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Finanzminister Markus Söder

Söder-Äußerung

Nazi-Vokabular? Das sagen die User

München - Finanzminister Söder hat bei einer Pressekonferenz einen umstrittenen Satz gesagt. Seine Äußerung erinnerte SPD-Politiker Pronold an ein Hitler-Zitat. Die User sehen Söders Äußerung differenziert.

"Seit heute morgen um neun Uhr wird geklagt." Mit diesem Satz brachte sich Bayerns Finanzminister Markus Söder am Montag bei der Pressekonferenz zur Klage gegen den Länderfinanzausgleich ein. Es folgte ein Aufschrei von SPD-Landeschef Florian Pronold. Er warf Söder vor, sich bewusst des Nazi-Vokabulars von Adolf Hitler bedient zu haben. Wörtlich sagte er: "Es ist unfassbar, wie sich Markus Söder aus dem Wörterbuch des Unmenschen bedient. Das zeigt, wie geschichtsvergessen er ist." Der Finanzminister ließ daraufhin über seinen Sprecher ausrichten, dass es ihm leid tue, wenn sich jemand durch seine Äußerung verletzt fühlen sollte. Ihm sei es jedoch lediglich darum gegangen, zu verkünden, dass um neun Uhr die Klage eingereicht wurde. Alles andere sei konstruiert.

Unter den Lesern des Artikels auf merkur-online.de entbrannte daraufhin eine Debatte, ob Sätze wie der von Söder heute noch gesagt werden dürfen, ob es mit einer Entschuldigung getan ist und welches Ziel Pronold verfolgt. Wir haben einige der Kommentare zusammengetragen:

"Das spricht eher für krankhaften Verfolgungswahn"

Laimer schreibt zum Beispiel: "Wenn so etwas schon Nazi-Jargon sein soll, dann spricht das eher für krankhaften Verfolgungswahn. Vielleicht sollte man das Wörtchen "seit" ganz vermeiden? Absoluter intellektueller Schwachsinn."

Gast123 kann sich da nur anschließen: "Das ist doch jetzt ein Witz, oder? Dann müsste der gesamte Satzbau und die Aussagesätze abgeändert werden."

Und Leser ingwer fragt in die Runde: "'Seit heute morgen um 5.00 bin ich wach.' Ist das jetzt auch brauner Jargon? Darf man das jetzt nicht mehr sagen?"

"Welche Kleingeister, die hinter jedem Auspruch etwas 'braunes' heraushören"

Andere sehen statt Söder eher Pronold als Übeltäter. So auch Fagana: "Es mag tatsächlich von der Sprachwahl verunglückt sein und ich zähle mich auch nicht zu den Fans von Herrn Söder, aber wirkt es nicht doch etwas konstruiert, was Herr Pronold hier veranstaltet ?"

obelox schreibt dazu: "Nach der Definition von Pronold müssen wir auch z. B. das Wort "Mannschaftsführer" aus der deutschen Sprache verbannen, es enthält ja "führer". Künftig kann es, wenn einem nichts gescheites mehr einfällt heißen: er, sie, es "pronoldet"."

Der User kritischer Leser erinnert mit seinem Kommentar an die Redensart "Ein Schelm, wer Böses dabei denkt." Er schreibt: "Welche Kleingeister gibt es doch in Bayern, die hinter jedem Auspruch etwas 'braunes' heraushören."

"Gewisse Assoziationen kann man als Spitzenpolitiker nicht bringen"

Max glaubt zwar nicht, "dass Herr Söder diese Wortwahl unabsichtlich benutzt hat". Er hält dem Finanzminister aber zugute: "Wenn er sich entschuldigt, dann ist die Sache erledigt! Ich hoffe nicht, dass jetzt vor der Wahl wieder im braunen Sumpf um Wählerstimmen gerungen wird."

Der Leser Vorsicht ist weniger nachsichtig mit Söder: "Also es hat ja eigentlich weniger mit einem anderen Politkaschberl zu tun als mit der Tatsache, dass man gewisse Assoziationen als sog. Spitzenpolitiker nicht bringen kann! Klar ist die Verbindung zu entsprechender historischer Aussage da. Im privaten Bereich, als deutlich satirische Anspielung, passt das mM nach auch. Aber professionell ist das nicht!"

Insgesamt überwiegt jedoch die Meinung, die auch Familienvater vertritt: "Wie oft wurde dieser Satz in den vergangenen Jahrzehnten in veränderter Form ins Lächerliche gezogen? Man kann es wohl kaum noch zählen - auch wenn ich Söder persönlich nicht mag - das ist doch der reinste Blödsinn."

Und da Jogi steuert noch einen generellen Ratschlag bei: "Auch wenn ich unseren Selbstdarsteller nicht sympathisch finde, sollte man weder bei Ihm, noch bei Steinbrück oder Seehofer grundsätzlich jedes Wort in die Waagschale werfen."

mm

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