dem anderen“, stellte er klar.

Danach fragte der Moderator den CDU-Politiker, ob er Markus Söder abnehme, dass dieser nicht den Kanzlerposten anstrebe. Als Merz das bejahte, fragte Lanz: „Wie lange haben Sie diesen Augenaufschlag geübt?“ Doch auch die Unterstellung, dass das nicht der Wahrheit entspreche, konnte Merz nicht aus der Ruhe bringen. Er lachte nur und erklärte, dass Söder ein möglicher Kanzlerkandidat sei. Ebenso wie die anderen Anwärter. Wer sich den Posten des Vorsitzes sichern kann, wird sich am 4. Dezember entscheiden. Während des Parteitags soll der Vorsitzende gewählt werden. Ob Markus Söder danach immer noch als Ministerpräsident in Bayern bleiben will, wird sich zeigen. (lb) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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