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Walter Kohl sieht Deutschland politisch und gesellschaftlich in der Krise.

Er sieht Deutschland in tiefer Krise

Kohls Sohn schimpft bei Markus Lanz über Merkels GroKo und Konzerne: „Schuss nicht gehört?“

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Walter Kohl, Sohn von Helmut Kohl, rechnete bei Markus Lanz mit Deutschland ab. Er sieht das Land in der Krise. Bei einem besonderen Thema wurde der 57-Jährige sauer.

  • Am Mittwoch war Walter Kohl zu Gast bei Markus Lanz.
  • Der Sohn von Helmut Kohl kritisierte die deutsche Politik.
  • Beim Thema Umweltschutz und Börse platzte ihm beinahe der Kragen.

Hamburg - Am Mittwoch lieferte der ZDF-Talk „Markus Lanz“ wieder polarisierende Debatten. In der Sendung zu Gast war neben Politiker Mike Mohring (CDU), Politikerin Aminata Touré (Die Grünen) und Journalistin Cerstin Gammellin auch Walter Kohl, Sohn des 2017 verstorbenen Bundeskanzlers Helmut Kohl. Der Unternehmer sprach über aktuelle Entwicklungen der Politik und Wirtschaft - und das mit kritischem Blick. 

Walter Kohl bei Markus Lanz (ZDF): „Viele Menschen sagen: Ist dieser Staat noch für uns da?“

Die Bundesregierung erntete bei Kohl Kritik: „Ich finde, wir haben jetzt genug Aufregung gehabt. Wir sollten vor allen Dingen hinterfragen, wie wir unser Land in Ordnung bringen, wie wir die Dinge nach vorne bringen, sodass die Menschen Vertrauen haben in die Politik und auch erkennen, dass das, was gesagt wird, auch gemacht wird.“ 

Der Politik drohe gewissermaßen, die Bürgerinnen und Bürger zu verlieren, denn „viele Menschen sagen: Ist dieser Staat noch für uns da oder ist er für Interessensgruppen da?“ In etlichen Bereichen gebe es Politikversagen, etwa bei der Energiewende, bei der Regulierung der Finanzmärkte, bei Digitalisierung oder Migration. 

Gleichzeitig hat Kohl einen Verbesserungsvorschlag parat: „Guckt euch um auf der Welt, wo es besser gemacht wird.“ In Sachen Einwanderungsgesetz könne man sich an der Schweiz orientieren, Israel wäre ein positives Beispiel bezüglich der staatlichen Finanzierung von Start-Ups. „Wir müssen raus aus unserer Suppenschüssel.“

Walter Kohl sieht Deutschland politisch und gesellschaftlich in der Krise.

Bei Markus Lanz (ZDF): Walter Kohl wird sauer - „Leute, habt ihr den Schuss nicht gehört?“

Als gegen Ende der Sendung das Thema Umweltschutz und Börse behandelt wurde, ließ Kohl seinen Ärger freien Lauf: „Es ist für mich eine Absurdität, dass wir sagen, ein Wald ist nur etwas wert, wenn er gefällt wird. Das müssen sie sich mal vorstellen. Ein Unternehmen beschäftigt viele Menschen, das sind dann nur Personalkosten in der Betrachtung der Börse. Aber dieses Unternehmen schafft gesellschaftlichen Wert. (...) In der heutigen Börsenbewertung wird Apple belohnt, dass auf eine Million Euro, 50 Euro Steuern in Irland bezahlt. Da kann ich nur sagen: Leute, habt ihr den Schuss nicht gehört?“

Walter Kohl veröffentlicht Buch: „Ich möchte eine Debatte über unsere Zukunft anstoßen“

Hintergrund von Kohls Besuchs bei Markus Lanz war auch sein neues Buch, welches den Titel „Welche Zukunft wollen wir? Mein Plädoyer für eine Politik von morgen“ trägt: „Ich möchte eine breite gesellschaftliche Debatte über die Zukunft unseres Landes anstoßen.“ Deutschland sieht der 56-Jährige politisch und gesellschaftlich in der Krise.

Nach dem Tod seines Vaters meldet sich Kohl erstmals mit einem politischen Buch zu Wort. Er kritisiert, dass die Nullzinspolitik eine ganze Generation vor die Perspektive Altersarmut stelle, beklagt ausbleibende Investitionen in die Erneuerung der Infrastruktur und untersucht, wieso Großprojekte in Deutschland, wie der Flughafen BER oder das Bahnprojekt Stuttgart 21, nicht vorankommen und Kostenexplosionen erleben. Der älteste Sohn Helmut Kohls fordert den Umbau der Wirtschaft hin zu einer ökologisch-sozialen Marktwirtschaft in der Tradition von Ludwig Erhardt.

Während der Sendung genoss Kohl große Redeanteile. Es wurde wider Erwarten mehr mit dem 57-Jährigen gesprochen als mit Mike Mohring und die anhaltende Krise der CDU. Lanz ließ den Unternehmer lange zu Wort kommen - anders als zuletzt CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak oder den früheren SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück, als Lanz für hitzige Attacken sorgte. 

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Erstmals aufgetreten war das Coronavirus bei der Firma Webasto im bayerischen Stockdorf - der Firmen-Chef hat jetzt im ZDF bei Markus Lanz über die Zeit gesprochen

as

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