Ministerpräsident Markus Söder (2. v. re.) und Kultusminister Michael Piazolo vor Schülern des Wilhelmsgymnasiums.
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Bei ihrem Besuch informierten sich Markus Söder (2. v. re.) und Michael Piazolo (re.) bei den Schülern der 7d.

Söder im Wilhelmsgymnasium

    Schulstart mit Maske und Ministerpräsident

Ein neues Schuljahr ist immer spannend - ganz besonders aber, wenn der Landesvater mit am Start ist. Markus Söder (CSU) besuchte gestern das Wilhelmsgymnasium, auch um sich die Vorkehrungen gegen Corona zeigen zu lassen.

Für die 7d des Willhelmsgymnasiums in München ist heute ein ganz besonderer erster Schultag. Vorne am Pult steht nicht nur die neue Klassenleitung – auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Kultusminister Michael Piazolo (FW) sind zu Besuch. Sie wollen sich einen Eindruck verschaffen vom „Schulstart in der Krise.“ Der Trubel um die Politiker ist zwar noch ungewohnt für die Siebtklässler, die Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen sind es aber schon lange nicht mehr.

Es läutet: acht Uhr. Alle sitzen auf ihren Plätzen. Doch bevor die erste Stunde beginnt, müssen alle Schüler einen Schnelltest machen. „Wir testen immer montags, mittwochs und freitags“, erklärt die stellvertretende Schulleiterin Brigitte Waltenberger. Mit den Worten „Das kommt dir ja bekannt vor“ reicht sie der Schülerin Carlotta List den Selbsttest. Heute muss sich das Mädchen das letzte Mal testen, denn es ist schon geimpft (für alle Kinder unter zwölf Jahren ist aber noch kein Impfstoff zugelassen). Das Testen kostet Zeit. Zeit, die dann im Unterricht fehlt. „Bis zu 20 Minuten“, sagt Waltenberger. „Die Maßnahmen sind nun mal aufwendig, aber angemessen.“

Den ganzen Schultag über herrscht zudem strenge Maskenpflicht – auch am Platz. „Wir wollen das Ansteckungsrisiko durch Reise-Rückkehrer verhindern“, sagt Piazolo. Carlotta findet: „Die Maske ist schon nervig. Man kriegt nicht so gut Luft und kann sich nicht so gut konzentrieren.“ Auch ihre Mitschüler sehen das so. Doch die Politiker bleiben dabei: Maske muss sein – zumindest in den ersten Wochen nach den Ferien. „Das ist wie beim Fußball: Der Saisonstart ist wichtig“, betont Söder. 

Lehrer Martin Lanzinger mit dem CO2-Messgerät

Während des Unterrichts schaut der Klassenlehrer Martin Lanzinger regelmäßig auf das Messgerät, das die CO2-Konzentration im Raum erfasst. Jedes Klassenzimmer des Gymnasiums ist mit so einem Gerät ausgestattet. „Wir lüften regelmäßig, im Schnitt alle 20 Minuten“, sagt Klassenlehrer Lanzinger. Doch vor allem im Winter herrschen dann eisige Temperaturen, zudem dringt störender Straßenlärm von draußen ins Zimmer. Eine Lösung sind Filter, die neben dem Lüften die Luftqualität verbessern. Im Raum der 7d ist ein solcher Luftreiniger installiert. Logisch, dass dort die Pressekonferenz der Minister statt findet.

Doch das bleibt eine große Ausnahme. Insgesamt gibt es nur drei Filter am Wilhelmsgymnasium, und selbst das ist nicht selbstverständlich. „Engagierte Eltern haben den Kauf der Filter initiiert“, sagt die stellvertretende Schulleiterin Waltenberger, von öffentlicher Seite seien keine Mittel geflossen. „Das ist bedauerlich, aber wir als Schulleitung, können es nicht beschleunigen.“
Auch der Ministerpräsident kennt die Vorteile von Luftfiltern: „Wenn jemand infiziert ist, muss nicht die ganze Klasse, sondern nur der Nachbar in Quarantäne. Wenn es einen Luftfilter im Raum gibt, vielleicht sogar niemand.“ Dennoch gibt es im Freistaat kaum Schulen mit Luftfiltern. „Da gibt es tatsächlich noch einigen Nachholbedarf“, so Söder. Die Stadt kündigt an, bis Weihnachten alle Räume ausstatten zu wollen. Zudem hoffen Söder und Piazolo auf einen Impfstoff für Kinder unter zwölf Jahren. Sie geben sich zuversichtlich. Bei ihrem Besuch versprechen sie den Schülern Präsenzunterricht – natürlich mit Sicherheitsmaßnahmen.

Schülerin Carlotta List ist schon geimpft.

Das ist auch Carlottas größter Wunsch: „Dass wir auf gar keinen Fall nochmal nach Hause müssen.“ Testen, Maske und Lüften sind zwar nervig, doch das nimmt sie nach den Homeschooling-Monaten gern in Kauf.

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