Sitzung des bayerischen Kabinetts
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Zeit für Berlin? Markus Söder erhält positive Umfrage-Werte aus Bayern.

Bittere Zahlen für SPD und FDP

Umfrage: CSU im Corona-Wirbel fast auf Stoiber-Höhen - neuer Kanzler-Druck für Söder?

  • Florian Naumann
    vonFlorian Naumann
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Aktuelle Umfrage-Werte weisen Markus Söder als politischen Gewinner der Corona-Krise aus. Die CSU ist auf Höhenflug - und die Merkel-Nachfolge bleibt Thema.

  • Die Corona-Krise stellt die Politik vor viele schwierige Fragen - die Antworten von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder überzeugen die Bayern offenbar.
  • Eine weitere Umfrage sieht die CSU auf Kurs absolute Mehrheit. Auch Söder erhält gute Noten.
  • Zugleich ist der CSU-Chef im Freistaat in Front, wenn es um den Wunschkandidaten für die Unions-Kanzlerkandidatur geht.

München - Lange hatte sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in der Corona-Krise als Mahner und Bremser positioniert. Nun wird auch im Freistaat gelockert. Ob das Söders Beliebtheit noch weiter steigern wird, bleibt abzuwarten - der bisherige Kurs hat den Franken zumindest in der eigenen Heimat aber offenbar zum Wunschkandidaten als CSU/CSU-Kanzlerkandidat gemacht, wie eine Umfrage zeigt.

Markus Söder als Merkels Erbe? Mehrheit der Bayern will Ministerpräsidenten nach Berlin schicken

Denn Söder wäre für eine Mehrheit der bayerischen Bevölkerung der beste Kanzlerkandidat der Union. 57 Prozent der Befragten im am Dienstag veröffentlichten „17:30 Sat.1 Bayern Wählercheck“ hielten ihn für geeignet. Damit liegt er bei den Bayern klar vor Friedrich Merz* (37 Prozent), NRW-Ministerpräsident Armin Laschet* (33 Prozent) und Norbert Röttgen* (13 Prozent), die miteinander um den Vorsitz in der Schwesterpartei CDU ringen.

Dass die Bayern einen CSU-Kandidaten bevorzugen, kommt dabei noch nicht allzu überraschend. Durchaus spannend ist aber diese Erkenntnis: Eine knappe Mehrheit der Bürger im Freistaat will der Erhebung zufolge auch tatsächlich, dass Söder nach Berlin geht. 46 Prozent sagen, er komme als Nachfolger von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in Betracht, 44 Prozent wollen lieber, dass er in Bayern bleibt. 

Söder selbst hatte immer wieder ausgeschlossen, als Kanzlerkandidat der Union anzutreten, und stets betont, sein Platz sei in Bayern und nicht in Berlin. Zuletzt schienen allerdings unter anderem die Urlaubspläne des CSU-Politikers einen Sinneswandel nahezulegen, wie der Münchner Merkur* kommentierte.

Coronavirus in Bayern: Söder erhält mehr Zustimmung für den Kurs in der Pandemie

Anders als sein Widerpart im Ringen um Corona-Lockerungen und möglicher Konkurrent in der „K-Frage“, Laschet, kassiert Söder weiterhin auch gute Noten für sein aktuelles Handeln. Die Zustimmung der bayerischen Bevölkerung zum Umgang mit der Corona-Krise wächst. 44 Prozent sind laut Studie mit den Lockerungen zufrieden. Im Mai waren es nur 25 Prozent.

88 Prozent der Bayern halten Söder der Sat.1-Umfrage zufolge zudem für einen guten Ministerpräsidenten, 78 Prozent sind mit der Arbeit der bayerischen Staatsregierung zufrieden. Über Bundeskanzlerin Merkel sagen das 57 Prozent der Bayern, über die Bundesregierung 51 Prozent.

Für Laschet lief der Trend zuletzt andersherum, wenn auch auf recht hohem Niveau: Er verlor im jüngsten "NRW-Trend" des WDR vom 14. Juni deutlich an Zustimmung. Nur noch 46 Prozent der Befragten zeigten sich mit Laschets politischer Arbeit zufrieden, 45 Prozent waren unzufrieden. Bei der vorangegangenen Erhebung im April waren noch 65 Prozent der Befragten mit Laschet zufrieden und lediglich 30 Prozent unzufrieden gewesen.

Umfrage Landtagswahl Bayern: CSU auf Stoiber-Höhen - nur Grüne ebenfalls zweistellig

Die CSU kratzt außerdem weiter an der absoluten Mehrheit und kommt in der Sonntagsfrage auf 48 Prozent der Stimmen, gefolgt von den Grünen mit 16 Prozent, der SPD mit neun Prozent und den Freien Wählern mit acht Prozent. Die AfD, die zu Beginn des Jahres noch 10 Prozent erreichte, kommt jetzt nur noch auf sechs Prozent, die FDP würde den Einzug in den Landtag mit vier Prozent knapp verpassen, die Linke mit drei Prozent etwas deutlicher. Söders Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger zeigte sich in einem Tweet durchaus zufrieden mit dem Ergebnis seiner Freien Wähler - wenn auch mit leicht trotzigem Unterton.

Die FDP erlitt zuletzt auch auf Bundesebene eine herbe Umfrage-Pleite. Die CSU hatte zuletzt 2003 ein Landtagswahl-Ergebnis jenseits der 50 Prozent-Marke erzielt. Damals amtierte Edmund Stoiber als Parteichef und Landesvater. Der Oberbayer zog 2005 dann als bislang letzter CSU-Kanzlerkandidat in den Bundestagswahlkampf - und unterlag Gerhard Schröder. 2007 gab er dann sowohl das Amt als Ministerpräsident als auch als CSU-Vorsitzender ab.

Markus Söder stellt sich den Fragen von Journalist Ulrich Wickert und räumt Fehler in seiner politischen Laufbahn ein.

Stoiber selbst fand zuletzt im Gespräch mit dem Münchner Merkur* lobende Worte für den Kurs der Bundesregierung bei der Bewältigung der Corona-Krise. Wer wird Angela Merkel als Kanzler(in) nachfolgen? Eine neue Umfrage sieht Söder vorn - auch in einer Koalition mit den Grünen. Wie verhält sich Söder im ZDF-“Sommerinterview“ zur im Raum stehenden K-Frage?

dpa/fn/AFP

Der Auftritt Gerhard Schröders im Wirtschaftsausschuss des Bundestags war keine Sternstunde des deutschen Parlamentarismus. Als Staffage für eine billige Lobbyisten-Show sollten sich unsere Abgeordneten zu schade sein. Ein Kommentar von Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis*.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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