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„Für mich heute quasi der CDU-Vorsitzende“: Söder sorgt mit Laschet-Spruch für Jubel - „keine Stichelei“

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Von: Cindy Boden

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Markus Söder, CSU-Chef und Ministerpräsident von Bayern, geht nach seiner Rede bei der Landesversammlung der Jungen Union Bayern, mit Geschenken, einer Tasche und einer Basecap, von der Bühne.
Markus Söder, CSU-Chef und Ministerpräsident von Bayern, geht nach seiner Rede bei der Landesversammlung der Jungen Union Bayern, mit Geschenken, einer Tasche und einer Basecap, von der Bühne. © Armin Weigel/dpa

Markus Söder bringt die JU zum Lachen, will dabei aber keine Stichelei gegen Laschet getätigt haben. Am Ende wurde sein Name aus einer Erklärung gestrichen.

Deggendorf - Armin Laschet und Markus Söder waren nie ein Dreamteam. Zwar beteuerten sie immer wieder, sie würden gut miteinander klarkommen, doch schon vor der Bundestagswahl kriselte es. Jetzt, da Laschet einen Rückzug vom CDU-Vorsitz andeutete, geht der Kampf in der CDU, aber auch mit der CSU weiter. Aber auch CSU-Chef Söder muss sich Kritik anhören. So finden etwa viele Deutsche den Umgang Söders mit dem Kanzlerkandidaten der Union nicht fair.

Nach der Bundestagswahl: Gegenwind für Söder - Name aus Erklärung gestrichen

Und ihm bläst noch von anderer Seite ein zarter Gegenwind entgegen: aus der eigenen Partei. Bei der Landesversammlung der bayerischen Jungen Union stimmten die Delegierten am Samstag mit großer Mehrheit dafür, Söders Namen aus einer Passage der Erklärung zu streichen, die der JU-Landesvorstand zur Aufarbeitung der Niederlage bei der Bundestagswahl entworfen hatte. Anlass der symbolträchtigen Abstimmung waren Vorbehalte, dass Söder in seiner Partei zur alles dominierenden Figur geworden sei. Notwendig sei Teamarbeit und keine Ein-Mann-Show, sagte der Delegierte Stefan Meitinger, der unter Beifall den Antrag zur Streichung von Söders Namen einbrachte.

„Es ist Zeit, (...) ein schlagkräftiges, frisches Team hinter unserem starken Zugpferd Markus Söder zu bilden, das glaubhaft die ganze Bandbreite einer Volkspartei abdeckt“, hieß es im ursprünglichen Entwurf. In der schließlich verabschiedeten Fassung fehlte dann das „Zugpferd Markus Söder“, es blieb nur das „frische Team“. Die Versammlungsleitung hatte noch versucht, die Abstimmung zu entschärfen und einen Kompromissvorschlag vorzulegen, fand aber kein Gehör. „Nein“, scholl es aus dem Saal. Einen Aufstand gegen Söder bedeutet die Abstimmung nicht. Söders Rede zuvor hatten die etwa 300 JU-Delegierten noch applaudiert. Der CSU-Chef analysierte darin die Wahlniederlage. Außerdem durfte er mit Geschenken die Bühne verlassen - einer Tasche und einer Basecap.

Lacher durch Söder - aber ja keine Stichelei

Außerdem sorgte Söder für einen Lacher. An einer Stelle spricht er Tilman Kuban, Bundesvorsitzender der Jungen Union, „stellvertretend“ an - „für die ganze CDU, du bist für mich heute quasi der CDU-Vorsitzende“. Und dann schiebt er hinterher: „An alle Medien, dies ist keine Stichelei.“ Für solche Ergänzungen ist Söder derzeit bekannt.

Kubicki über Söder: „Gerade dabei, sich politisch zu ruinieren“

Auch aus der FDP kommt Kritik an Söder. Im Interview mit der Welt am Sonntag äußerte sich der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki zur Lage der Union. Ein „Jamaika-Bündnis“ (Union, Grüne, FDP) sei noch nicht ausgeschlossen. Nach wie vor gelte die Aussage von Laschet. „Dessen Wort ist gewichtiger als das von Söder, der gerade dabei ist, sich politisch zu ruinieren. Ich glaube, die Union wäre für eine solche Koalition bereit, wenn sie sich in den nächsten 14 Tagen nicht zerlegt.“ Söder hatte bereits von einer „de-facto-Absage“ gesprochen. Das Erscheinungsbild der Union hält Kubicki für „hundsmiserabel“. (dpa/cibo)

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