Armin Laschet steht am Mikrofon, daneben Kommentator Georg Anastasiadis
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Ein Kommentar von Georg Anastasiadis

Merkur-Kommentar

Kanzlerfrage: Söder macht Druck - für Laschet wird es immer enger

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Die CDU darf in Baden-Württemberg weiter mitregieren. Ob das kleine Stuttgarter Osterwunder dem schwer bedrängten CDU-Chef Laschet die Kanzlerkandidatur rettet, ist aber fraglich. Ein Kommentar.

München - Es läuft nicht gut in den letzten Wochen für den dornengekrönten CDU-Chef Armin Laschet. In seinem Dreifrontenkampf gegen das Virus, den Bayern Söder und die Kanzlerin braucht der bedrängte NRW-Landeschef schon ein mittleres Osterwunder. Ein kleines, immerhin, haben ihm nun ausgerechnet Baden-Württembergs Grüne zuteil werden lassen: Laschets CDU darf trotz der Wahlklatsche in Stuttgart als ihr Juniorpartner weiterregieren.

Dazu brauchte es freilich schon ein lautes Machtwort des grünen Übervaters Winfried Kretschmann, der wenig Lust verspürte, auf seine alten Tage noch mal den Koalitionspartner zu wechseln und sich auf ein Dreierbündnis mit SPD und FDP einzulassen. Die meisten Grünen im Ländle und auch die Berliner Parteispitze hatten sich ein solches Ampelsignal sehnlichst gewünscht. Mehr noch: Sie hatten es sogar gewagt, dafür an der Autorität ihres Patriarchen zu kratzen. Klar ist: Wenn sich die Grünen auch nach der Bundestagswahl am 26. September ihre Mitregenten aussuchen können, wird da kein Kretschmann mehr sein, der gemeinsame Briefe mit Unions-Häuptlingen schreibt, geschweige denn ein gutes Wort für einen möglichen Koalitionspartner Union einlegt.

Kanzlerfrage: Bekennt sich Söder zu seinen Ambitionen?

CDU und CSU müssen es also schon selbst richten. Immer mehr CDU-Abgeordnete glauben, dass der Verlust ihrer wackeligen Mandate nur noch mit Markus Söder abzuwenden ist – und sind bereit, in den sauren Apfel zu beißen und dem Chef der Schwesterpartei den Vortritt bei der Kanzlerkandidatur zu lassen. Dazu müsste sich der zaudernde bayerische Ministerpräsident allerdings erst mal klipp und klar zu seinen Ambitionen bekennen. Tut er das - und zieht Laschet nicht zurück - dürfte der Machtkampf der beiden inzwischen tief verfeindeten Rivalen tatsächlich auf eine Entscheidung in der gemeinsamen Bundestagsfraktion zutreiben.

Ein Kommentar von Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis

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