Markus Söder liegt in Umfragen vorne - doch einer stiehlt ihm die Show. Auf dem Bild verzieht er die Lippen zu einer Schnute.
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Markus Söder liegt in Umfragen vorne - doch einer stiehlt ihm die Show.

Corona-Zufriedenheit

Umfrage: Söder unter Ministerpräsidenten nur Dritter - Bei K-Frage aber ganz vorne

Das Vertrauen in die Ministerpräsident*innen ist in der Coronakrise gestiegen. Davon profitiert auch Markus Söder. Doch der CSU-Politiker ist an der Spitze nicht allein.

München - Die Corona-Krise hat führende Politiker*innen in den vergangenen zwölf Monaten vor ungeahnte Herausforderungen gestellt. Eine Bewährungsprobe, die zum Absturz der Umfragewerte hätte führen können. Stattdessen scheint das Gegenteil der Fall zu sein. Das Vertrauen in die Ministerpräsident*innen der Bundesländer ist in der Coronakrise deutlich angestiegen.

In 13 von 16 Bundesländern bewerten mindestens 60 Prozent der Befragten die Arbeit ihrer jeweiligen Landesregierung positiv, wie eine am Mittwoch veröffentlichten Forsa-Umfrage im Auftrag der Sender RTL und ntv zeigt. Die meisten Länder-Chef*innen schneiden also gut ab. Nur in Thüringen, Nordrhein-Westfalen und Berlin liegt die Zustimmung demnach niedriger, in der Hauptstadt sogar unter 50 Prozent.

Markus Söder erzielt Top-Ergebnis: Aber zwei Ministerpräsidenten laufen ihm den Rang ab

Ein besonders positives Ergebnis fährt auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ein. Rund 72 Prozent sind in Bayern mit seinem Wirken zufrieden. Das ist ein Plus von 23 Punkten im Vergleich zu Werten vor der Corona-Pandemie. Doch dieser Spitzenwert wird von zwei seiner Kollegen sogar noch übertroffen. Denn Daniel Günther (CDU) aus Schleswig-Holstein überholt Söder mit 74 Prozent. Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) setzt sich mit 75 Prozent auf Platz eins. Im Vergleich zu 2019 hat der Hanseate 15 Punkte hinzugewonnen. Der ehrgeizige Söder muss sich also mit einem dritten Platz zufriedengeben, kann aber für sich verbuchen, dass der Zuwachs an Vertrauen bei ihm mit am höchsten war.

Er ist der derzeit beliebteste Länder-Chef: Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher.

Wird Markus Söder Deutschlands Kanzler? Umfrage sieht ihn weit vorne

Bisher hat Söder die Frage nach einer Kanzlerkandidatur für die Unionsparteien CDU und CSU stets abgewiegelt oder nur sehr ausweichend beantwortet. Sollte der Bayer aber Ambitionen hegen, nach Berlin umzuziehen, stünde es zumindest in der Umfrage nicht schlecht für ihn. Wäre er Kanzlerkandidat und die Deutschen könnten ihren Kanzler direkt wählen, würden sich 36 Prozent der Wähler für Söder entscheiden. Damit führt er das Feld an.

Für seinen Unionskollegen Armin Laschet sind die Ergebnisse hingegen weniger rosig. Nur 22 Prozent würden dem Ministerpräsidenten aus Nordrhein-Westfalen ihre Stimme geben. Betrachtet man die Werte vergleichend zu den beiden Wochen nach seiner Wahl zum CDU-Chef, hat Laschet sogar sechs Prozentpunkte verloren. Für den Grünen-Chef Robert Habeck würden laut Umfrage 20 Prozent und für den SPD-Kanzlerkandidaten Olaf Scholz 15 Prozent stimmen.

Für die Erhebung befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa rund 2500 Menschen zu ihrer Präferenz bei der Kanzlerwahl. Die Daten zur Zufriedenheit mit den Ministerpräsidenten basieren auf einer Umfrage unter rund 8000 Befragten. (mam/AFP)

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