Markus Söder (CSU), bayerischer Ministerpräsident, geht bei der Besichtigung des neu eingerichteten Impfzentrums in der Messe München durch die Halle
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Markus Söder (CSU), bayerischer Ministerpräsident, geht bei der Besichtigung des neu eingerichteten Impfzentrums in der Messe München durch die Halle

Söder im Umfragehoch

Skurrile Umfrage: Bayern zweifeln an den Corona-Regeln - aber nicht an Söder

  • Philipp Fischer
    vonPhilipp Fischer
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Die Skepsis der Bayern gegenüber den Coronamaßnahmen scheint laut einer Umfrage zu wachsen. Trotzdem genießt Markus Söder weiterhin großes Vertrauen von der Bevölkerung in seine Politik.

München - Eine neue Umfrage zeigt, ein Großteil der bayrischen Bevölkerung sieht die Corona-Maßnahmen skeptisch. Eigenartigerweise ändert dieser Umstand aber nichts an der Beliebtheit der bayrischen Staatsregierung unter Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Die bayrische Bevölkerung scheint weiterhin zufrieden mit der Arbeit von Söder zu sein. Die anderen Parteien müssen dagegen mit starken Einbußen kämpfen.

Markus Söder und CSU haben weiterhin hohe Umfragewerte

Obwohl seitdem 16. Dezember ein harter Lockdown in Deutschland und zusätzlich verschärfte Maßnahmen in Bayern gelten, ist die bayrische Bevölkerung weiterhin zufrieden mit der Arbeit der Staatsregierung. Laut einer Umfrage des GMS-Instituts für den Fernsehsender Sat.1 Bayern ist die Zufriedenheit der Bevölkerung mit der Staatsregierung mit 72 Prozent unverändert hoch. Viel mehr betrachten 84 Prozent der Befragten Markus Söder als einen guten Ministerpräsidenten. Dieses Umfragehoch verwundet angesichts der Tatsache, dass 72 Prozent der Befragten in Bayern die aktuellen Corona-Maßnahmen als wenig wirkungsvoll betrachten. Lediglich 24 Prozent der Befragten erwarten einen Erfolg in der Coronakrise durch die Maßnahmen.

Markus Söders CSU verzeichnet starken Wachstum in Umfrage

Die Umfrageergebnisse verwundern besonders deshalb, da Markus Söder mit seinem harten Kurs in der Coronakrise aufgefallen ist. Die positiven Umfrageergebnisse spiegeln sich auch in den Wahlabsichten der Wähler wider. Wären am nächsten Sonntag Landtagswahlen, käme die CSU auf 48 Prozent, gefolgt von den Grünen mit 18 Prozent. Weit abgeschlagen folgen dann die SPD mit 8, die Freien Wähler mit 7, die AfD mit 6 und die FDP mit 4 Prozent. Die CSU verzeichnet damit ein Plus von fast 11 Prozent im Vergleich zur letzten Landtagswahl 2018. Bis auf die Grünen haben alle anderen Parteien mehrere Prozentpunkte eingebüßt.

Markus Söder als potentieller Kanzlerkandidat?

In der Umfrage wurden die Bayern auch bezüglich ihrer Einstellung gegenüber der CDU-Kandidaten gefragt. Hier zeigt sich vor allem die Skepsis vieler Bayern bezüglich der Anwärter auf den CDU-Vorsitz. 33 Prozent wäre Friedrich Merz am liebsten als CDU-Vorsitzender, hingegen 16 auf Norbert Röttgen und 13 auf Armin Laschet Fallen. Dafür sprechen sich 33 Prozent für keinen der drei aus. Das zeigt zumindest, dass, selbst wenn einer der drei Kandidaten am 16. Januar zum Vorsitzenden gewählt wird, weiterhin ein Machtvakuum in der Union vorhanden sein könnte. Ob Markus Söder Ambitionen auf eine Kanzlerkandidatur hat, steht jedoch noch in den Sternen. Bisher hatte Söder immer wieder betont, dass er seinen Platz in Bayern sehe. Festzuhalten bleibt, dass die CSU trotz wachsender Kritik in der Bevölkerung an den Regierungsmaßnahmen gestärkt aus der Coronakrise hervorgehen könnte. (phf)

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