Die Maskenaffäre bedeutet Einbußen für Markus Söder und die CSU.
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Die Maskenaffäre bedeutet Einbußen für Markus Söder und die CSU.

Union droht Wahlschlappe am Sonntag

Auch wegen Maskenaffäre: Markus Söder und CSU am Umfrage-Tiefpunkt seit Corona-Pandemie

  • Tim Althoff
    vonTim Althoff
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Die Union hat weiterhin an der Masken-Affäre um Georg Nüßlein zu knabbern. Für Markus Söder und die CSU sieht die Umfrage-Tendenz alles andere als gut aus.

München - Wären am kommenden Sonntag Wahlen, würde die CSU eine absolute Mehrheit im Landtag verpassen. Dies zeigt eine repräsentative Umfrage der Augsburger Allgemeinen erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie. So würde die Partei derzeit nur auf 41,6 Prozent kommen. Vor allem die Maskenaffäre um die Politiker Georg Nüßlein (CSU) und Nikolas Löbel (CDU) dürfte daran einen Anteil haben.

Die Umfrage des Instituts „Civey“ ergibt außerdem, dass die Zufriedenheit mit Ministerpräsident Markus Söder sinkt. Nur noch 44 Prozent seien mit der Arbeit des CSU-Chefs „sehr oder eher zufrieden“. Zehn Prozent seien unentschieden und die Mehrheit mit 46,5 Prozent sei „eher oder sehr unzufrieden“. Diese Werte seien die schlechtesten seit Herbst 2018. Noch zu Beginn der Pandemie stand Söder bei 71 Prozent.

Wahlen in Baden-Württemberg: Susanne Eichmann droht historisch schlechtes Ergebnis

Dass sich der Eklat um die beiden Bundestagsabgeordneten Nüßlein und Löbel auch auf den kommenden Wahlsonntag auswirken wird, zeigen ebenfalls entsprechende Umfragen. Sowohl in Baden-Württemberg als auch in Rhein-Pfalz drohen Niederlagen mit historisch schlechten Ergebnissen.

In Baden-Württemberg kann Ministerpräsident Winfried Kretschmann laut der dpa mit einem klaren Sieg von sieben bis zehn Punkten auf die CDU rechnen. Gut möglich, dass Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann den Landes-Negativ-Rekord der Fraktion einstellt. Dann müsste auf eine Fortsetzung der Koalition mit den Grünen gehofft werden - sofern Kretschmann von einer Ampel mit der SPD und FDP absieht.

CDU: Umfragen aus Rheinland-Pfalz ebenfalls schlecht

Auch in Rheinland-Pfalz könnte CDU-Kandidat Christian Baldauf eine Wahlschlappe kassieren. So wurde er in den Umfragen von Ministerpräsidentin Malu Dreyer überholt und abgeschüttelt. Die beliebte SPD-Politikerin würde wohl am liebsten mit den Grünen und der FDP weitermachen. Die Sozialdemokraten stellen schon seit 30 Jahren die Ministerpräsidenten in Rheinland-Pfalz. Zu einer Wachablösung wird es eher nicht kommen - dafür waren die letzten Wochen von zu vielen Unionsskandalen geprägt.

Da wären die Masken-Affäre, etwaige Lobbyismus-Vorwürfe gegen Abgeordnete, die aus Aserbaidschan geschmiert worden sein sollen, die Geburtstagsfeier von Klaus-Peter Willsch zum 60. und die immer lauter werdende Kritik an Jens Spahn und Peter Altmeier, die für den enttäuschenden Corona-Impfstart verantwortlich gemacht werden. Außerdem ist die Kanzler-Frage zwischen Markus Söder und Armin Laschet weiterhin ungeklärt. Wie sehr die Union nun von der Bevölkerung bestraft wird, bleibt abzuwarten. Die Vorzeichen stehen allerdings schlecht.

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