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Söder reagiert auf Frage nach Kanzlerkandidatur dünnhäutig - „Hätte keinen Sinn“

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Von: Patrick Mayer

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Markus Söder äußert Zweifel an einem Erfolg der Union unter Kanzlerkandidat Armin Laschet. Vor der Bundestagswahl 2021 teilt er gegen alle aus - außer gegen SPD-Mann Olaf Scholz.

München - Wäre Bayerns Markus Söder (CSU) der bessere Kanzlerkandidat für die Union gewesen? Diese Frage ist in diesen Tagen kurz vor der Bundestagswahl 2021 oft zu vernehmen. Sie polarisiert. Sie interessiert. Sie beschäftigt. Offenbar auch Markus Söder selbst. Der bayerische Ministerpräsident wurde nun in einem weiteren Interview gefragt, ob es für einen Tausch des Spitzenkandidaten für CDU und CSU zu spät sei.

„Es hätte keinen Sinn. Die Wahlzettel sind gedruckt und die Plakate geklebt. Jetzt müssen wir alle in der Schlussphase gemeinsam kämpfen und mobilisieren“, sagte Söder den Nürnberger Nachrichten und der Nürnberger Zeitung: „Es geht um die Grundsatzfrage für unser Land: Gibt es einen Linksrutsch oder bleibt eine bürgerlich geführte Regierung?“

Markus Söder, der bessere Kanzlerkandidat für die Union? CSU-Boss zweifelt an CDU-Erfolg

Was die Kanzlerkandidatur der Union angehe, sei er als CSU-Vorsitzender und Ministerpräsident „ausbefördert. Es hat auch noch nie einen CSU-Kanzler gegeben. Ich bin mit mir völlig im Reinen. Aber ich stelle mich natürlich jeder Diskussion und helfe mit, dass Armin Laschet und die Union gewinnen“, erklärte der 54-jährige Franke in dem Interview. In dem Gespräch äußerte er auch Zweifel und Kritik an der Schwesterpartei: „Die CSU wird sicher das beste Unionsergebnis erzielen, aber auch wir können uns nicht vom Bundestrend abkoppeln.“ Was er meint: Die Umfragen zur Bundestagswahl prognostizierten Kanzlerkandidat Armin Laschet und die CDU/CSU zuletzt als klaren Verlierer.

Die CSU wird sicher das beste Unionsergebnis erzielen.

Markus Söder zur Bundestagswahl

„Vielleicht hätte zumindest die CSU mit mir in Bayern ein besseres Ergebnis erzielt, aber das ist Schnee von gestern“, meinte Söder dünnhäutig - und teilte in dem Interview gegen alle anderen Parteien aus. Mit Ausnahme von SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz.

„Die Grünen sind in Bayern weiter stark. Die Bevölkerung hält ihre Kandidatin (Annalena Baerbock, d. Red.) allerdings nicht für kanzlertauglich“, sagte Söder und meinte: „Die Schwäche der Grünen ist die Stärke von Olaf Scholz.“

Ihm sei mit Blick auf die Bundestagswahl 2021 klar gewesen, „dass das ein Wimpernschlagfinale wird. Jetzt sind zwei Ergebnisse denkbar. Gewinnt Armin Laschet, tritt er in vier Jahren wieder an. Siegt ein anderer, wird derjenige 2025 an der Macht bleiben wollen“, referierte der Regierungschef aus Bayern weiter und ging nochmal auf die Kanzlerkandidatur ein: „Die Deutschen haben selten einen grundlegenden Richtungswechsel nach nur vier Jahren korrigiert. Für mich ist das damit erledigt.“

Er warne nun vor dem Eindruck, „es sei alles gelaufen. Es wird sehr knapp, aber es ist noch alles möglich. Das Triell war ein guter Start, weil ich Armin Laschet dort deutlich besser als seine Mitbewerber empfunden habe“, sagte er und zweifelte dennoch an seinem Unions-Kollegen: „Aber es dauert, bis so etwas ins Bewusstsein der Bevölkerung sickert.“ In seinem Rundumschlag ließ der bayerische Ministerpräsident noch nicht einmal die FDP von Christian Lindner sowie die Freien Wähler von Hubert Aiwanger aus, mit denen er in München zusammen regiert.

Bundestagswahl 2021: Markus Söder wirbt für CSU in Bayern - und brüskiert Freie Wähler

„Wir müssen jetzt klarmachen, dass es auf Erst- und Zweitstimme ankommt. Die Zweitstimme ist die Bayern-Stimme. Die CSU kann die bayerischen Interessen in Berlin am besten vertreten“, sagte CSU-Boss Söder den Nürnberger Nachrichten und der Nürnberger Zeitung: „Wer sie der FDP gibt, wählt einen verdünnten Linksrutsch mit einer Ampel. Und die Freien Wähler kommen ohnehin nicht ins Parlament.“ Wenig charmante Worte gegenüber dem Koalitionspartner. (pm)

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