Martin Van Buren (1782-1862), achter Präsident der Vereinigten Staaten
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Martin Van Buren war der achte Präsident der USA und gilt als Begründer der amerikanischen Demokraten

Der achte Präsident der Vereinigten Staaten

Martin Van Buren: Leben und Karriere des US-Präsidenten

Die Amtszeit von US-Präsident Martin Van Buren war von der großen Wirtschaftskrise geprägt.

  • Martin Van Buren stammte aus einem einfachen Elternhaus und war der achte Präsident der USA.
  • Als erfolgreicher Rechtsanwalt machte er sich einen Namen. Nach seiner Zeit als Senator, Außenminister und Vize-Präsident, gewann er 1836 die Wahl zum US-Präsidenten.
  • Seine Amtszeit war von der großen Wirtschaftskrise geprägt. Zudem ging es um die Sklavenfrage und außenpolitische Konflikte.

Martin Van Buren (*05.12.1782, †1862) stammte aus Kinderhook im Bundesstaat New York. Von 1837 bis 1841 war er der achte Präsident der USA. Zugleich gilt er aus heutiger Sicht als Mitbegründer der Demokratischen Partei in Amerika. Aus einfachen Verhältnissen stammend legte Martin Van Buren eine eindrucksvolle politische Laufbahn hin. Nach seiner Präsidentschaft wollte Martin Van Buren mehrere Mal als US-Präsident in das Weiße Haus in Washington D.C. zurückkehren. Dieses Vorhaben war jedoch nicht von Erfolg gekrönt. Schließlich widmete er sich seiner Autobiografie. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich jedoch rasant, sodass er das Buch über sein Lebenswerk nicht mehr abschließen konnte.

Martin Van Buren: Kindheit, Familie und Ausbildung

Martin Van Buren ist einer von wenigen US-Präsidenten ohne englische Abstammung. Seine Vorfahren stammten aus Buren, einer alten Gemeinde in den heutigen Niederlanden. Sie waren im 17. Jahrhundert in die niederländische Kolonie Nieuw Nederland an der nordamerikanischen Ostküste ausgewandert und hatten dort Land in der Nähe von Kinderhook erworben. Hier wurde Martin Van Buren 1782 als das dritte von fünf Geschwistern geboren. Seine Muttersprache war Niederländisch. Sein Vater war ein Kleinbauer und Hauptmann in der Ortsmiliz.

Martin Van Buren gehörte der Mittelschicht an, obgleich die Familie sechs Sklaven besaß. Da das Geld in der Familie knapp war, konnte der Vater nur wenig finanzielle Ressourcen für die Ausbildung der Kinder aufbringen. Van Buren ging in einer kleinen Dorfschule zum Unterricht. Er lernte schnell und war ein guter Schüler, bis er mit 13 Jahre die Schule verließ, da sein Vater das Schuldgeld nicht mehr bezahlen konnte. 1796 entschied er sich für eine Lehre bei einem angesehenen Rechtsanwalt in der Stadt Kinderhook. Nach politischen Differenzen setzte er seine anwaltliche Ausbildung in New York fort. 1803 bekam er die Zulassung als Rechtsanwalt und eröffnete in seiner Heimatstaat Kinderhook eine Anwaltskanzlei.

Martin Van Burens politische Laufbahn

Bereits während seiner Tätigkeit als Anwalt trieb er sein politisches Engagement voran. Er knüpfte politische Kontakte und unterstützte seine parteilichen Favoriten. 1812 kandidierte Martin Van Buren für den Senat von New York. Mit einem knappen Vorsprung von zweihundert Stimmen gewann er wider Erwarten die Wahl gegen seinen föderalistischen Herausforderer. Im Alter von 29 Jahren war er der zweitjüngste Senator in der Geschichte des Bundesstaates New York. In seiner Zeit im New Yorker Senat trieb er einen politischen Wandel voran. Da er nicht die Kontrolle über die demokratisch-republikanische Partei bekam, entschied er sich für die Gründung einer eigenen politischen Gruppierung. Diese ist Vorläufer und Fundament der demokratischen Partei.

Der Senat des Bundesstaats New York befindet sich in der Hauptstadt Albany und ist auf Google Maps weit nördlich von New York City zu finden.

Trotz missglücktem Start mit einer schlechten Rede etablierte er sich als Führungsfigur im Senat. Auf Bundesebene setzte er sich dafür ein, das politische Gewicht New Yorks zu erhöhen, da dessen wirtschaftliche Bedeutung stetig zunahm. In dieser Zeit entstand ein enges Bündnis zwischen Van Buren und dem baldigen US-Präsidenten Andrew Jackson (*15.03.1767, †1845), die beide aus ähnlichen Verhältnissen stammten und vergleichbare Ziele in der Politik verfolgten. Präsident Jackson unterstützte Martin Van Buren und ernannte ihm zum Außenminister und später zum amerikanischen Botschafter in London.

Martin Van Buren: Wahl zum Präsidenten 1836

1834 begannen die Diskussionen um die Nachfolge des amtierenden Präsidenten. Martin Van Buren hatte jedoch einen entscheidenden Vorteil. Der amtierende US-Präsident Jackson unterstützte ihn und wollte Van Buren als seinen Nachfolger. 1835 wählten ihn die demokratischen Abgeordneten eindeutig zum Präsidentschaftskandidaten. 1836 gewann er die Wahl als nunmehr jüngster US-Präsident der Geschichte. Seine Amtseinführung verfolgten über 20.000 Zuschauer. Wichtige Themen seiner Präsidentschaft waren die Folgenden:

  • Wirtschaftskrise
  • Transportwesen
  • Sklavenfrage
  • Indianer
  • Außenpolitische Krisen

Martin Van Buren: Wirtschaftskrise, politischer Umgang mit Sklaven und Indianern sowie Außenpolitik

Bereits vor seinem Amtsantritt kündigte sich eine Wirtschaftskrise an. Menschen demonstrierten gegen die steigenden Preise von Mehl. Kaum ein wirtschaftliches Zentrum des Landes blieb verschont. Dramatische Folgen waren die Massenarbeitslosigkeit und zahlreiche Unternehmenspleiten. Weite Teile der Gesellschaft verarmten oder starben sogar an Hunger. Seine politischen Gegner machten Martin Van Buren für die Wirtschaftskrise verantwortlich. Dieser litt unter den Rahmenbedingungen seiner Präsidentschaft.

Die Sklaverei in den USA war ein wichtiges Thema während der Präsidentschaft von Martin Van Buren. Im Ausland herrschte Verwunderung, warum die Vereinigten Staaten von Amerika ein zweigeteiltes Land seien: der fortschrittliche Norden und der rassistische Süden. Hinsichtlich der Sklavenfrage war Martin Van Buren neutral. Als Politiker kümmerte er sich um die Wiederwahl und sprach sich weder eindeutig für noch gegen die Sklaverei aus. Sein Umgang mit den Indianern war zunächst zurückhaltend. Um die Interessen der Südstaaten zu berücksichtigten, trieb Martin Van Buren eine rücksichtlose Vertreibung der Indianer voran. Außenpolitisch gab es einige Konflikte. Der damalige US-Präsident Martin Van Buren reagierte jedoch besonnen und diplomatisch. Rückblickend gilt das außenpolitische Wirken des US-Präsidenten als positiv.

Martin Van Buren: Gescheiterte Wiederwahl und Wechsel zur Free Soil Party

Nach der Niederlage bei der US-Präsidentenwahl im Jahr 1840 kehrte Van Buren zurück in seine New Yorker Heimat. Bei der nächsten Präsidentschaftswahl wollte Martin Van Buren ein politisches Comeback vollbringen und erneut US-Präsident werden. Bei den Vorwahlen galt er als der Favorit für die demokratische Präsidentschaftskandidatur. Nach drei Tagen und unzähligen Abstimmungen gewann James K. Polk (*02.11.1895, †1849).

Nach seiner Niederlage zog sich Van Buren jedoch nicht zurück. Vielmehr unterstützte er als treuer Demokrat den eigenen Kandidaten. Bei kontroversen Themen wandte sich Martin Van Buren jedoch immer mehr von seiner Partei ab. Für die neu gegründete Free Soil Party trat er als Kandidat an. Die Free Soil Party gilt als Fundament für die heutigen Republikaner, sodass Martin Van Buren den Grundstein für beide heutigen Parteien legte.

Martin Van Buren am Lebensende

Nach der missglückten Wiederwahl zum US-Präsidenten im Jahr 1848 entschied sich Martin Van Buren für einen Rückzug aus der Politik. In seiner Heimatstadt Kinderhook lebte er gemeinsam mit einigen Söhnen und ihren Familien. Als Unterstützer im Hintergrund fand er den Weg zurück zu seiner demokratischen Partei. Zudem widmete er sich der Schriftstellerei und verfasste eine Autobiografie, die jedoch unvollständig in den 30er-Jahren endete. Trotz seiner jahrelangen Abwesenheit hatte der angesehene Ex-Präsident immer noch politischen Einfluss. Seine Gesundheit verschlechterte sich im Sezessionskrieg. Die kriegerischen Handlungen setzten ihm spürbar zu. Am 24.07.1862 starb der achte Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika auf seiner Residenz Lindenwald, die er einige Jahre zuvor kaufte.

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