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Steht seit einem Jahr der CSU vor: Markus Söder löste am 19. Januar 2019 Horst Seehofer als Parteivorsitzender ab.

CSU sackt ab, aber ihr Chef gewinnt

Kommentar zum bayerischen Landesvater: Söder macht’s wie Merkel

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Markus Söder legt auf der Beliebtheitsskala zu. Allerdings kann der CSU-Chef diese Entwicklung nicht auf seine Partei ummünzen. Ein Kommentar von Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis.

  • Markus Söder legt als bayerischer Ministerpräsident an Popularität zu.
  • Seine CSU hält da jedoch nicht mit.
  • Denn wichtige Stammwählergruppen werden nicht erreicht.

München - Markus Söder ist heute in Bayern, was Franz Josef Strauß nie sein wollte: Er ist „everybody’s Darling“, überall beliebt und nach seiner Wandlung zum freundlichen Landesvater respektiert selbst im Sympathisantenkreis der Grünen.

Nur für seine CSU wirft die Popularität ihres Chefs bisher keine Dividende ab. Viele Bayern, die ihn persönlich gut finden, kämen nicht im Traum auf die Idee, deshalb auch seine Partei zu wählen. Bei historisch schwachen 36% dümpelt die CSU, während die Grünen mit 25% auftrumpfen.

Söder in Bayern immer beliebter: Seine Strategie stößt aber an Grenzen

Das zeigt, dass Söders Strategie, die CSU dem Zeitgeist entsprechend ökologisch zu modernisieren und die Parteiachse sanft nach links zu verschieben, an ihre Grenzen stößt. Wichtigen Stammwählergruppen - den Landwirten, den Handwerkern, den patriotisch Gesinnten, den mittelständischen Unternehmern - hat die CSU unter seiner Führung zuletzt keine ausreichend attraktiven Angebote unterbreiten können, nicht inhaltlich und, blickt man in die zweite Reihe (und da besonders nach Berlin), auch nicht personell.

In der Migrationspolitik ist es, als habe der Chef seiner CSU eine Art Schweigegelübde auferlegt. Söder beschreitet damit einen ähnlichen Weg wie vor ihm Angela Merkel: Er wirkt präsidial, über den Parteien schwebend, seine Beliebtheitswerte steigen. Aber warum sie ihr Kreuz ausgerechnet bei der CSU machen sollen, ist manchen Wählern nicht mehr recht klar.

Daran wird Söder ab sofort arbeiten müssen. Ein Wechsel der Berliner CSU-Minister ist ein längst überfälliger erster Schritt.

Sieht den Weg von Markus Söder kritisch: Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis kommentiert die Strategie vom CSU-Chef.

Söder will an einer jahrhundertealten Tradition rütteln - ihm schwebt eine neuen Einteilung Bayerns vor. Ein Abgeordneter will den CSU-Chef wegen einer Dauerbaustelle in die Pflicht nehmen. Monika Gruber sagt eine geplante Laudatio für Söder ab - dafür springt hochkarätiger Ersatz ein.

In den vergangenen Tagen waren auch Söders Tempolimit und eine mögliche Kanzlerkandidatur Themen von Kommentaren.

Georg.Anastasiadis@merkur.de

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